28.000 zu 11.000: Wohnungsbau Berlin in Zahlen seit 1928
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Im Jahr 1928 wurden in Berlin 28.000 Wohnungen fertiggestellt, 2025 waren es nur noch 11.000. Diese Zahlen zum Wohnungsbau in Berlin stammen aus der Zeit, aus der auch die neu zum UNESCO-Welterbe erklärte Waldsiedlung Zehlendorf stammt.
- 1928: 28.000 fertiggestellte Wohnungen in Berlin
- 2025: nur noch 11.000 fertiggestellte Wohnungen
- 1924 bis 1931: rund 140.000 Wohnungen unter Stadtbaurat Martin Wagner entstanden
- Juli 2026: Waldsiedlung Zehlendorf wird siebte Welterbe-Siedlung der Berliner Moderne
28.000 zu 11.000: Der Wohnungsbau in Berlin im historischen Vergleich
Die Differenz zwischen den beiden Jahren fällt deutlich aus: 1928 entstanden in Berlin mehr als doppelt so viele Wohnungen wie 2025. Insgesamt wurden zwischen 1924 und 1931 unter Stadtbaurat Martin Wagner rund 140.000 Wohnungen errichtet, ein Teil davon in den heute als Welterbe anerkannten Siedlungen der Berliner Moderne. Die Waldsiedlung Zehlendorf, zwischen 1926 und 1932 gebaut, umfasst insgesamt 1.917 Wohneinheiten, davon 809 Einfamilienhäuser und der Rest Mehrfamilienhäuser mit bis zu drei Geschossen.
Wie die Hauszinssteuer den Bauboom der Weimarer Republik finanzierte
Möglich wurde der große Wohnungsbau durch die 1924 eingeführte Hauszinssteuer. Sie wurde von Hauseigentümern erhoben, weil diese durch die Hyperinflation ihre Altschulden verloren hatten. Mit diesen Mitteln ließen sich die großen Siedlungsprojekte der 1920er Jahre finanzieren, darunter auch die Hufeisensiedlung mit rund 2000 Wohnungen, darunter 679 Reihenhäuser, auf nur wenigen standardisierten Grundrisstypen basiert. Für die Errichtung der Hufeisensiedlung und der Waldsiedlung Zehlendorf zeichnete die Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft, kurz Gehag, verantwortlich.
Waldsiedlung Zehlendorf: Welterbe als Vorbild für bezahlbaren Wohnraum
Das UNESCO-Welterbekomitee nahm die Waldsiedlung Zehlendorf im Juli 2026 in die Welterbeliste auf. Damit umfasst die Welterbestätte Siedlungen der Berliner Moderne nun insgesamt sieben Siedlungen. Federführend bei der Planung war der Architekt Bruno Taut, unterstützt von Hugo Häring und Otto Rudolph Salvisberg. Tauts Vision folgte dem Leitmotiv Licht, Luft und Sonne und verband offene Architektur mit Grünflächen. Heute leben etwa 4.000 Menschen in der im Volksmund „Papageiensiedlung“ genannten Anlage, benannt nach den bunten Fassaden in Gelb, Blau, Grün und Bordeauxrot. Dem Designer und Welterbe-Vermittler Ben Buschfeld zufolge boten die Siedlungen der 1920er Jahre Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen eine deutlich bessere Wohnqualität.
Was die Zahlen für bezahlbaren Wohnraum in Berlin heute bedeuten
Die historischen Zahlen zum Wohnungsbau in Berlin werfen die Frage auf, warum heute weniger gebaut wird als vor fast hundert Jahren. Die Welterbesiedlungen gehören inzwischen zum Portfolio des Dax-Konzerns Vonovia, nachdem die Deutsche Wohnen SE sie 2021 übernommen hatte. Berlins Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler bezeichnet die Siedlungen der 1920er Jahre dennoch als wegweisend für modernes Bauen mit hoher Qualität und einfachen Mitteln. In diesem Jahr trat das Berliner Gesetz für einfaches Bauen in Kraft. Die Gewobag lässt derzeit an der Landsberger Allee einen Modulbau-Komplex mit 1.548 Wohnungen errichten – ein Signal, dass sich die Zahlen zum Wohnungsbau in Berlin wieder bewegen könnten.
Zusammenfassung in Zahlen
- 28.000 Wohnungen: Fertigstellungen in Berlin im Jahr 1928
- 11.000 Wohnungen: Fertigstellungen in Berlin im Jahr 2025
- 140.000 Wohnungen: Bautätigkeit zwischen 1924 und 1931 unter Martin Wagner
- 1.917 Wohneinheiten: Größe der neuen Welterbe-Siedlung Waldsiedlung Zehlendorf
- 1.548 Wohnungen: Modulbau-Komplex der Gewobag an der Landsberger Allee im Bau
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.