62 % zufrieden mit dem Gesundheitssystem: Warum der Wert so stark gesunken ist
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Nur noch 62 % der Menschen in Deutschland bewerten das Gesundheitssystem positiv. Die Zustimmung ist damit auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen. Als häufigsten Grund für ihre Kritik nennen die Befragten lange Wartezeiten auf einen Arzttermin.
Grundlage der Zahlen ist der DAK-Monitor, für den das Institut für Demoskopie Allensbach Menschen zur Lage der Gesundheitsversorgung befragt hat. Die Erhebung zeigt nicht nur, wie stark die Zufriedenheit gesunken ist, sondern auch, woran das aus Sicht der Befragten liegt.
Wie stark ist der Rückgang der Zufriedenheit?
Der Anteil kritischer Stimmen ist von 2020 bis 2026 von 11 % auf 35 % gestiegen. Zwischen 2012 und 2022 lag die Zustimmung noch durchgehend über 80 %, womit der aktuelle Wert den niedrigsten Stand seit 15 Jahren markiert.
Auch das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser hat gelitten: 2022 vertrauten noch 43 % den Kliniken uneingeschränkt, aktuell sind es nur noch 33 %. Beide Werte zeigen, dass der Vertrauensverlust nicht auf einen einzelnen Bereich beschränkt bleibt.
Welche Ursachen nennen die Befragten?
Ein zentraler Punkt ist der Ärztemangel: 2011 nahmen 13 % der Bevölkerung einen Mangel an Ärzten in ihrer Region wahr, inzwischen sind es 36 %. In Ostdeutschland berichtet sogar mehr als jeder Zweite, also 57 %, von diesem Problem. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt zudem an, in den vergangenen zwei bis drei Jahren schlechtere Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung gemacht zu haben als früher.
Besonders groß ist der Ärger über die Terminvergabe: Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, in den zurückliegenden Jahren wiederholt sehr lange auf einen Arzttermin gewartet zu haben, ein Anstieg um 15 Prozentpunkte gegenüber 2016. Für 72 % der Befragten sind lange Wartezeiten damit das häufigste Problem im Alltag mit dem Gesundheitssystem.
Wie blicken die Menschen in die Zukunft?
Die Stimmung bleibt pessimistisch: 59 % erwarten, dass sich die Versorgung in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Gleichzeitig ist der Ruf nach Reformen lauter geworden: Zwei Drittel, also 67 %, halten eine umfassende Reform des Gesundheitssystems für notwendig. Vor zehn Jahren teilten nur 41 % diese Einschätzung.
Auch die Politik bekommt schlechte Noten: 61 % haben keinen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik der Bundesregierung – der schlechteste Wert seit 2009. Besonders skeptisch sind die Befragten bei der geplanten Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge.
Zusammenfassung in Zahlen
- Die repräsentative Erhebung wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Zeitraum vom 18. bis 30. April 2024 unter 1.015 Teilnehmern ab 16 Jahren durchgeführt und bildet das Fundament des aktuellen Monitors.
- Lediglich eine Minderheit von 10 % der Bevölkerung geht davon aus, dass die Sätze der gesetzlichen Krankenversicherung in absehbarer Zeit konstant bleiben.
- Ein Anteil von 68 % hat mittlerweile die Erwartung aufgegeben, dass eine dauerhafte Stabilisierung der Abgabenbelastung gelingen kann.
- Ungeachtet der Systemkritik bekennen sich weiterhin deutliche 74 % der Bürger nachdrücklich zum geltenden Solidarprinzip innerhalb der gesetzlichen Kassen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.