Jobverlust in der Industrie: 7,1 % weniger Stellen seit 2019 – was dahintersteckt
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Die deutsche Industrie hat zwischen Ende 2018 und Ende 2025 rund 496.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren, wie eine Studie des ifo Instituts zeigt. Bezogen auf das Ausgangsniveau entspricht das einem Rückgang von 7,1 %.
Der Befund zeigt, dass der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt wächst, sich die Beschäftigung aber verschiebt: von der Fabrikhalle hin zu Büros, Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Besonders betroffen sind jene Industriezweige, die im internationalen Wettbewerb stehen.
Welche Branchen haben die meisten Stellen verloren?
Die Autoindustrie und ihre Zulieferer bauten 123.500 Arbeitsplätze ab, ein Rückgang von 13 % gegenüber dem Ausgangsniveau. Bei Herstellern von Metallerzeugnissen gingen 115.600 Stellen verloren, im Maschinenbau 64.500. Diese drei Branchen machen laut ifo-Ökonom Joachim Ragnitz zusammen rund 60 % des gesamten industriellen Stellenabbaus aus.
Rechnet man die Zeitarbeit hinzu, verändert sich das Bild noch einmal deutlich: Dort gingen 243.000 Beschäftigungsverhältnisse verloren, ein erheblicher Teil davon in der Fertigung. Unter Berücksichtigung dieser Branche summiert sich der Gesamtrückgang in der Industrie laut Ragnitz auf 628.000 Stellen.
Warum verliert die Industrie an Boden?
Als wesentlichen Grund für den Stellenabbau nennt Ragnitz die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, insbesondere gegenüber China. Der Rückgang fällt regional unterschiedlich aus: In Ostdeutschland sank die Industriebeschäftigung um 8,4 %, in Westdeutschland um 6,8 %.
Auch mit Blick auf die Qualifikation zeigt sich ein Umbruch. Die Zahl der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung sank um 252.000, während für Akademiker 1,8 Millionen neue Stellen entstanden.
Wer gewinnt neue Arbeitsplätze?
Der Wandel verläuft nicht einseitig. Im Gesundheitswesen entstanden 391.000 zusätzliche Arbeitsplätze, im Sozialwesen inklusive Pflegeheimen 357.000. Auch die öffentliche Verwaltung verzeichnete einen Zuwachs von 329.000 Beschäftigten. Zusammen mit dem Plus im Dienstleistungssektor zeigt sich: Der Arbeitsmarkt in Deutschland schrumpft insgesamt nicht, er verschiebt sich.
Zusammenfassung in Zahlen
- Gesundheitswesen, Sozialwesen und öffentliche Verwaltung zusammen bauten rund 1,08 Millionen Stellen auf.