Lebensmittel werden billiger: Warum der AK-Test zehn Prozent weniger zeigt
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Ein Einkauf aus 40 ausgewählten Grundnahrungsmitteln kostet 2026 zusammen 74 Euro, im Vorjahr waren es noch 82 Euro. Damit wurden Lebensmittel insgesamt knapp zehn Prozent billiger, wie eine Erhebung der Arbeiterkammer zeigt. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Teebutter aus, die um 37 Prozent im Preis sank.
Auch bei anderen Produkten zeigt sich der Trend: Penne-Nudeln wurden um 19 Prozent günstiger, Gouda um 14 Prozent, und Mineralwasser kostete rund ein Achtel weniger. Von den 40 untersuchten Produkten verbilligten sich insgesamt 23, während zwei Artikel – passierte Tomaten und Taschentücher – ihren Preis hielten.
Warum die Mehrwertsteuersenkung den Ausschlag gibt
Der Hauptgrund für die sinkenden Preise liegt laut Arbeiterkammer in einer steuerlichen Änderung: Zum 1. Juli 2026 wurde die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent gesenkt. Diese Entlastung schlug sich direkt im Warenkorb nieder und erklärt einen Großteil des Preisrückgangs bei den getesteten Produkten.
Die Senkung betraf gezielt jene Lebensmittel, die im Alltag besonders häufig gekauft werden. Dass ausgerechnet Produkte wie Nudeln, Käse und Mineralwasser zu den größten Gewinnern zählen, passt zu diesem gezielten steuerlichen Eingriff.
Nicht jedes Produkt wurde günstiger
Trotz des positiven Gesamttrends stiegen 15 der 40 Produkte im Preis. Tafelessig verteuerte sich um 29 Prozent, Kartoffeln um 14 Prozent. Bei Markenware fällt die Bilanz dagegen umgekehrt aus: Hier kletterten die Preise binnen eines Jahres durchschnittlich um 5,3 Prozent nach oben, bei Emmentaler waren es sogar 31 Prozent.
Der Rückgang betrifft damit vor allem Grundnahrungsmittel, die von der Steuersenkung profitierten, während Markenartikel offenbar einer anderen Preisdynamik folgen. Wer nur auf bekannte Markenprodukte setzt, spürt die Entlastung also deutlich weniger.
Supermärkte bleiben teurer als Diskonter
Auch zwischen den Vertriebsformen gibt es spürbare Unterschiede: Bei Supermarktketten wie Billa, Spar und Interspar müssen Kunden im Durchschnitt elf Prozent mehr bezahlen als bei Diskontern wie Hofer und Lidl. Wer beim Wocheneinkauf sparen will, findet demnach bei Diskontern tendenziell die günstigeren Preise.