0,18 Prozent Seltene Erden in einer Bohrprobe: Was Tsodilo Resources in Botswana gefunden hat
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Bei vier untersuchten Bohrkernen aus der sogenannten C27-Skarn in Botswana wurde ein Höchstwert von 0,18 % Seltenerdelementen auf elementarer Basis gemessen. Diese Zahl stammt aus einer vorläufigen geochemischen und mineralogischen Charakterisierung, die das Botswana Institute for Technology Research & Innovation (BITRI) im Auftrag des Rohstoffunternehmens Tsodilo Resources durchgeführt hat.
Der Wert wurde in der Probe TREE-C27-6-119 festgestellt, die mit 1.794 ppm an der Summe der Seltenerdelemente und Yttrium (ΣREE+Y) den höchsten der vier untersuchten Werte lieferte.
Die kritischen Seltenerdelemente – also jene, die auf internationalen Verknappungslisten stehen – machten in derselben Probe 403 ppm aus. Insgesamt reichten die Analyseergebnisse der vier Proben von 85 bis 1.794 ppm ΣREE+Y, wie BITRI mitteilt. Alle vier Proben zeigten dabei ein Muster, bei dem leichte Seltenerdelemente deutlich stärker angereichert waren als schwere.
Der Vergleich mit anderen Metallen in derselben Lagerstätte
Neben den Seltenerdelementen fanden sich in den Proben weitere Metalle. Die magnetitreiche Probe TREE-C27-2-103 ergab die höchsten Werte bei Kupfer, Kobalt und Zink: Die Kupferkonzentration lag bei 948 ppm, die Kobaltkonzentration bei 184 ppm.
Silber wurde in allen vier Proben nachgewiesen, mit Werten zwischen 4,8 und 11,5 ppm. Diese Begleitmetalle sind für die Einordnung der Lagerstätte relevant, weil sie zeigen, dass es sich nicht um eine reine Seltenerd-Mineralisierung handelt, sondern um ein komplexeres Erzsystem.
Cer-reiches Allanit trägt den Großteil der Seltenerdelemente
Eine Forschergruppe der University of Cape Town (UCT) identifizierte Cer-reiches Allanit als den hauptsächlichen Träger der Seltenerdelemente in der C27-Skarn. In der Hauptzone der Bohrung 1822C27_6 machten Cer-Allanite demnach mehr als ein Viertel der identifizierten Minerale aus.
In schwach mineralisierten Bereichen lag der Anteil dagegen unter 0,2 Gewichtsprozent – ein deutlicher Unterschied, der auf stark unterschiedliche Konzentrationsgrade innerhalb derselben Lagerstätte hindeutet.
Apatit, ein weiteres phosphathaltiges Mineral, machte in den analysierten Schnitten maximal 2,8 Gewichtsprozent aus. Für die Untersuchung nutzte die UCT sogenannte QEMSCAN-Analysen, ein automatisiertes mineralogisches Verfahren, an elf Schnitten – sieben aus der Bohrung 1822C27_6 und vier aus der Bohrung 1822C27_2.
Ein KI-Modell soll künftige Bohrungen gezielter steuern
Parallel zu den geochemischen Untersuchungen arbeitet Tsodilo Resources mit dem Battelle Memorial Institute zusammen, einem Forschungsinstitut mit Hauptsitz seit 1929 in Columbus im US-Bundesstaat Ohio, das sieben nationale Labore des US-Energieministeriums verwaltet oder mitverwaltet.
Battelle hat nach eigenen Angaben ein erstes künstliche-Intelligenz-Modell fertiggestellt, das auf der Explorationsdatenbank des Gcwihaba-Projekts trainiert wurde. Das Modell verknüpft Bohrlochgeochemie mit regionalen Gravitations-, Magnet- und elektromagnetischen Vermessungsdaten.
Laut Ankündigung soll das Modell physik-informiert und prädiktiv arbeiten und speziell auf Skarn-Lagerstätten trainiert werden. Es soll sich verbessern, sobald neue Bohrergebnisse eingebunden werden.
Battelle und Tsodilo planen zudem, gemeinsam Prioritätszielkorridore abzugrenzen und einzustufen, um künftige Bohrkampagnen gezielter auszurichten. Die drei Kooperationen mit BITRI, UCT und Battelle seien laut Tsodilo-Vertreter James M. Bruchs bewusst mit Blick auf den Aufbau von Fachkapazitäten innerhalb Botswanas gestaltet worden.
Was die Datenbasis des Unternehmens umfasst
Für die Modellierung und künftige Explorationsentscheidungen greift Tsodilo auf eine umfangreiche Datenbasis zurück. Das Unternehmen verfügt über mehr als 600 Diamantbohrkerne und hat insgesamt mehr als 100.000 Meter Bohrkern gewonnen. Die Datenbank umfasst zudem rund 30.000 Assays, also Laboranalysen von Gesteinsproben.
Das Skarn-Projekt im Gcwihaba-Gebiet soll nach Unternehmensangaben alle 15 Seltenen Erdelemente enthalten, die auf der aktuellen Kritikalmineral-Liste der US-Geologiebehörde USGS aus dem Jahr 2025 stehen, sowie sechs weitere kritische Mineralien ohne Seltenerd-Bezug. Tsodilo hält einen hundertprozentigen Anteil am Gcwihaba-Projektgebiet, das aus fünf Schürflizenzen im North-West District von Botswana besteht.
Was die Zahlen für die weitere Einordnung bedeuten
Für Leser, die die Bedeutung solcher Meldungen einordnen wollen, gilt: Eine einzelne Bohrprobe sagt noch nichts über die Wirtschaftlichkeit einer gesamten Lagerstätte aus.
Erst eine größere Zahl an Proben, eine Ressourcenschätzung nach anerkannten Standards und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung würden zeigen, ob sich ein Abbau lohnt. Die Daten stammen aus einer vorläufigen Charakterisierung von lediglich vier Bohrkernen und sind damit ein früher Schritt im Explorationsprozess.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.