Nominal bezeichnet den Betrag in Euro, wie er auf dem Lohnzettel oder Kontoauszug steht. Real bedeutet: um die Preisentwicklung bereinigt. Ein realer Wert sagt also, wie viel Sie für das Geld tatsächlich kaufen können.
Die richtige Rechnung ist eine Division
Ein Gehalt steigt um 10 Prozent, die Preise um 8 Prozent. Die schnelle Rechnung lautet: real plus 2 Prozent. Korrekt sind 1,10 geteilt durch 1,08, also 1,0185, das heißt plus 1,85 Prozent. Bei kleinen Raten fällt der Unterschied kaum auf, bei hohen wird er größer.
| Nominal | Preise | Abgezogen | Richtig dividiert |
|---|---|---|---|
| +3 % | +2 % | +1,00 % | +0,98 % |
| +10 % | +8 % | +2,00 % | +1,85 % |
| +20 % | +30 % | −10,00 % | −7,69 % |
Destatis nennt das in seinen Erläuterungen ausdrücklich: Der Reallohnindex ist der Quotient aus Nominallohnindex und Verbraucherpreisindex, seine Änderung ergibt sich nicht aus einer Subtraktion der Raten.
Ein aktuelles Beispiel aus den Löhnen
Im zweiten Quartal 2026 waren die Nominallöhne in Deutschland 4,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, die Verbraucherpreise 2,5 Prozent, die Reallöhne 1,5 Prozent. Dividieren Sie 1,041 durch 1,025, kommen Sie auf 1,6 Prozent. Solche kleinen Abstände sind bei gerundeten Raten normal, das Amt rechnet mit den Indexwerten. Die Reallöhne sind eine Aussage über die Kaufkraft: Steigen sie, haben die Verdienste die Preise überholt.
Dasselbe gilt für Zinsen, Wachstum und Schulden
- Wirtschaftswachstum: Das nominale Bruttoinlandsprodukt kann allein durch höhere Preise wachsen. Das reale Wachstum zeigt, ob wirklich mehr hergestellt wurde. Bei der Umrechnung spricht man von Deflationierung.
- Zinsen: 3 Prozent Sparzins bei 3 Prozent Inflation bedeuten real null. Die Bank zahlt nominal, Ihre Kaufkraft bleibt gleich.
- Schulden: Eine Kreditsumme bleibt nominal fest. Steigen die Preise, wird sie real leichter, fallen sie, wird sie real schwerer.
Der häufige Irrtum: Plus auf dem Konto heißt mehr Geld
Das Nominale ist sichtbar, das Reale muss man erst ausrechnen. Eine Rente, die um 2 Prozent steigt, wirkt wie ein Gewinn, kann aber bei 3 Prozent Inflation real ein Verlust sein. Dieser Effekt wirkt auch in Rekordmeldungen. „Höchster Umsatz aller Zeiten“ oder „Rekordeinnahmen des Staates“ klingt stark, kann bei hoher Inflation aber real schrumpfende Werte beschreiben. Umgekehrt ist auch ein realer Rückgang nicht immer ein Einkommensverlust für alle: Der Reallohnindex ist ein Durchschnitt und beginnt beim Bruttoverdienst. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Nominallöhne für das untere Fünftel der Vollzeitbeschäftigten um 6,7 Prozent, für das obere um 3,3 Prozent.
Prüfen Sie den Vergleichszeitraum
Ein reales Plus gegenüber dem Vorjahr schließt einen Rückstand gegenüber früher nicht aus. Wenn ein Jahr real 5 Prozent verloren geht und das nächste 2 Prozent gewonnen werden, liegt das Niveau noch immer rund 3 Prozent unter dem Start: 0,95 mal 1,02 ergibt 0,969. Wer die Aussage „die Reallöhne steigen wieder“ einordnen will, sollte daher auch das Ausgangsjahr wissen.
Quellen
- Destatis, Reallöhne und Nominallöhne: Definition, Quotient statt Subtraktion
- Destatis, Pressemitteilung August 2026: Werte für das 2. Quartal 2026, Verdienstgruppen
- Destatis, Erläuterung zum VPI: Deflationierung und reales Wirtschaftswachstum
Stand: November 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Rentenberatung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.