20 % der Handelsangestellten unter 2.500 Euro: Was hinter der Lohnlücke steckt
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Im österreichischen Handel verdient laut einer Analyse des Momentum Instituts jeder Fünfte der Angestellten weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das betrifft rund 76.200 Personen, deren Gehälter deutlich unter dem Niveau liegen, das in anderen Branchen üblich ist. Die Zahl fällt mitten in die laufenden Verhandlungen über die Handels-KV-Löhne, die über die Gehälter der kommenden Jahre entscheiden.
Jeder Fünfte im Handel verdient unter 2.500 Euro
Der mittlere Bruttostundenlohn für Angestellte im Handel liegt laut Momentum Institut bei 19,04 Euro und damit klar unter dem gesamtwirtschaftlichen Mittel von 23,09 Euro. Im Einzelhandel fällt der Wert mit 17,40 Euro noch niedriger aus, während der Großhandel mit 23,64 Euro über dem Durchschnitt liegt. Damit zeigt sich schon innerhalb des Handels ein deutliches Gefälle zwischen den Teilbranchen.
Einzelhandel zahlt deutlich weniger als Großhandel
Am stärksten unterscheiden sich die Löhne innerhalb des Handels selbst. Kassiererinnen und Kassierer verdienen im Mittel nur 15,52 Euro brutto pro Stunde – der niedrigste Wert unter den von Momentum Institut genannten Berufsgruppen. Im KFZ-Handel liegt der mittlere Stundenlohn dagegen bei 23,62 Euro und damit 0,53 Euro über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.
Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Jobs
Der Lohnunterschied im Handel hat laut Momentum Institut auch eine geschlechtsspezifische Seite. In den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen liegt der Frauenanteil bei 75 %. Im besser bezahlten KFZ-Handel beträgt der Frauenanteil dagegen nur 25 %. Damit sind Frauen in jenen Bereichen des Handels überrepräsentiert, in denen die Stundenlöhne am niedrigsten ausfallen.
Wien, Niederösterreich und Burgenland im Vergleich
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Niedriglöhnen im Handel. Momentum Institut hat ausgewertet, wie viele Frauen und Männer in einzelnen Bundesländern weniger als 2.500 Euro brutto monatlich verdienen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern fallen dabei in allen drei betrachteten Bundesländern ähnlich aus.
- In Wien verdienen 11.870 Frauen und 6.130 Männer im Handel weniger als 2.500 Euro brutto monatlich.
- In Niederösterreich sind es 10.180 Frauen und 3.240 Männer.
- In Burgenland liegen 1.440 Frauen und 660 Männer unter dieser Grenze.
Für die laufenden Verhandlungen über die Handels-KV-Löhne liefern diese Zahlen eine klare Ausgangslage. Beschäftigte in schlecht bezahlten Berufsgruppen wie dem Kassenbereich dürften bei den Lohnabschlüssen besonders im Blick stehen, zumal dort überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten.
Wie stark sich die Unterschiede zwischen Einzelhandel, Großhandel und KFZ-Handel in den kommenden Gehaltstabellen niederschlagen, hängt vom Ergebnis der Verhandlungen ab.