912 weiße Kreuze in der Steiermark: Was die Zahl über Unfallrisiken verrät
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In der Steiermark erinnern seit Kurzem 912 weiße Kreuze an Straßen und Bahnübergängen an tödliche Verkehrsunfälle. Sie markieren Stellen, an denen Menschen in den vergangenen beiden Jahrzehnten ums Leben kamen. Die Aktion des Landes soll zeigen, wie real das Unfallrisiko im Alltag bleibt.
Wie viele Menschen das betrifft, zeigt die Bilanz der Jahre 2006 bis 2025: In diesem Zeitraum starben in der Steiermark 1.568 Menschen bei insgesamt 1.468 Verkehrsunfällen.
Woher stammt die Zahl der 1.568 Verkehrstoten?
Der Straßenerhaltungsdienst des Landes hat die Kreuze steiermarkweit aufgestellt. Sie beziehen sich auf zwei Unfalltypen: Auf Landesstraßen im Freiland starben in den 20 Jahren 860 Menschen bei 799 Unfällen, an Eisenbahnkreuzungen kamen 57 Menschen ums Leben. An fünf Unfallstellen war das Aufstellen eines Kreuzes nicht möglich, weil bauliche Veränderungen dies unmöglich oder nicht sinnvoll machten.
Wie hat sich die Zahl seit 2006 entwickelt?
Im Jahresvergleich zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Während 2006 auf den steirischen Freiland-Landesstraßen noch 59 Unfalltoten zu beklagen waren, sank diese Zahl bis 2025 auf 38. Die Zahl der Getöteten ist damit über die beiden Jahrzehnte deutlich gesunken, bleibt mit Dutzenden Toten pro Jahr aber weiterhin hoch.
Wer ist auf den Straßen am stärksten gefährdet?
Die Auswertung der 1.568 Todesfälle zeigt, welche Verkehrsteilnehmer besonders betroffen sind. Die Verteilung auf die Fahrzeugarten macht deutlich, wo das Risiko am größten ist:
- 51 % der Todesopfer waren Pkw-Insassen.
- 27 % der Todesopfer fuhren Motorrad.
- Etwa jeder elfte Todesfall (9 %) betraf Fußgänger.
- 6 % der Todesopfer nutzten Fahrrad, E-Scooter oder E-Bike.
Auch Umstände und Zeitpunkt der Unfälle folgen einem Muster: 75 % der Todesfälle ereigneten sich auf trockener Fahrbahn, 61 % bei Tageslicht. Deutlich mehr als drei Viertel (78 %) der Todesfälle betrafen Männer – ein Hinweis darauf, dass schlechtes Wetter oder Dunkelheit allein die Unfälle nicht erklären.
Was die Aktion bewirken soll
Laut Verkehrslandesrätin Claudia Holzer soll die Aktion das Bewusstsein dafür schärfen, dass Unachtsamkeit, Ablenkung und nicht angepasste Geschwindigkeit tragisch enden können. Begleitet wird die Kampagne nach Angaben von Verkehrssicherheitsexpertin Maria Knauer-Lukas durch Kurzvideos auf Social-Media-Kanälen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.