232 Millionen Pakete in Österreich: Warum fast zwei Drittel davon aus Wien kommen
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Die Paketmenge in Österreich hat 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Die Österreichische Post stellte im Inland insgesamt 232 Millionen Pakete zu, wie das Unternehmen mitteilt. An einzelnen Dezembertagen lag das Zustellvolumen sogar bei 1,65 Millionen Sendungen an einem einzigen Tag.
Allein in Wien wurden 2025 rund 150 Millionen Pakete bewegt. Das bedeutet, dass fast zwei Drittel aller von der Post in Österreich zugestellten Pakete auf die Bundeshauptstadt entfallen. Würde man all diese Sendungen bei einer typischen Kantenlänge von 40 mal 40 Zentimetern hintereinanderlegen, ergäbe sich eine Strecke von etwa 59.600 Kilometern – ungefähr anderthalb Mal um die Erde.
150 Millionen Pakete in Wien sind 2,7-mal so viel wie 2014
Der Vergleich mit dem Jahr 2014 zeigt das Ausmaß des Wandels. Damals war das Paketaufkommen in Wien noch deutlich geringer; 2025 lag es rund 2,7-mal so hoch. Pro Werktag wurden zuletzt etwa 596.000 Pakete in der Stadt zugestellt.
Auf einzelne Haushalte heruntergerechnet, kamen 2025 durchschnittlich rund 130 Pakete pro Jahr an einer Wiener Adresse an. Das sind knapp elf Sendungen im Monat je Haushalt – deutlich mehr, als viele vermuten würden.
85 Prozent der Pakete gehen inzwischen an Privatpersonen
Woher kommt dieser Zuwachs? Ein zentraler Grund liegt in der Verschiebung zwischen Geschäftskunden und Privathaushalten. 2014 gingen 53 % aller Pakete an Privatpersonen, der Rest an Firmenadressen. 2025 lag dieser Anteil bereits bei 85 %.
Die Wirtschaftskammer Wien ordnet die Entwicklung über den reinen Online-Handel hinaus ein: Laut Christian Holzhauser von der Wirtschaftskammer Wien ist die Kurier-, Express- und Paketbranche längst mehr als ein Begleiter des Onlinehandels, sondern ein wesentlicher Teil der Versorgungsinfrastruktur für Haushalte, Handel, Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe.
Die Verteilung innerhalb der Stadt fällt dabei sehr ungleich aus: Auf nur 11 % der Wiener Stadtfläche, konzentriert in den Innenbezirken, landen 29 % sämtlicher Pakete, was je Quadratkilometer und Werktag etwa 3.770 Zustellungen bedeutet.
Fachleute erwarten bis 2040 bis zu 300 Millionen Pakete in Wien
Der KEP-Branchenreport 2026 geht davon aus, dass die Paketmenge in Wien weiter steigt. Bis zum Jahr 2040 könnten demnach zwischen 220 und knapp 300 Millionen Pakete jährlich in der Stadt bewegt werden.
Die Branche rechnet aber auch mit Bremsfaktoren: Sowohl die geplante Paketabgabe als auch der Wegfall der zollfreien Einfuhr für Sendungen von außerhalb der EU könnten Kunden zu vorsichtigerem Einkaufsverhalten bewegen.
Eine leichte Abschwächung des Wachstums gilt deshalb als wahrscheinlich, ein deutlicher Rückgang oder ein Ende des Wachstums wird im Branchenreport aber nicht vorausgesehen. Als Reaktion könnten Handelsplattformen künftig mehr Waren in Europa lagern, um Lieferketten zu verkürzen.
Für Verbraucher bedeutet das: Die Paketflut dürfte vorerst Alltag bleiben, auch wenn neue Abgaben einzelne Bestellungen teurer machen könnten. Wer online bestellt, sollte also mit weiterhin hohem Zustellaufkommen in dicht besiedelten Bezirken rechnen – und damit, dass sich an der Logistik rund um Paketboten in den kommenden Jahren noch einiges ändern wird.
Zusammenfassung in Zahlen
- Die Österreichische Post stellte 2025 insgesamt 232 Millionen Pakete in Österreich zu.
- In Wien allein wurden 2025 rund 150 Millionen Pakete bewegt, 2,7-mal so viele wie 2014.
- Der Anteil der Pakete an Privatpersonen stieg von 53 % im Jahr 2014 auf 85 % im Jahr 2025.
- Pro Wiener Haushalt kamen 2025 im Schnitt 130 Pakete an, knapp elf pro Monat.
- Bis 2040 könnten in Wien jährlich bis zu 300 Millionen Pakete zugestellt werden.