70 Prozent Ernteausfall durch Hitze: Was das für Lebensmittelpreise bedeutet
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In Teilen Europas haben die Ernteausfälle durch die Hitze in diesem Sommer ein Ausmaß erreicht, das Landwirte seit Jahren nicht gesehen haben. In bestimmten Kulturen und Regionen liegen die Verluste bei bis zu 70 Prozent, wie der spanische Agrarbranchendienst eComercio Agrario unter Berufung auf Branchendaten berichtet. Besonders betroffen sind demnach Süd-, Mittel- und Westeuropa.
Nach Angaben des europäischen Bauernverbands Copa und Cogeca konzentrieren sich die stärksten Schäden auf Getreide, Obst, Wein und Oliven sowie auf die Viehzucht, wo Weideland und Futter knapp werden. Für Verbraucher in Deutschland und Österreich ist das relevant, weil ein Großteil der betroffenen Produkte auch hierzulande auf dem Teller landet oder als Futtermittel in die heimische Tierhaltung einfließt.
Woher die Zahl von 70 Prozent stammt
Die Zahl bezieht sich auf einzelne Kulturen in besonders stark betroffenen Produktionsgebieten, nicht auf die europäische Ernte insgesamt. Bei Mais etwa liegen die Verluste in Slowenien zwischen 50 und 70 Prozent, in Frankreich um 40 Prozent und in Italien bei etwa einem Fünftel bis einem Viertel. In italienischen Regenfallgebieten, die nicht künstlich bewässert werden, könnten die Maisverluste demnach sogar die 70-Prozent-Marke erreichen.
Getreide, Mais und Ölsaaten gelten demnach als die am stärksten betroffenen Kulturen. Auch Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse leiden, besonders dort, wo keine Bewässerung möglich ist.
Der Vergleich zwischen den Regionen zeigt große Unterschiede
Das Ausmaß der Schäden unterscheidet sich je nach Land erheblich. In Kroatien könnte die Obst- und Weinproduktion um etwa 30 Prozent unter den ursprünglichen Erwartungen liegen. Dort haben laut Copa und Cogeca mehr als 90 Prozent der Olivenhaine keine Bewässerungssysteme, was die Pflanzen der Hitze schutzlos aussetzt.
In Deutschland liegen die Weideverluste und der Futtermangel in den am stärksten betroffenen Gebieten zwischen 30 und 90 Prozent, in Ungarn bei mindestens 50 Prozent. Auch Frankreich, Slowenien, Spanien, Italien und Irland meldeten demnach Probleme bei der Futterverfügbarkeit für ihre Tierbestände.
Die Ursachen liegen in anhaltender Hitze und fehlender Bewässerung
Wiederholte extreme Hitzephasen im Sommer 2026 haben nach Angaben von Copa und Cogeca zu erheblichen Schäden in der europäischen Landwirtschaft geführt. Dauerhafte Kulturen wie Obstbäume und Weinreben zeigen Symptome von Hitzestress, Sonnenbrand, Fruchtfall sowie reduzierter Größe und Qualität der Ernte.
Auch die Tierhaltung bleibt nicht verschont: Die Milchproduktion ist in einigen Regionen um 10 bis 15 Prozent gesunken. Hitze beeinträchtigt laut Copa und Cogeca zudem das Wohlbefinden und die Fruchtbarkeit der Tiere und könnte sich langfristig auf die Herdengrößen auswirken.
Was das für Verbraucher in Deutschland und Österreich bedeuten könnte
Die gemeldeten Ernteausfälle durch die Hitze betreffen vor allem Grundnahrungsmittel wie Getreide und Mais sowie Futtermittel für die Tierhaltung. Sinkt das Angebot bei gleichbleibender Nachfrage, steigt erfahrungsgemäß der Druck auf die Preise – besonders bei Produkten, die stark von den betroffenen Anbaugebieten abhängen, etwa Mais, Milch und Olivenöl.
Wie stark sich das am Ende auf die Preise in deutschen und österreichischen Supermärkten auswirkt, hängt von weiteren Faktoren ab, etwa Lagerbeständen, Importen aus anderen Weltregionen und der Entwicklung in den kommenden Erntemonaten.