33 Grad im Schlafraum: Wie groß ist die Gefahr für Hitzetote in Wien?
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In einem Schlafraum eines städtischen Wiener Seniorenheims wurden Mitte Juni fast 33 Grad Celsius gemessen. Der Wert stammt aus einer Prüfung des Stadtrechnungshofs Wien, der drei städtische Pensionistenheime auf ihre Sommertauglichkeit untersucht hat. Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede beim Hitzeschutz und damit auch beim Risiko für Hitzetote in Wien.
- Ein 2021 generalsaniertes Heim bietet dank Flächenkühlung ein angenehmes Raumklima.
- Ein 2006 erneuertes Heim hat keine flächendeckenden Außenjalousien, südseitige Wohnungen werden „sehr heiß“.
- Ein 1984 errichtetes Heim wurde mit rund 80 Split-Klimageräten nachgerüstet und gilt seither als zufriedenstellend.
- Eine Modernisierung des schlechter ausgestatteten Hauses ist laut Rechnungshof erst nach 2030 geplant.
Die Zahl und woher sie stammt
Geprüft wurde, wie gut die Häuser auf sommerliche Hitzewellen vorbereitet sind. Genau diese Frage entscheidet darüber, wie real die Gefahr für Hitzetote in Wien bei älteren, pflegebedürftigen Menschen tatsächlich ist.
Der Vergleich zwischen den drei Heimen zeigt die Unterschiede
Die Prüfung offenbart ein deutliches Gefälle zwischen den Standorten. Das 2021 generalsanierte Haus verfügt über eine Flächenkühlung und bietet den Bewohnern auch bei hohen Außentemperaturen ein angenehmes Wohnklima. Das 2006 erneuerte Heim schneidet dagegen schlecht ab: Es fehlen flächendeckende Außenjalousien oder andere wirksame Kühlungsmaßnahmen, laut Stadtrechnungshof Wien ist die Wohnsituation besonders in südseitigen Wohnungen im Sommer „sehr heiß“ und nicht zufriedenstellend.
Das dritte, 1984 errichtete Heim wurde nachträglich mit rund 80 Split-Klimaanlagen-Innengeräten ausgestattet. Laut Stadtrechnungshof Wien besteht seither Zufriedenheit mit den klimatischen Bedingungen im Sommer.
Woran der mangelnde Hitzeschutz in Pensionistenheimen liegt
Die Baujahre der Heime erklären einen Teil der Unterschiede. Ältere Häuser wurden ohne die heutigen Anforderungen an Kühlung und Beschattung errichtet. Im Fall des 2006 erneuerten Standorts soll eine umfassende Modernisierung laut Stadtrechnungshof erst nach 2030 erfolgen – bis dahin bleibt die Ausstattung lückenhaft.
Fachleute weisen zudem auf körperliche Gründe hin, warum ältere Menschen besonders gefährdet sind: Senioren schwitzen weniger als jüngere Menschen, wodurch ihr Körper schneller überhitzen kann, erklärt Simon Bluma. Hinzu kommt, dass ältere Menschen oft kein ausgeprägtes Durstgefühl mehr haben, was laut Bluma das Risiko einer Dehydration bei Hitze erhöht.
Was Betreiber gegen die Hitzegefahr unternehmen
In den städtischen Häusern zum Leben wurden nach Angaben der Betreiber bereits Wand- und Deckenkühlsysteme sowie gekühlte Aufenthaltsräume eingebaut, darunter auch sogenannte Wohnzimmer für Menschen mit demenziellen Erkrankungen. Beim Haus Rossau soll künftig eine begrünte Fassade als Pilotprojekt die Umgebungsluft verbessern und als Kühlinsel wirken.
Zusätzlich setzen die Häuser zum Leben auf bepflanzte Gärten mit Teichen und Bäumen, zentrale Trinkbrunnen sowie tägliche Ess- und Trinkprotokolle der Bewohner im Sommer. Die hauseigene Forschungsküche entwickelte zudem einen Flüssigkeitsriegel gegen hitzebedingte Appetitlosigkeit, dessen Flüssigkeit laut Hersteller vollständig vom Körper aufgenommen wird. Auch andere Träger reagieren: In den Kolpinghäusern tragen Senioren kühle Kleidung, bekommen ausreichend Flüssigkeit und kalte Fußbäder, in den Caritas-Pflegeheimen werden Innenräume klimatisiert und Terrassen beschattet.
Was die Lücken beim Hitzeschutz für Angehörige bedeuten
Für Angehörige von Heimbewohnern zeigt die Prüfung, dass die Qualität des Hitzeschutzes stark vom Baujahr und von bereits erfolgten Nachrüstungen abhängt. Wer einen Platz in einem älteren, noch nicht modernisierten Haus hat, sollte bei Hitzewellen gezielt nach vorhandenen Kühlmöglichkeiten und Trinkprotokollen fragen. Bis zur angekündigten Modernisierung nach 2030 bleibt die Verantwortung für kurzfristige Abhilfe – etwa durch mobile Klimageräte oder verstärkte Betreuung – bei den einzelnen Häusern.
Zusammenfassung in Zahlen
- Fast 33 Grad Celsius wurden Mitte Juni in einem Schlafraum gemessen.
- 3 städtische Seniorenheime hat der Stadtrechnungshof Wien geprüft.
- 80 Split-Klimageräte wurden in einem 1984 errichteten Heim nachgerüstet.
- Eine umfassende Modernisierung des schlechter ausgestatteten Hauses ist erst nach 2030 geplant.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.