1,2 Prozentpunkte: IAB-Studie zeigt Jobverlust durch KI bei Berufseinsteigern
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Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liefert bisher keinen Hinweis darauf, dass KI branchenübergreifend Arbeitsplätze kostet.
Bei jungen Beschäftigten zeigt sich dennoch ein auffälliger Unterschied: In Berufen mit starker KI-Exposition fiel die Vollzeitbeschäftigung der 20- bis 29-Jährigen zwischen 2022 und 2025 um 1,2 Prozentpunkte deutlicher als in Berufen mit geringerer Betroffenheit. Bei älteren Altersgruppen verlief es umgekehrt.
Die Zahl stammt aus einer Auswertung des IAB, das Berufe nach ihrem Grad an KI-Exposition einteilt und die Beschäftigungsentwicklung seit 2022 vergleicht. Für die Gesamtbevölkerung zeigt sich seit diesem Jahr sogar ein günstigerer Verlauf in stark KI-betroffenen Berufen als in weniger betroffenen – ein allgemeiner Stellenabbau durch KI lässt sich daraus nicht ablesen.
5,8 Prozentpunkte mehr Wachstum bei den 30- bis 39-Jährigen
Der Unterschied zwischen den Altersgruppen fällt deutlich aus. Bei den 30- bis 39-Jährigen wuchs die Beschäftigung in KI-betroffenen Berufen um 5,8 Prozentpunkte stärker als in weniger betroffenen Feldern.
Bei den 40- bis 64-Jährigen betrug der Vorsprung 5 Prozentpunkte. In Berufsfeldern mit besonders starker KI-Exposition wie Recht und Medien lag das Beschäftigungswachstum der 30- bis 64-Jährigen laut der Studie deutlich über dem in weniger exponierten Berufen.
Nur bei den unter 30-Jährigen kehrt sich dieses Muster um. Der KI-Effekt auf die Beschäftigung junger Arbeitnehmer ist zwar statistisch nicht gesichert, verstärkt sich den Angaben des IAB zufolge aber mit der Zeit. Das Institut sieht darin ein Signal, das genauer beobachtet werden sollte, auch wenn die Studie selbst keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen KI und den gemessenen Beschäftigungsveränderungen nachweisen kann.
Konjunktur wiegt doppelt so schwer wie der KI-Effekt
Die Studie ordnet den Rückgang bei jungen Beschäftigten vor allem der schwachen Konjunktur zu. Laut IAB wirkt sich die flaue Wirtschaftslage auf junge Beschäftigte mehr als doppelt so stark aus wie ein möglicher Effekt durch KI. In wirtschaftlich schwächelnden Sektoren sank die Beschäftigung junger Arbeitnehmer zwischen 2022 und 2025 um 4,2 %.
Besonders deutlich zeigt sich der negative Zusammenhang zwischen KI-Betroffenheit und Beschäftigung bei jungen Arbeitnehmern im Verarbeitenden Gewerbe und in nicht akademisch geprägten Berufen. Solche Berufe sind im Durchschnitt allerdings ohnehin weniger KI-betroffen als akademische Tätigkeiten, was die Einordnung zusätzlich erschwert.
Was das IAB als Nächstes beobachten will
Die Studie kann auch nicht belegen, dass Unternehmen in den als KI-exponiert eingestuften Berufsfeldern tatsächlich künstliche Intelligenz einsetzen. Ein flächendeckender, durch KI ausgelöster Stellenabbau zeichnet sich bislang nicht ab.
Arntz kündigt an, den möglichen Einfluss von KI auf den Arbeitsmarkt über 2025 hinaus weiter zu beobachten. Wer als Berufseinsteiger in einem stark KI-betroffenen Feld arbeitet, sollte die Entwicklung also weniger als akuten Jobverlust durch KI lesen, sondern als Hinweis darauf, dass schwache Konjunktur und Berufswahl bislang stärker ins Gewicht fallen als die Technologie selbst.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.