Gehaltsvergleich 2025: So weit liegt der eigene Verdienst vom Oberschicht-Einkommen entfernt
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Wer regelmäßig über sein Gehalt nachdenkt, stellt sich früher oder später die Frage, ab welchem Einkommen man tatsächlich zur Oberschicht gehört. Nach der Einkommensverteilung für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Jahr 2025 markieren 100.719 Euro brutto jährlich die Grenze zu den obersten 10 Prozent der Verdiener. Der mittlere Verdienst liegt deutlich darunter.
100.719 Euro trennen Normalverdiener von der Einkommensspitze
Die untersten 10 % der Vollzeitbeschäftigten kamen 2025 auf bis zu 33.828 Euro brutto im Jahr, während die obersten 10 % mindestens 100.719 Euro verdienten.
Zwischen diesen beiden Rändern liegt der Median von 54.066 Euro, also jener Wert, bei dem die eine Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere weniger verdient. Noch deutlicher wird der Abstand an der Spitze: Die obersten 1 % der Vollzeitbeschäftigten kamen auf mindestens 219.110 Euro brutto im Jahr.
Zwischen Ost und West liegen fast 10.000 Euro Unterschied
Auch die Region entscheidet mit darüber, wie nah jemand an der Einkommensspitze liegt. In Westdeutschland betrug der Median der Bruttojahresverdienste 55.435 Euro, in Ostdeutschland ohne Berlin dagegen nur 46.013 Euro.
Damit verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen im Median rund 17 % mehr als im Osten ohne Berlin. Wer die bundesweite Schwelle zur Einkommensspitze erreichen will, braucht im Osten also einen relativ größeren Sprung über den eigenen regionalen Durchschnitt.
Warum der Durchschnitt die wahre Lage verzerrt
Das arithmetische Mittel aller Bruttojahresverdienste liegt bei 64.441 Euro und damit rund 10.375 Euro über dem Median von 54.066 Euro. Der Grund dafür ist eine Rechtsschiefe der Einkommensverteilung: Eine vergleichsweise kleine Gruppe von Top-Verdienern zieht den Durchschnittswert spürbar nach oben, während die Mehrheit der Beschäftigten darunterliegt.
Ein Rechenbeispiel zeigt das Ausmaß: Wer zu den obersten 1 % zählt und 219.110 Euro brutto verdient, erhält damit etwa das 4,05-fache des Medianverdienstes von 54.066 Euro (219.110 Euro geteilt durch 54.066 Euro).
Ein Teil des Abstands zwischen den Geschlechtern lässt sich ebenfalls beziffern: Der unbereinigte Gender-Pay-Gap, also der Unterschied aller Gehälter ohne Anpassung an Beruf oder Erfahrung, liegt bundesweit bei etwa 16 %. Bereinigt um vergleichbare Tätigkeit, Qualifikation und Erfahrung sinkt er auf rund 6 %.
Wo das IW Köln die Mittelschicht ansetzt
Für die Einordnung des eigenen Status lohnt sich auch ein Blick auf die Mittelschicht, denn nicht jeder, der nicht zur Oberschicht zählt, gilt automatisch als einkommensschwach.
Nach der Definition des IW Köln (Institut der deutschen Wirtschaft) gehört ein Single bereits ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 1.850 Euro monatlich zur Mittelschicht. Eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern erreicht diesen Status laut IW Köln ab einem gemeinsamen Haushaltsnettoeinkommen von etwa 3.880 Euro monatlich.
Zwischen dieser Mittelschicht-Grenze und der Einkommensspitze liegt eine breite Zone, in der sich die meisten Erwerbstätigen einordnen lassen. Wer das eigene Bruttogehalt mit dem Median, den 100.719 Euro der obersten 10 % oder den 219.110 Euro der Top-1-%-Gruppe vergleicht, bekommt damit eine klare Orientierung, wie weit der eigene Verdienst tatsächlich von der Oberschicht entfernt liegt.