34 Hitzetage in Bulgarien: Warum Europas Hitze-Ungleichheit arme Regionen härter trifft
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Eine interaktive Karte des Momentum Instituts bündelt Daten aus 1.345 Regionen in Europa und zeigt, wie ungleich Hitzebelastung und soziale Situation über den Kontinent verteilt sind. Die Hitze-Ungleichheit zeigt sich dabei nicht allein an der Zahl der heißen Tage, sondern an deren Zusammenspiel mit Armut und Alter in den Regionen.
Die Zahl dahinter
Das Tool kombiniert sieben amtliche Datenquellen: drei Klimaindikatoren und vier Sozialindikatoren. Derzeit lassen sich 1.138 Regionen direkt miteinander vergleichen, weitere sollen folgen. Grundlage sind amtliche Klima- und Sozialstatistiken, die das Momentum Institut zu einer gemeinsamen Karte zusammengeführt hat.
Extreme in Südosteuropa
Die 15 Regionen mit der höchsten kombinierten Belastung liegen ausnahmslos in Bulgarien, Rumänien oder Griechenland. In Yambol in Bulgarien gab es zwischen 2015 und 2024 im Schnitt 34 Hitzetage pro Sommer, zugleich sind dort 27 % der Bevölkerung mindestens 65 Jahre alt.
In der übergeordneten Region ist mehr als jede vierte Person armutsgefährdet. Im rumänischen Dolj zählt die Karte rund 46 Hitzetage pro Sommer, auch hier liegt die Armutsgefährdung der Region bei über einem Viertel.
Österreichs Lage
Die Durchschnittstemperatur in Österreich liegt gegenüber der vorindustriellen Zeit um rund 2,9 bis 3,1 Grad Celsius höher, womit das Land die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Marke bereits hinter sich gelassen hat. Das Land erhitzt sich damit doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt.
Innerhalb Österreichs erreicht Wien laut der Karte die höchste kombinierte Belastung: durchschnittlich 20 Hitzetage pro Sommer treffen auf eine Armutsgefährdung von rund 25 %. Im Nordburgenland fällt die Zahl der Hitzetage mit rund 21 nahezu gleich hoch aus, während die Armutsgefährdung mit nur etwa 7 % deutlich geringer ausfällt als in Wien.
Was als Nächstes geplant ist
Das Momentum Institut kündigt eine Erweiterung der Karte um eine dritte Ebene an, die Schutzmöglichkeiten wie die Erreichbarkeit von Parks, Wiesen, Wäldern, Wasserflächen und Orten zum Abkühlen zeigen soll. Zusätzlich sollen einzelne Länderschwerpunkte mit weiteren Daten ergänzt werden.
Zudem soll künftig ein Schieberegler eingeführt werden, mit dem sich die heutige Situation mit Klimaszenarien für die Jahre 2035 und 2050 vergleichen lässt, die auf Berechnungen des Weltklimarates basieren. Vor der COP am 9. November 2026 fordert das Momentum Institut, Hitze-Ungerechtigkeit zunehmend als politische Priorität zu behandeln.