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160 Millionen Euro für Bergwerk Teutschenthal: Warum Sachsen-Anhalt jetzt zahlen muss

Weil die Betreibergesellschaft zahlungsunfähig ist und sich kein Investor fand, übernimmt Sachsen-Anhalt per Ersatzvornahme die Verantwortung für das ehemalige Salzbergwerk Teutschenthal.

Stillgelegte Bergwerksanlage mit Fördergerüst, für die die Altlastensanierung 160 Millionen Euro Bergwerk kosten soll – Foto: LoggaWiggler / Pixabay
Foto: LoggaWiggler / Pixabay

Sachsen-Anhalt muss 160,3 Millionen Euro aufbringen, um das ehemalige Salzbergwerk Teutschenthal zu sichern und bis zum Jahr 2037 endgültig stillzulegen. Auslöser ist die Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft, die die Anlage zuletzt nicht mehr finanzieren konnte. Das Land springt nun ein, obwohl es die Deponie ursprünglich nicht selbst betrieben hat.

Zahl und Herkunft

Die Summe von 160,3 Millionen Euro wird für Sicherung, Gefahrenabwehr und die eigentliche Stilllegung der Untertagedeponie benötigt. Sie verteilt sich auf den Zeitraum bis 2037 und soll sämtliche technischen Schritte abdecken, die nötig sind, um das Bergwerk dauerhaft ungefährlich zu machen. Damit trägt die Allgemeinheit Kosten, die ursprünglich ein privates Unternehmen hätte schultern sollen.

Insolvenz ohne Investor

Da eine intensive Suche nach einem neuen Investor erfolglos blieb, fand sich kein Käufer, der die Anlage samt ihrer Verpflichtungen übernommen hätte.

Als neuer Betreiber soll künftig die landeseigene Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft einspringen. Sie übernimmt damit eine Aufgabe, die ursprünglich außerhalb staatlicher Zuständigkeit lag, jetzt aber mangels Alternative beim Land verbleibt.

Abfall in Hohlräumen

In den unterirdischen Hohlräumen des Bergwerks lagern Millionen Tonnen Industrieabfälle. Den überwiegenden Teil davon machen Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen aus, die über Jahre eingelagert wurden. Diese großen Mengen erklären, warum die Stilllegung technisch aufwendig ist und sich die Kosten auf einen so hohen Betrag summieren.

Risiken ohne Sanierung

Nach Einschätzung des zuständigen Ministeriums in Sachsen-Anhalt könnte ein Ausfall der Belüftung im Bergwerk zur Bildung giftiger oder explosiver Gase führen.

Zudem besteht laut Ministerium die Gefahr, dass Wasser in die Hohlräume eindringt und dabei Schadstoffe aus den gelagerten Abfällen freisetzt. Eine ungeplante Stilllegung berge demnach erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt, weshalb die geplante, über Jahre angelegte Sanierung als notwendig gilt.

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