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Was ist ein Basiseffekt?

Ein Basiseffekt liegt vor, wenn sich eine Veränderungsrate bewegt, weil der Vergleichswert ungewöhnlich hoch oder niedrig war, nicht wegen der aktuellen Entwicklung. So kann die Inflation fallen, obwohl nichts billiger wird.

Ein Basiseffekt liegt vor, wenn sich eine Veränderungsrate bewegt, weil der Vergleichswert ungewöhnlich hoch oder niedrig war. Die Inflationsrate kann deshalb fallen, obwohl gerade nichts billiger wird.

Die Rate fällt von 20 auf 0 Prozent, ohne dass der Preis sich rührt

Statistik Austria erklärt das mit einem einfachen Fall: Ein Produkt kostet im November 2020 noch 100 Euro. Im Dezember 2020 steigt der Preis auf 120 Euro und bleibt dann über ein Jahr lang gleich.

Monat Preis Preis ein Jahr zuvor Jahresrate
November 2021 120 € 100 € +20 %
Dezember 2021 120 € 120 € 0 %

Von November auf Dezember 2021 geschieht beim Preis nichts. Die Rate stürzt trotzdem von 20 auf 0 Prozent, weil der große Sprung aus dem Zwölf-Monats-Fenster herausfällt.

Der häufige Irrtum: sinkende Inflation heißt sinkende Preise

Die Inflationsrate vergleicht zwei Preisniveaus im Abstand von zwölf Monaten. Fällt sie von 5 auf 3 Prozent, steigen die Preise weiter, nur langsamer als zuvor. Fällt sie allein durch einen Basiseffekt, muss sich am aktuellen Preistrend nicht einmal etwas geändert haben. Umgekehrt kann eine steigende Rate eine harmlose Ursache haben: War der Vorjahreswert vorübergehend sehr niedrig, fällt die Rate höher aus, auch wenn die Preise gerade nicht steigen.

Zwei echte Fälle aus dem Jahr 2021 in Deutschland

Das Statistische Bundesamt hat beide in einem Fachgespräch beschrieben.

Mineralöl: Zu Beginn der Pandemie brach der Rohölpreis ein, der Mai 2020 markierte bei Kraftstoffen und Heizöl den Tiefstand des Jahres. Im Mai 2021 lag die Jahresrate für diese Produkte deshalb bei rund 29 Prozent, teils wegen tatsächlicher Preisanstiege, teils weil die Basis so niedrig war. Die Gesamtinflation betrug in dem Monat 2,5 Prozent, ohne Mineralölprodukte wären es 1,6 Prozent gewesen.

Mehrwertsteuer: Die Steuersenkung ab dem 1. Juli 2020 drückte die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2020. Seit Januar 2021 galten wieder im Wesentlichen die alten Sätze. Ab Juli 2021 wurde daher gegen die noch reduzierten Preise des Vorjahres gerechnet, und normale Steuersätze wirkten rechnerisch wie eine Preiserhöhung. Das Amt rechnete mit bis zu einem Prozentpunkt zusätzlich in den Monatsraten bis Dezember 2021. Dann endete der Effekt von selbst.

Ein Basiseffekt ist vorübergehend, aber trotzdem real

Basiseffekt bedeutet nicht, dass die Rate falsch berechnet oder die Teuerung eingebildet wäre. Der höhere Preis gegenüber dem Vorjahr bleibt ja Tatsache. Er erklärt nur, warum sich die Rate in einem bestimmten Monat bewegt. Das Muster lässt sich sogar vorhersagen: Weiß man, wann vor einem Jahr ein Sprung war, weiß man, wann er aus der Rechnung fällt. Daher kündigen Fachleute solche Bewegungen oft Monate vorher an.

Basiseffekte gibt es überall, wo Veränderungsraten gemeldet werden, auch bei Umsätzen oder der Wirtschaftsleistung. Ein Rekordzuwachs nach einem Einbruch ist oft nur die Rückkehr auf den alten Stand: Wer von 100 auf 80 fällt und danach auf 100 steigt, meldet erst minus 20 und dann plus 25 Prozent. Am Ende steht er wieder dort, wo er begonnen hat.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Rentenberatung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

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