Phantom Squatting: Wie KI-Halluzination Kriminellen 250.000 Domains liefert
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Die IT-Sicherheitsabteilung Unit 42 des Technologieunternehmens Palo Alto Networks analysierte das Ausmaß, in dem KI-Sprachmodelle fiktive Internetadressen generieren. Die Auswertungen verdeutlichen, dass bereits 13.229 der von den Systemen halluzinierten Webseiten von Cyberkriminellen registriert und mit schädlichen Inhalten bespielt wurden. Die IT-Experten definieren diese spezifische Angriffsmethode als Phantom Squatting.
Das Prinzip basiert auf einem simplen Ablauf: Die künstliche Intelligenz erfindet während der Textgenerierung täuschend echte Internetadressen, die in der Realität jedoch nicht registriert sind. Angreifer sichern sich diese Domains im Vorfeld und hinterlegen dort Phishing-Masken oder Schadsoftware. Folgen Anwender daraufhin den ungeprüften Empfehlungen des Chatbots, werden sie direkt auf die manipulierten Plattformen geleitet.
Woher die Zahl stammt
Die statistischen Daten entstammen einer wissenschaftlichen Erhebung von Unit 42, welche das Phänomen Phantom Squatting im Juni 2026 erstmals dokumentiert und benannt hat. Für diese Analyse überprüfte das Forschungsteam 685.339 Eingaben bezüglich 913 internationaler Marken, die an zwei unterschiedliche KI-Modellfamilien gerichtet wurden, und glich die ausgespuckten Webadressen mit existierenden Datenbanken ab.
Wie gefährlich ist Phantom Squatting für Unternehmen?
Besonders gefährdet sind laut Ondrej Kubovič Unternehmen, deren Mitarbeiter KI-gestützte Assistenten in Arbeitsabläufen nutzen oder externe KI-Dienste für Recherche einsetzen. Betroffen sind demnach vor allem webbasierte Prozesse in Support, Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT.
- Angreifer registrieren halluzinierte Domains gezielt so, dass sie an Firmennamen, Produkte oder Dienstleistungen angelehnt sind und einen offiziellen Unternehmensauftritt vortäuschen.
- Marken mit geringerem Bekanntheitsgrad sind zusätzlich stärker gefährdet, da falsche KI-generierte Verweise bei ihnen leichter unbemerkt bleiben.
- Autonome KI-Agenten verschärfen das Problem noch, weil sie halluzinierte Adressen selbstständig aufrufen und deren Inhalte weiterverarbeiten können, ohne dass ein Mensch die Adresse vorher prüft.
Was können Firmen jetzt gegen die Gefahr tun?
Unternehmen sollten Domain-Registrierungen rund um die eigene Marke und den Firmennamen beobachten und auffällige Adressen beim jeweiligen Hosting-Anbieter melden. Ondrej Kubovič empfiehlt außerdem interne und externe Penetrationstests, die gezielt die Anfälligkeit gegenüber Phantom Squatting bewerten.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.