321 Tonnen Gold in einem Quartal: Warum Notenbanken trotz fallendem Preis zugreifen
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Notenbanken haben im dritten Quartal 2026 netto 321 Tonnen Gold gekauft, wie der World Gold Council (WGC) mitteilt. Das ist der höchste Quartalswert seit Ende 2024 – und das, obwohl der Goldpreis zu diesem Zeitpunkt deutlich unter seinem Rekordhoch vom Jahresanfang 2026 lag. Für Sparer, die Gold zur Absicherung halten, zeigt sich damit ein ungewöhnliches Bild: Die größten institutionellen Käufer greifen zu, während der Preis fällt.
Der Vergleich zeigt ein Plus von 42 Prozent
Der Goldpreis lag zu diesem Zeitpunkt bei 3.947 US-Dollar je Unze und damit rund 30 % unter dem Rekordhoch von 5.600 US-Dollar vom Jahresanfang 2026. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 stiegen die Zentralbankkäufe laut WGC um 42 %.
Zu Jahresbeginn 2026 waren die Käufe noch verhalten ausgefallen, zogen im zweiten und dritten Quartal aber deutlich an. Seit Jahresbeginn 2026 summierten sich die Käufe auf 675 Tonnen, leicht mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt das aktuelle Niveau klar über dem Fünfjahresdurchschnitt von 227 Tonnen pro Quartal.
China und Polen kaufen am meisten
Größter gemeldeter Käufer im dritten Quartal war China mit 63 Tonnen, gefolgt von Polen mit 40 Tonnen, wie der WGC ausweist. Die Nachfrage der Notenbanken blieb laut WGC auch im Verhältnis zu anderen Marktteilnehmern stark.
Gleichzeitig verzeichneten Gold-ETFs im dritten Quartal Zuflüsse von 211 Tonnen und erreichten damit ein Rekordniveau bei den Gesamtbeständen. Während institutionelle Käufer zulegten, ging die private Nachfrage nach physischem Gold in Form von Barren und Münzen weltweit zurück: In China stieg sie zwar, in Indien sank sie laut WGC deutlich.
Was Fachleute erwarten
Der Goldpreis bewegte sich zuletzt sprunghaft: Er fiel zeitweise auf 3.870 US-Dollar je Unze – den niedrigsten Stand seit Oktober 2025 –, erholte sich kurzzeitig auf 3.970 US-Dollar und notierte danach bei 3.909 US-Dollar.
Die Bank JPMorgan warnt vor weiteren Kursverlusten, hält aber die langfristigen Aussichten für Gold weiterhin für optimistisch. Für Notenbanken scheint der kurzfristige Kursverlauf demnach eine untergeordnete Rolle zu spielen, wenn es um den Aufbau ihrer Reserven geht.