39 Euro je Aktie: Warum Red Cat für Steyr Motors tiefer in die Tasche greift
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Red Cat Holdings legt ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien der Steyr Motors AG vor. Der US-Konzern bietet 39 Euro je Aktie in bar. Gegenüber dem Tiefstand der vergangenen 52 Wochen bedeutet das einen Zuschlag von 55,8 %, verglichen mit dem Schlusskurs des 16. Oktober 2026 liegt das Plus bei 28,9 %.
Das Angebot
Mit dem Barangebot will Red Cat sämtliche ausstehenden Anteile der österreichischen Steyr Motors AG übernehmen. Der Konzern zählt zu den wichtigsten europäischen Anbietern leistungsstarker Motoren für militärische Spezialfahrzeuge, für Anwendungen auf See sowie für Hilfsaggregate, die in Kampfpanzern und Lokomotiven zum Einsatz kommen.
Red Cat kündigt an, den Standort als österreichisches Kompetenzzentrum für Motoren und Generatoren zu erhalten und auszubauen, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung sollen vor Ort bleiben.
Kurs nah am Preis
Am 19. Oktober 2026 notierte die Steyr-Motors-Aktie um 7:47 Uhr bei 37,52 Euro und damit 26,5 % im Plus gegenüber dem Vortag. Zum Angebotspreis von 39 Euro blieb nur noch ein Abstand von knapp 3,8 %. Der Markt preist eine Umsetzung der Übernahme demnach bereits weitgehend ein.
Bedingungen und Frist
Damit das Angebot wirksam wird, braucht Red Cat am Ende der Annahmefrist eine Mehrheit von mindestens 50 % der Aktien plus ein weiteres Papier. Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich, die rund 15 % an Steyr Motors hält, hat sich bereits unwiderruflich verpflichtet, ihre Anteile anzudienen.
Darüber hinaus hängt der Vollzug von der Zustimmung der Behörden in vier Ländern ab: Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich. Die Annahmefrist endet am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ, den Abschluss der Übernahme erwartet Red Cat im ersten Halbjahr 2027.
Vorgeschichte der Gespräche
Ein erster Anlauf war im Sommer 2026 gescheitert: Am 28. Juli 2026 um 20:48 Uhr meldete Steyr Motors per Ad-hoc-Mitteilung Verhandlungen mit Red Cat Holdings über ein Business Combination Agreement, das die Grundlage für ein Übernahmeangebot bilden sollte. Der Vorstand bestätigte damals die Gespräche, zum Zeitpunkt der Meldung liefen jedoch keine weiteren Verhandlungen mehr.
Gründe für den Abbruch nannte das Unternehmen nicht. Steyr Motors war 2024 an der Frankfurter Wertpapierbörse an die Börse gegangen, 2025 platzierte der frühere Mehrheitseigentümer Mutares seine restlichen Anteile. Nach eigener Prüfung will der Vorstand das neue Angebot nun unterstützen, allerdings mit Vorbehalten hinsichtlich der genannten Bedingungen.