35 Prozent weniger Äpfel: Warum Österreichs Obsternte 2026 einbricht
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Österreichs Obsternte fällt 2026 um rund 30 % unter das Vorjahresniveau. Grund für die Ernteausfälle sind anhaltende Hitze und Trockenheit, die Landwirtschaft und Bauernvertreter übereinstimmend als Hauptursache nennen.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei Äpfeln: Die Apfelernte liegt 2026 etwa 35 % unter dem Vorjahr. Österreichweit werden rund 130.000 Tonnen Äpfel erwartet, davon allein rund 90.000 Tonnen in der Steiermark, dem wichtigsten heimischen Apfelanbaugebiet.
Der Vergleich zwischen den Kulturen zeigt große Unterschiede
Die Gemüseernte liegt insgesamt rund 40 % unter dem Vorjahr, doch nicht alle Kulturen trifft es gleich stark. Bei Zwiebeln und Karotten liegen die Ertragsausfälle laut Bauernvertretern bei rund 25 %, deutlich unter dem Durchschnitt. Beim Holunder dagegen könnte der Ernteausfall mehr als 50 % erreichen, in einzelnen Regionen gilt sogar ein Totalausfall nicht mehr als ausgeschlossen.
Auch bei Tiefkühlgemüse wie Spinat, Grünerbsen, Edamame und Gewürzkräutern liegt der Ertrag mindestens 30 % unter dem Vorjahr. Das niederösterreichische Ardo-Werk, das für rund 80 % der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion verantwortlich ist und von etwa 500 Gemüsebauern beliefert wird, soll im Sommer 2027 geschlossen werden. Der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die Ernte 2027 wurde im Marchfeld deshalb bereits nicht mehr durchgeführt.
Hitze und Wassermangel treiben die Kosten der Betriebe nach oben
Im geschützten Anbau unter Glas und Folie stoppten Temperaturen über 30 Grad im Juli und August das Wachstum der Pflanzen, besonders betroffen war der Tomatenanbau. Hohe Sonneneinstrahlung führt zudem zu Sonnenbrand, Notreife und geringerer Fruchtgröße – Hauptursachen für die Ertragsrückgänge im Obstbau.
Auch finanziell bekommen die Betriebe die Trockenheit zu spüren: Viele Höfe benötigen inzwischen doppelt bis fünfmal so viel Wasser wie in einem durchschnittlichen Jahr. Die Mehrkosten für Bewässerung, Energie und zusätzliche Arbeitsstunden belaufen sich je nach Kultur auf 300 bis 700 Euro pro Hektar.
Sinkende Wasserstände erhöhen zusätzlich den Energieaufwand für die Wasserförderung, und in östlichen Anbaugebieten gehen die Reserven in Speicherteichen vielerorts zur Neige.
Zusätzlich setzen Schädlinge den Pflanzen stärker zu: Bei warmer Witterung vermehren sich Spinnmilben, Thripse und Raupen deutlich rascher, gleichzeitig wird ihre Bekämpfung bei hohen Temperaturen komplizierter. Immerhin konnten gute Herbsterträge bei Salaten, Kohlgemüse sowie bei Gurken, Paprika und Melanzani einen Teil der sommerlichen Ausfälle wieder ausgleichen.
Was Bauernvertreter von der Politik erwarten
Darüber hinaus verlangt er langfristige Investitionen in eine zukunftsfähige Wasserinfrastruktur.
Auch der Österreichische Branchenverband für Obst und Gemüse und der Bundesgemüsebauverband schließen sich dieser Forderung an.