Gewalt im Halloween-Einsatz: Warum sie Kassierer härter trifft als Polizisten
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In der Nacht zu Halloween sind Polizei, Rettungsdienste und Beschäftigte im Einzelhandel besonders häufig Ziel von Übergriffen. Gewalt am Arbeitsplatz nimmt laut Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berufsübergreifend zu – nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten westlichen Kulturkreis. Wer im Halloween-Einsatz mit Kunden oder Publikum zu tun hat, ist davon besonders betroffen.
Die Hochschule wurde 1819 gegründet und gilt als älteste Wirtschaftshochschule der Welt. Alfes ordnet ein, warum dieselbe Gewalterfahrung je nach Beruf unterschiedlich belastend wirkt.
Warum trifft Gewalt Kassierer härter als Polizisten?
Nach Einschätzung von Alfes rechnen Polizisten damit, dass Gewalt zu ihrem Beruf gehört. Kassierer und Busfahrer hingegen erwarten das nicht, weshalb Gewalterfahrungen sie intensiver belasten. Besonders verbale Gewalt werde dabei häufig unterschätzt, hinterlasse aber starke Nachwirkungen, so Alfes.
Viele Betroffene versuchten zudem, solche Vorfälle als normal darzustellen, statt sie offen zu verarbeiten, erklärt die Forscherin. Genau das erschwere die Bewältigung zusätzlich.
Was hilft Betroffenen nach einem Übergriff wirklich?
Entscheidend für die Bewältigung sei laut Alfes nicht in erster Linie die direkte Führungskraft, sondern die organisationale Reaktion auf den Vorfall – also wie ein Betrieb oder eine Behörde die betroffene Person auffängt. Die organisationale Unterstützungsstruktur wiege dabei schwerer als die Qualität der unmittelbaren Führung.
- Psychologische Betreuung und Resilienztrainings können auch schwache Führung kompensieren, so Alfes.
- Verlässliche Ansprechpersonen in der Organisation geben Betroffenen Halt.
- Kolleginnen und Kollegen sollten aktiv zuhören und Betroffene ernst nehmen.
- Führungskräfte und Kolleginnen sollten aufmerksam werden, wenn sich jemand nach einem Vorfall zurückzieht oder gereizt reagiert.
Wichtig sei außerdem, dass Organisationskultur und unmittelbares Umfeld vermitteln, dass Leiden unter einer Gewalterfahrung keine Schwäche ist, so Alfes.
Wie lässt sich Gewalt im Job vorbeugen?
Die Präventionsansätze unterscheiden sich laut Alfes je nach Beruf. Im Einzelhandel sollte Prävention vor allem auf Deeskalation und den Umgang mit verbaler Gewalt abzielen, da dort körperliche Übergriffe seltener vorkommen. Bei der Polizei müsse zusätzlich der Umgang mit körperlicher Gewalt trainiert werden, weil das Gefahrenpotenzial dort höher liege.
Technische Schutzausstattung wie Kameras im Laden oder Bodycams bei der Polizei sei laut Alfes sinnvoll – allerdings nur, wenn sie mit psychologischer Unterstützung verbunden werde. Technik allein ersetze demnach keine funktionierende Unterstützungsstruktur.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.