Inflation im September auf 3,6 Prozent: Warum Sprit an der Zapfsäule die Statistik treibt
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Die Inflationsrate in Österreich ist im September 2026 auf 3,6 % gestiegen. Hauptverantwortlich dafür sind höhere Treibstoff- und Heizölpreise, wie Statistik Austria mitteilt.
Ohne diese beiden Posten hätte die Teuerung im September nur bei 2,4 % gelegen. Damit zeigt sich: Ein einzelner Kostenblock reicht aus, um die gesamte Statistik spürbar zu verschieben. Wer regelmäßig tankt, bekommt die Teuerung derzeit deutlicher zu spüren als jemand, der vor allem für Lebensmittel oder Dienstleistungen zahlt.
Woher stammt die Zahl von 3,6 Prozent?
Die Angabe stammt aus der Schnellschätzung von Statistik Austria für September 2026. Sie markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vormonat, in dem die Inflationsrate noch 3,2 % betragen hatte. Im Jahresvergleich lagen die Treibstoffpreise im September um 34,8 % höher als im September des Vorjahres.
Die Preise im gesamten Verkehrssektor stiegen im September durchschnittlich um 10 %, nachdem sie im August bei weniger als einem Zehntel gelegen hatten. Damit beschleunigte sich die Verteuerung bei Mobilität innerhalb eines Monats deutlich. Auch in der Gastronomie zogen die Preise im Jahresvergleich an, mit 4,4 % im September nach 4,7 % im August – hier schwächte sich der Anstieg also leicht ab.
Warum steigt die Inflation gerade jetzt wieder?
Laut Statistik Austria ist der Dienstleistungsbereich insgesamt der bedeutendste Preistreiber der Inflation. Dazu kommen im September die stark gestiegenen Treibstoff- und Heizölpreise, die den Gesamtwert zusätzlich nach oben drücken. Lebensmittelpreise legten im Jahresvergleich dagegen nur moderat zu, um 0,4 % im September.
Einen Teil der Erklärung liefert die Zinspolitik: Die Europäische Zentralbank hatte den Leitzins nach der Hochinflationsphase in acht Schritten gesenkt, zuletzt im Juni 2025. Im Juni und im September 2026 erhöhte sie ihn jedoch wieder um je 0,25 Prozentpunkte, sodass der Leitzins seit dem 11. September 2026 bei 2,65 % liegt. Das deutet darauf hin, dass die Notenbank die erneute Teuerung ernst nimmt.
Wie ordnet sich die Entwicklung im Vergleich ein?
Zwischen 2000 und 2021 bewegte sich die Inflationsrate in Österreich meist zwischen 0,5 % und 3,3 % – ein vergleichsweise enges Band. Die Hochinflationsphase begann im Sommer 2021 und gipfelte im Januar 2023 mit 11,2 %, dem höchsten Wert der vergangenen 70 Jahre.
Seither ging die Rate zurück: Für das Gesamtjahr 2025 wird eine Inflationsrate von 3,6 % ausgewiesen, nach 2,9 % im Jahr 2024. Die Oesterreichische Nationalbank hatte im März 2026 für das laufende Jahr noch eine Rate von 2,7 % prognostiziert – der aktuelle Septemberwert liegt damit über dieser Erwartung.
- Die Inflationsrate 2022 betrug 8,6 %, 2023 noch 7,8 %.
- 2021 lag die Teuerung bei 2,8 %, 2020 noch bei 1,4 %.
- Im August 2025 hatte die Inflationsrate 4,1 % betragen.
- Geopolitische Faktoren wirken laut Statistik Austria weiterhin auf Öl- und Gaspreise.