Österreich führt ab Jänner 2027 eine Paketsteuer von 2,40 Euro pro Sendung ein. Der Staat rechnet mit Einnahmen von 280 Millionen Euro im Jahr. Betroffen sind Versandhändler, deren Jahresumsatz über 100 Millionen Euro liegt, darunter auch internationale Online-Plattformen.
Die Paketsteuer in Österreich soll vor allem die Flut an Billigsendungen aus Fernost eindämmen. Doch wie die Abgabe bei chinesischen Anbietern wie Temu, Shein oder Alibaba tatsächlich greifen soll, ist unklar: Diese Plattformen wickeln ihre europäischen Geschäfte über Länder mit niedriger Besteuerung ab.
Die Lücke bei der Kontrolle
Österreich ist bei der Prüfung solcher Konstruktionen auf die Mithilfe ausländischer Behörden angewiesen. Auch der Rechnungshof Österreich macht auf hohe Kontroll- und Verwaltungskosten der Abgabe aufmerksam.
Ungleiche Startbedingungen
Große europäische Versandhändler geben die Paketsteuer nach eigenen Angaben vollständig an ihre Kunden weiter. Chinesische Plattformen tun das bislang nicht. Für Zalando, dessen durchschnittlicher Bestellwert nach Unternehmensangaben zwischen 50 und 60 Euro liegt, bedeutet das einen handfesten Nachteil: Laut Bankewitz lassen geringe Margen und kleine Warenkörbe keinen Spielraum, die Gebühr selbst zu tragen.
Einige Handelsketten erwägen deshalb, Investitionen in Österreich zu drosseln oder nach Deutschland zu verlagern, um unterhalb der Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro zu bleiben. Thalia Österreich liegt derzeit bereits unter dieser Schwelle.
Was Konsumenten merken
Bislang zeigt sich beim Einkaufsverhalten der österreichischen Konsumenten keine Veränderung seit Bekanntwerden der Abgabe. Ob sich das nach dem Start im Jänner 2027 ändert, hängt auch davon ab, ob chinesische Plattformen die 2,40 Euro an ihre Kunden weitergeben oder weiterhin intern auffangen.



