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Startseite Erklärt Warum sagt der Median beim Gehalt mehr als der Durchschnitt?

Warum sagt der Median beim Gehalt mehr als der Durchschnitt?

Der Median trennt die obere von der unteren Hälfte und reagiert kaum auf einzelne sehr hohe Gehälter. Der Durchschnitt wird davon nach oben gezogen, deshalb verdient die Mehrheit weniger als das Durchschnittsgehalt.

Der Median teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Hälften und bleibt von wenigen Spitzengehältern fast unberührt. Der Durchschnitt dagegen rechnet jeden Euro an der Spitze mit ein und liegt deshalb über dem, was die meisten verdienen.

Ein einziges Gehalt verschiebt nur den Durchschnitt

Fünf Personen verdienen im Jahr 30.000, 35.000, 40.000, 45.000 und 50.000 Euro. Durchschnitt und Median liegen beide bei 40.000 Euro. Nun steigt das höchste Gehalt von 50.000 auf 250.000 Euro:

Vorher Nachher
Durchschnitt 40.000 € 80.000 €
Median 40.000 € 40.000 €

Nachher hat sich der Durchschnitt verdoppelt, obwohl vier von fünf Personen keinen Euro mehr bekommen. Nur der Median beschreibt noch, was in der Mitte verdient wird.

Deutschland zeigt genau dieses Muster

Für Vollzeitbeschäftigte nennt das Statistische Bundesamt für 2025 einen Median beim Bruttojahresverdienst von 54.066 Euro und einen Durchschnitt von 64.441 Euro. Das sind gut 10.000 Euro Abstand. Das oberste Zehntel beginnt bei 100.719 Euro, das unterste endet bei 33.828 Euro. Die obere Grenze ist also deutlich weiter vom Median entfernt als die untere, und genau das zieht den Durchschnitt nach oben.

Auch beim Monatsgehalt gilt: Das Durchschnittsgehalt von Vollzeitkräften lag im April 2025 bei 4.784 Euro brutto, doch nur etwa ein Drittel verdiente mehr. Rund zwei Drittel lagen darunter. Statistiker nennen eine solche Verteilung rechtsschief.

Auch der Median hat Grenzen

Er sagt nichts darüber aus, was am oberen oder unteren Rand geschieht. Steigen nur die höchsten Gehälter, bleibt er stehen. Wer die Spreizung wissen will, braucht weitere Werte wie die Grenzen der untersten und obersten Zehntel.

Prüfen Sie außerdem, für wen eine Zahl gilt. Die 54.066 Euro beziehen sich nur auf Vollzeitkräfte, die 2025 mindestens sieben Monate beschäftigt waren, und enthalten steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Teilzeitkräfte fehlen. Der Vergleich mit dem eigenen Bruttomonatsgehalt ohne Sonderzahlungen hinkt deshalb. Zudem hängt der Wert an Branche und Region: Im Westen lag der Median 2025 bei 55.435 Euro, im Osten ohne Berlin bei 46.013 Euro.

Das Prinzip gilt überall, auch in Österreich: Immer wenn wenige sehr hohe Werte auf viele mittlere treffen, liegt der Durchschnitt über dem Median. Beim Nettovermögen der deutschen Haushalte lag der Durchschnitt 2023 laut Bundesbank sogar beim 3,1-Fachen des Medians.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Rentenberatung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

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