42 Prozent der Ackerfläche: Warum sich Hightech-Landwirtschaft schon heute auszahlt
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Weltweit lohnt sich der Einsatz von Robotern, Drohnen und KI-gestützten Systemen in der Landwirtschaft bereits auf 42 % der Ackerfläche. Das zeigt eine internationale Studie der Universität Bonn, veröffentlicht in der Fachzeitschrift PNAS.
Die Datengrundlage der Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von über 8.000 Experten aus dem Bereich der digitalen Agrarwirtschaft sowie der Analyse von mehr als 4.000 Betrieben, die bereits Technologien wie smarte Bewässerung, automatisierte Feldroboter oder drohnenbasierte Feldanalysen gewinnbringend nutzen.
Die Forscher untersuchten fünf Technologiekategorien: autonome Bewässerungssysteme, Unkraut-Roboter, drohnengestützte Feldkartierung, Maschinen mit automatischer Dünger- und Pestizidausbringung sowie GPS-Lenksysteme. Aus den Daten entstand ein Modell, das zeigt, wo sich Agrartechnik schon jetzt rechnet und wie sich das in den kommenden Jahrzehnten entwickeln könnte.
Westeuropa, Kanada, USA und Australien liegen bei der Rendite vorn
Die höchste Wirtschaftlichkeit von Smart Farming besteht laut der Studie in Westeuropa, Kanada, den USA und Australien. Dort sind Einkommen und Bildungsniveau hoch, die Felder groß und die Umweltauflagen streng.
Anders sieht es südlich der Sahara aus. Besonders profitabel sind intelligente Bewässerungssysteme zudem in Regionen, die unter Wassermangel leiden, während Smart Farming generell dort an Wert gewinnt, wo Dürren oder Überdüngung zu Umweltproblemen führen.
Strenge Umweltauflagen entscheiden über die Rentabilität
Der wichtigste Einflussfaktor in den Modellen der Studie sind laut Roman strikte Umweltauflagen. Je strenger die Vorgaben für Düngung und Pflanzenschutz, desto eher zahlt sich der Umstieg auf datengestützte Agrartechnik aus, weil sie hilft, Auflagen einzuhalten und gleichzeitig Kosten zu senken.
Das zeigt sich auch in den Zukunftsszenarien der Forscher: Bleiben die Rahmenbedingungen wie heute, könnte der Anteil wirtschaftlich rentabler Hightech-Landwirtschaft in den nächsten 20 Jahren auf 50 % steigen. Werden Umweltauflagen dagegen gelockert, sinkt der Anteil den Berechnungen zufolge auf 31 %.
Forscher erwarten bei strengeren Auflagen einen Anstieg auf bis zu 75 Prozent
Das Gegenszenario fällt deutlich optimistischer aus: Werden Umweltauflagen in den kommenden Jahrzehnten strenger, könnte der Anteil profitabler Hightech-Landwirtschaft auf bis zu 75 % der weltweiten Ackerfläche wachsen.
Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Exzellenzclusters PhenoRob, der 2019 gegründet wurde, sowie vom European Research Council mit dem Grant 101075824.
Was die Zahlen für Landwirtschaft und Politik bedeuten
Für Betriebe in Regionen mit strengen Umweltauflagen zeigt die Studie, dass sich Investitionen in Agrartechnik schon heute rechnen können, vor allem durch eingesparte Dünger- und Pflanzenschutzkosten. Für Regionen mit geringeren Auflagen oder kleinteiliger Landwirtschaft bleibt die Rendite dagegen unsicherer, solange passende Technik und Rahmenbedingungen fehlen.