157 von 279 Gemeinden top bewertet: Wo Kinderbetreuung in Oberösterreich noch hakt
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Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat einen neuen Kinderbetreuungsatlas veröffentlicht, der die Qualität der Betreuungsangebote in den Gemeinden des Bundeslandes vergleicht. Von den 279 teilnehmenden Gemeinden schafften 157 die beste Gesamtnote 1A. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, dass die Kinderbetreuung in Oberösterreich für viele Eltern je nach Wohnort sehr unterschiedlich ausfällt.
279 von 438 Gemeinden liefern Daten – 159 verweigern die Teilnahme
An der Erhebung der Arbeiterkammer nahmen 279 der insgesamt 438 oberösterreichischen Gemeinden teil. Bei 159 Gemeinden fehlen dagegen Daten, was etwa 36 % aller Gemeinden ausmacht. Im Vorjahr hatten noch 125 Gemeinden die Teilnahme verweigert, damit sind es im aktuellen Jahr 34 Gemeinden mehr, die keine Auskunft gaben.
Für die Bestnote 1A mussten die Gemeinden acht bis neun der untersuchten Kriterien erfüllen. 18 teilnehmende Gemeinden landeten dagegen in den niedrigsten Kategorien C oder D. Damit klafft zwischen den besten und den schwächsten Gemeinden eine deutliche Lücke.
Bei Kleinkindern erreichen nur 31 Gemeinden die Bestnote
Besonders groß sind die Unterschiede bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Die Spitzenkategorie 1A schaffen lediglich 31 Gemeinden, während 141 weitere immerhin Kategorie A erreichen; in der Unter-Drei-Betreuung landen 75 Gemeinden in Kategorie B und 32 Gemeinden nur bei C oder D.
Dazu kommt ein strukturelles Problem bei den Öffnungszeiten: 80 der teilnehmenden Gemeinden halten ihre Kindergärten länger geschlossen, als es die gesetzlich zulässigen fünf Wochen pro Jahr erlauben. Für berufstätige Eltern bedeutet das zusätzliche Betreuungslücken außerhalb der offiziellen Schließtage.
Schulkinder profitieren seltener von Topbetreuung
Bei Drei- bis Sechsjährigen sieht die Bilanz besser aus: 100 Gemeinden erreichen hier die höchste Kategorie 1A, weitere 82 Gemeinden die Kategorie A. Damit liegt die Mehrheit der teilnehmenden Gemeinden bei dieser Altersgruppe in den oberen beiden Kategorien.
Bei Schulkindern wird es erneut schwieriger: In der Nachmittags- und Ferienbetreuung schaffen lediglich 93 Gemeinden die Bestnote A, während 186 der teilnehmenden Gemeinden nur die Anforderungen von Kategorie B oder weniger erfüllen. Damit bleibt die Betreuung außerhalb der Unterrichtszeit vielerorts ausbaufähig.
Was die Arbeiterkammer fordert
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert als Konsequenz aus den Zahlen einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsgeprüften Betreuungsplatz. Dieser soll Kinder bereits ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Abschluss der Volksschule absichern und so die Betreuungslücken in beiden Altersgruppen schließen.
Für Eltern in Oberösterreich bedeutet das aktuelle Bild: Wie gut die Kinderbetreuung funktioniert, hängt stark von der Wohngemeinde ab. Wer in einer der 157 Spitzengemeinden lebt, findet bessere Bedingungen vor als Eltern in Gemeinden, die gar keine Daten geliefert haben.
Zusammenfassung in Zahlen
- 279 von 438 oberösterreichischen Gemeinden nahmen an der Erhebung teil, 159 Gemeinden lieferten keine Daten.
- 157 teilnehmende Gemeinden erreichten die Gesamtbewertung 1A, 18 Gemeinden landeten in den Kategorien C oder D.
- Nur 31 Gemeinden erfüllen bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren die höchste Kategorie 1A.
- 93 Gemeinden bieten bei Schulkindern die beste Nachmittags- und Ferienbetreuung, 186 Gemeinden liegen darunter.
- In 80 Gemeinden sind Kindergärten länger geschlossen, als es das Gesetz mit fünf Wochen pro Jahr vorsieht.