Diesel-Knappheit bis 2027: Warum die IEA keine schnelle Entspannung sieht
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Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einer anhaltenden Diesel-Knappheit, die sich frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 auflösen soll. Schon im vierten Quartal 2026 wird die weltweite Nachfrage nach Gasöl das verfügbare Angebot übersteigen. Für Autofahrer, Speditionen und Industriebetriebe bedeutet das: Die Dieselpreise bleiben auf absehbare Zeit hoch.
Die Warnung der IEA
Die Energieagentur spricht von erheblichem Druck auf den Diesel- und Heizölmarkt. Laut ihrer Einschätzung bleibt die Versorgung bis weit ins Jahr 2027 hinein knapp, solange sich der Iran-Konflikt nicht entspannt. Die IEA geht derzeit nicht davon aus, dass dieser Konflikt in den kommenden Monaten beigelegt wird.
Vergleich zum Rohöl
Die Dieselreferenzpreise liegen inzwischen fast doppelt so hoch wie der Rohölpreis und auch doppelt so hoch wie vor der Krise. Der Rohölpreis selbst notiert aktuell über 105 US-Dollar je Fass, Anfang 2026 waren es noch rund 60 Dollar. Seit Kriegsbeginn sind die Dieselpreise laut IEA um 70 % gestiegen.
In den USA überschritt der Pumpenpreis für Diesel im September erstmals 6 US-Dollar je Gallone. In der Schweiz kostet ein Liter Diesel im nationalen Schnitt derzeit 2,40 Franken, an vielen Tankstellen auch 2,50 Franken oder mehr, wie der Touringclub TCS mitteilt.
Ursachen der Knappheit
Die kombinierten Gasölexporte aus dem Mittleren Osten und Russland sind binnen eines Jahres um mehr als 60 % gesunken und liegen nur noch bei rund 820.000 Barrel pro Tag. Insgesamt fehlen dem Markt dadurch etwa 1,3 Millionen Barrel täglich. Mitverantwortlich sind Drohnenangriffe, die russische Ölraffinerien beschädigt haben. Die IEA nennt zudem fehlende Raffineriekapazitäten als zentralen Grund für die Engpässe.
Der Branchenverband Avenergy sieht vor allem den Iran-Krieg als Ursache für die hohen Dieselpreise, den Ukraine-Krieg stuft er als weniger ausgeprägten Faktor ein. US-Präsident Donald Trump kündigte eine Lockerung der russischen Exportbeschränkungen an; die IEA bewertet diesen Schritt jedoch als unwesentlich für das globale Ölmarktgleichgewicht, da die russischen Einschränkungen vor allem am Mangel an betriebsbereiten Raffinerien liegen.
Folgen für Verbraucher
Die Dieselbestände in den USA erreichten Ende September einen saisonalen 14-Jahres-Tiefstand. In Europa waren die kommerziellen Gasölbestände bereits 2024 auf ein 25-Jahres-Tief gefallen. Die G7-Staaten haben sich zu einer koordinierten Notfall-Bestandsfreigabe verpflichtet, doch von den im März zugesagten Mengen müssen noch 96 Millionen Barrel freigegeben werden.
Nach Einschätzung der IEA belasten die hohen Kraftstoffkosten Transport- und Warenpreise, die Kaufkraft der Verbraucher und die gesamte wirtschaftliche Aktivität. Trotzdem wird die Dieselnachfrage durch die Preisanstiege bislang kaum gebremst. Parallel zieht die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter deutlich an.