10,5 Kilogramm Nudeln pro Jahr: Warum Österreicher seltener zum Einkaufsregal greifen
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Der Nudelkonsum in Österreich bleibt mengenmäßig stabil, verändert sich aber in der Struktur. Österreichische Haushalte kaufen im Betrachtungszeitraum von August 2025 bis August 2026 (MAT August 2026) durchschnittlich 10,5 Kilogramm Teigwaren pro Jahr. Anlass für den Rückblick ist der Weltnudeltag am 25. Oktober, der seit 1995 an die Bedeutung von Pasta als Grundnahrungsmittel erinnert.
Der Aktionstag wurde beim World Pasta Kongress von 40 Pasta-Produzenten ausgerufen und ist auch als Welt-Pasta-Tag bekannt. Weltweit finden an diesem Tag Veranstaltungen rund um die Nudel statt, bei denen auch herausragende Hersteller ausgezeichnet werden. Der italienische Begriff Pasta bedeutet schlicht Teig, in Italien selbst gilt Nudel als Hauptnahrungsmittel.
Wie oft Österreicher tatsächlich zu Nudeln greifen
Spannender als die Jahresmenge ist die Kauffrequenz: Sie liegt im aktuellen Zeitraum laut einer Erhebung von YouGov bei durchschnittlich 10,8 Käufen pro Jahr und Haushalt, wofür Haushalte rund 32 Euro ausgeben. Im Vorjahreszeitraum MAT August 2025 waren es noch 11,3 Käufe. Österreicher kaufen Nudeln also seltener ein, obwohl die insgesamt gekaufte Menge nicht spürbar zurückgeht – ein Hinweis darauf, dass pro Einkauf mehr landet.
Woran der Rückgang bei den Käufen liegt
Ein Grund dürfte die Preisentwicklung sein. Nach drei Jahren kontinuierlich steigender Nudelpreise zeigt sich im Zeitraum MAT August 2026 erstmals wieder eine leichte Entspannung.
Gleichzeitig bleibt der Preisdruck im Einkaufsverhalten sichtbar: Rund ein Drittel aller Teigwaren wird im Rahmen von Aktionen gekauft, Eigenmarken der Handelsketten vereinen etwa 44 % des gesamten Nudelabsatzes auf sich. Wer seltener, aber bewusster kauft, greift demnach häufiger zu reduzierten Produkten oder Handelsmarken statt zu Markenware.
Welche Sorten die Österreicher bevorzugen
Bei den klassischen Formen bleibt Spaghetti die beliebteste Sorte, verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr aber einen leichten Rückgang. Auf Platz zwei folgt Fusilli, auf Platz drei Fleckerl.
Deutlich seltener gekauft werden Nudeln mit Ei: Ihr Käuferkreis ist in den vergangenen fünf Jahren um 13,5 % gesunken, die aktuelle Käuferreichweite liegt noch bei rund sieben von zehn österreichischen Privathaushalten. Vollkornnudeln erreichen mit etwa 21 % einen deutlich kleineren, aber ebenfalls relevanten Teil der Haushalte.
Wo das Wachstum stattfindet
Während klassische Sorten tendenziell an Boden verlieren, wachsen spezialisierte Segmente. Die Nachfrage nach glutenfreien Nudeln zeigt sich im Zeitraum MAT August 2026 stabil gegenüber dem Vorjahr, der Käuferkreis ist seit MAT August 2022 kontinuierlich gewachsen.
Auch sogenannte Legume Pasta aus Linsen, Kichererbsen oder Erbsen sowie Bronze Pasta mit rauerer, durch Bronzematrizen gepresster Oberfläche verzeichnen demnach weiterhin eine positive Entwicklung. Beide Segmente profitieren offenbar davon, dass Konsumenten stärker auf Nährwert und Textur achten als früher.
Weltweit reicht die Geschichte der Nudel deutlich weiter zurück als jede Marktstatistik: Bei Ausgrabungen wurde ein etwa 4.000 Jahre alter Topf gefunden, der möglicherweise eine Spaghetti-Art enthielt. Einer verbreiteten Annahme zufolge brachte der venezianische Händler Marco Polo die Nudel im 13. Jahrhundert von China nach Europa. Hergestellt wird Pasta heute meist aus Hartweizengrieß und Wasser, seltener aus Kartoffeln, Mais oder Reis.
Was das für den Nudelkonsum in Österreich bedeutet
Für den Alltag bleibt die wichtigste Erkenntnis: Der Nudelkonsum in Österreich verschiebt sich eher in der Zusammensetzung als in der Gesamtmenge. Wer auf den Preis achtet, findet bei Aktionsware und Eigenmarken reichlich Auswahl. Wer experimentieren will, kann zwischen glutenfreien, Hülsenfrucht- und Bronze-Varianten wählen, die demnach zulegen, während klassische Sorten wie Spaghetti oder Eiernudeln leicht an Reichweite verlieren.