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Startseite Arbeit 9 Millionen Frauen in den Wechseljahren: Warum jede Dritte am Arbeitsplatz leidet

9 Millionen Frauen in den Wechseljahren: Warum jede Dritte am Arbeitsplatz leidet

Fast jede fünfte Frau über 55 zieht wegen Wechseljahresbeschwerden einen früheren Renteneintritt in Betracht – ein neuer Faktencheck zeigt, was Betriebe dagegen tun können.

Ein Schreibtisch mit Ventilator und Wasserglas steht sinnbildlich für die Herausforderungen durch Wechseljahre am Arbeitsplatz – Symbolbild, KI-erzeugt
Symbolbild, KI-erzeugt

In Deutschland befinden sich derzeit schätzungsweise neun Millionen Frauen in den Wechseljahren. Das Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz bleibt in vielen Betrieben jedoch ein Tabu: Offen diskutiert wird es laut dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) bislang selten. Das Institut hat nun einen Faktencheck veröffentlicht, der zeigt, wie stark die Lebensphase den Berufsalltag beeinflusst.

Der Faktencheck bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse und stellt ihnen praxisnahe Handlungsmöglichkeiten gegenüber. Damit richtet er sich sowohl an Beschäftigte als auch an Unternehmen, die bislang kaum über das Thema sprechen.

Wie viele Frauen sind betroffen?

Ein Drittel der befragten Frauen berichtet laut ifaa von Beeinträchtigungen im Berufsalltag durch Wechseljahresbeschwerden. Besonders deutlich wird die Belastung bei älteren Beschäftigten: Bei Frauen über 55 Jahren erwägen 19,4 % einen früheren Renteneintritt aufgrund von Wechseljahresbeschwerden, unter allen befragten Frauen liegt dieser Anteil bei 10 %.

Welche Folgen hat das für den Job?

Die Zahlen verdeutlichen, dass Wechseljahresbeschwerden nicht nur ein privates Thema sind, sondern Berufsverläufe beeinflussen können. Wenn fast jede fünfte ältere Frau einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben in Erwägung zieht, geht Unternehmen wertvolle Erfahrung verloren. Das Bundesministerium für Gesundheit ordnet Wechseljahre deshalb als Thema der Prävention, Gesundheitsförderung und Arbeitsgestaltung ein.

Was können Unternehmen und Beschäftigte tun?

Der Faktencheck nennt mehrere Ansatzpunkte, die Betrieben zur Verfügung stehen, ohne große Investitionen vorauszusetzen:

  • Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte können Beschäftigte in den Wechseljahren spürbar entlasten.
  • Bedarfsgerechte Pausen und ergonomische Arbeitsplätze mildern körperliche Beschwerden im Arbeitsalltag.
  • Anpassungen der Arbeitsumgebung im Rahmen betrieblicher Möglichkeiten erleichtern den Umgang mit Symptomen.
  • Eine unterstützende Führung und offene Unternehmenskultur schaffen die Grundlage, das Thema überhaupt ansprechen zu können.

Zu den individuellen Ratschlägen des Faktenchecks zählen genügend Schlaf, viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährungsweise sowie ein bewusster Umgang mit Stress. Beschäftigte sollten zudem vorhandene Gesundheitsangebote nutzen und sich über mögliche Behandlungsoptionen informieren.

Laut ifaa kann der Austausch mit Vorgesetzten, dem Betriebsarzt oder einer Vertrauensperson dabei unterstützen, welchen Unterstützungsbedarf jemand individuell hat.

Eine offene Gesprächskultur schafft demnach die Grundlage, um Unterstützung in dieser Lebensphase überhaupt zu ermöglichen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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