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Startseite Erklärt Warum vergleicht man mit dem Vorjahr und nicht mit dem Vormonat?

Warum vergleicht man mit dem Vorjahr und nicht mit dem Vormonat?

Der Vorjahresvergleich stellt gleiche Jahreszeiten gegenüber, sodass Ausverkäufe oder Winterpausen kaum stören. Dafür zeigt er Wendepunkte spät. Der Vormonatsvergleich reagiert schneller, braucht aber meist eine Saisonbereinigung.

Der Vorjahresvergleich stellt gleiche Jahreszeiten gegenüber: Januar trifft auf Januar, Sommer auf Sommer. So verzerren wiederkehrende Muster wie Ausverkäufe, Urlaub oder Winterpause das Ergebnis kaum.

Die Inflationsrate ist per Definition ein Zwölf-Monats-Vergleich

Statistik Austria nennt die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat ausdrücklich die Inflationsrate und begründet das: Sie werde weniger von kurzfristigen oder saisonalen Schwankungen beeinflusst als die Monatsrate, etwa vom Ausverkauf bei Bekleidung. Die Monatsrate dient dagegen zur Analyse kurzfristiger Bewegungen.

Ein gedachtes Beispiel zeigt das Problem. Ein Kleidungsstück kostet im Dezember 100 Euro und im Januar im Ausverkauf 80 Euro, im Januar davor kostete es ebenfalls im Ausverkauf 78 Euro.

Vergleich Rechnung Ergebnis
Vormonat 80 gegenüber 100 −20 %
Vorjahresmonat 80 gegenüber 78 rund +2,6 %

Der Vormonat meldet einen Preissturz, der Vorjahresmonat zeigt die tatsächliche leichte Verteuerung.

Auch der Arbeitsmarkt zeigt, warum Monate nicht direkt vergleichbar sind

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit nennt als Beispiel den Januar: Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit kann eine Verschlechterung sein oder nur die übliche Entwicklung dieses Monats. Aus den Ursprungswerten allein lässt sich das nicht ablesen. Ein Vergleich mit dem Januar des Vorjahres ist eine Möglichkeit, das zu umgehen. Die andere ist die Saisonbereinigung.

Der häufige Irrtum: Der Vorjahresvergleich zeigt die aktuelle Lage

Er zeigt die vergangenen zwölf Monate zusammen und reagiert deshalb träge. Steigen Preise sechs Monate lang um je 1 Prozent und bleiben dann sechs Monate gleich, meldet die Jahresrate im letzten Monat immer noch rund 6,2 Prozent, obwohl seit einem halben Jahr nichts mehr teurer geworden ist. Wendepunkte erkennt man so erst spät.

Hinzu kommen Basiseffekte: War der Vorjahresmonat ungewöhnlich, bewegt sich die Rate, ohne dass aktuell etwas geschieht. Auch der Kalender stört: Liegt Ostern einmal im März und einmal im April, oder hat ein Monat mehr Arbeitstage als im Vorjahr, unterscheiden sich gleiche Monate trotzdem. Dafür gibt es die Kalenderbereinigung.

Monatsraten darf man nicht einfach hochrechnen

Schnelle Monatsvergleiche haben also ihren Sinn, wenn sie saisonbereinigt sind. Sie zeigen die Richtung früher. Hochgerechnet täuschen sie aber oft: 0,5 Prozent in einem Monat wären über zwölf Monate rund 6,2 Prozent. Ein einzelner Monat mit Sonderfaktor sagt jedoch wenig über ein ganzes Jahr.

Vergleich Stärke Schwäche
Vorjahr keine Jahreszeit im Weg, leicht verständlich träge, anfällig für Basiseffekte
Vormonat, unbereinigt zeitnah vom Saisonmuster verzerrt
Vormonat, saisonbereinigt zeitnah und vergleichbar beruht auf einer Schätzung des Saisonmusters

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Rentenberatung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

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