57.160 Wildunfälle in einer Saison: Warum die Zeitumstellung das Risiko in Bayern erhöht
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In der Jagdsaison 2023/24 wurden in Bayern 57.160 Wildunfälle registriert, mehr als in jedem anderen Bundesland. Grund dafür ist unter anderem die Zeitumstellung: Fällt der abendliche Berufsverkehr nach der Umstellung auf Winterzeit in die Dämmerung, trifft er genau auf die Phase, in der viele Wildtiere besonders aktiv sind. Für Autofahrer bedeutet das ein höheres Risiko bei schlechterer Sicht.
Die Zahl aus Bayern stammt von der bayerischen Polizei: Dort stand 2024 fast jeder dritte Verkehrsunfall, nämlich 30,4 %, im Zusammenhang mit einem Wildtier. Das macht Bayern laut der Behörde zum Bundesland mit den meisten Wildunfällen. Dahinter lagen im selben Zeitraum Nordrhein-Westfalen mit 32.920 sowie Baden-Württemberg mit 26.780 erfassten Wildunfällen, so die Angaben des Deutschen Jagdverbands für die Saison 2023/24.
Warum die Dämmerung zur gefährlichsten Tageszeit wird
Nach der Umstellung auf Winterzeit, die im Jahr 2025 am 25. Oktober stattfand, verschiebt sich der Feierabendverkehr spürbar in die Dunkelheit. Die Dämmerung ist nach Angaben des ADAC die Aktivitätsphase vieler Wildtiere, die unabhängig von der Uhrzeit zur Nahrungssuche unterwegs sind. Autofahrer haben dadurch weniger Zeit, ein Tier am Straßenrand zu erkennen und zu reagieren.
Besonders kritisch sind laut ADAC zwei Zeitfenster: zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 17 und 20 Uhr. Gerade auf Strecken entlang von Wäldern oder Feldern treffen in diesen Stunden pendelnde Autofahrer und besonders aktive Tiere aufeinander.
Rehe und Schwarzwild verursachen die meisten Zusammenstöße
Nicht jedes Wildtier ist gleich häufig an Unfällen beteiligt. Zusammenstöße mit Rehen sind laut Deutschem Jagdverband die häufigste Wildunfallart, gefolgt von Schwarzwild als zweithäufiger Ursache. Rot- und Damwild tauchen ebenfalls regelmäßig in der Statistik auf.
Ein weiterer Risikofaktor sind nach Einschätzung von ADAC Südbayern neu angelegte Straßen durch ländliche Gebiete. Fahrer kennen diese Routen oft nicht und rechnen auf solchen Strecken seltener mit einem plötzlich auftauchenden Tier.
Was Autofahrer in der Dämmerung tun können
Für Autofahrer bedeutet die Häufung der Wildunfälle in den Dämmerungsstunden vor allem: Aufmerksamkeit zahlt sich gerade auf Strecken entlang von Wald und Feld aus. Der ADAC bietet ein Fahrsicherheitstraining an, in dem realistische Übungen das richtige Verhalten bei einem plötzlichen Wildwechsel vermitteln sollen.
Die Wildunfall-Zahlen im Überblick
- 57.160 Wildunfälle wurden in der Jagdsaison 2023/24 in Bayern registriert.
- 32.920 Wildunfälle entfielen im selben Zeitraum auf Nordrhein-Westfalen.
- 26.780 Wildunfälle verzeichnete Baden-Württemberg in der Jagdsaison 2023/24.
- 30,4 % aller Verkehrsunfälle in Bayern standen 2024 im Zusammenhang mit einem Wildtier.
- Zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 17 und 20 Uhr gelten als besonders unfallträchtige Zeitfenster.