Investitionen im Mittelstand auf 20-Jahres-Tief: Was hinter dem Rückgang steckt
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Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist nach einer Umfrage der Creditreform Wirtschaftsforschung auf den niedrigsten Stand der vergangenen 20 Jahre gesunken. Das geschieht, obwohl sich der Creditreform-Geschäftsklimaindex im Herbst 2026 auf plus 1,1 Punkte verbessert hat. Für die Erhebung wurden kleine und mittlere Unternehmen befragt.
Im Herbst 2025 hatte der Index noch bei plus 0,1 Punkten gelegen; befragt wurden rund 1.200 Betriebe. Die leichte Stimmungsaufhellung täuscht über die tatsächliche Lage hinweg: Der Geschäftslageindex liegt aktuell bei minus 4,0 Punkten und damit weit entfernt von früheren Boomjahren.
2017 stand der Wert laut Creditreform Wirtschaftsforschung bei plus 30,9 Punkten, 2018 bei plus 27,9 Punkten. Vor diesem Hintergrund bleibt die Zurückhaltung beim Investieren bestehen, selbst wenn einzelne Branchen wieder mehr Aufträge melden.
Wie haben sich Aufträge in den Branchen entwickelt?
Laut der Umfrage meldete ein Fünftel der befragten Unternehmen einen Zuwachs an Auftragseingängen, während 26,4 % von rückläufigen Aufträgen berichteten. Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede, wie die folgenden Angaben der Creditreform Wirtschaftsforschung zeigen:
- Im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Anteil der Betriebe mit wachsenden Auftragseingängen von 18,0 % im Vorjahr auf gut ein Viertel.
- Gleichzeitig sank im Verarbeitenden Gewerbe der Anteil der Betriebe mit Auftragsrückgängen von 38,9 % auf 26,4 %.
- Im Baugewerbe meldeten rund 13 % der Betriebe steigende Auftragseingänge.
- Im Handel berichtete etwa jeder achte Betrieb von mehr eingehenden Aufträgen.
Was bedeuten Umsatz und Kosten für die Betriebe?
Bei den Umsätzen zeigt sich ein gespaltenes Bild: 26,4 % der befragten Unternehmen verzeichneten ein Umsatzplus, ebenso viele mussten einen Umsatzrückgang hinnehmen. Deutlich gestiegen ist dagegen der Druck über die Kostenseite. Gut vier von zehn Betrieben mussten ihre Angebotspreise wegen gestiegener Kosten anheben, nach 27,9 % im Vorjahr. Diese Entwicklung dürfte mit erklären, warum Betriebe eher sparen als investieren.
Wie reagieren Unternehmen beim Personal?
Auch beim Personal zeigt sich Zurückhaltung: 14,5 % der befragten Unternehmen meldeten eine größere Belegschaft, während fast jeder fünfte Betrieb seine Personalstärke reduziert hat.
Damit bauen mehr Betriebe Stellen ab als auf, was zu der insgesamt vorsichtigen Investitionshaltung im Mittelstand passt. Für Beschäftigte und Zulieferer bedeutet das vor allem eines: Die Erholung der Stimmung kommt bislang nicht in der gleichen Stärke bei den Auftragsbüchern und Personalplänen an.