Erdbeben der Stärke 3,7 in Tirol: Warum Hall seit Wochen nicht zur Ruhe kommt
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Ein Erdbeben der Magnitude 3,7 hat in der Nacht auf Mittwoch die Region um Hall in Tirol erschüttert. Das Hauptbeben ereignete sich um 3.10 Uhr und war in weiten Teilen des Inntals deutlich spürbar. Nur wenige Minuten später folgte ein weiteres, schwächeres Beben der Magnitude 1,9.
Die Erschütterungen waren auch in Innsbruck und umliegenden Gemeinden deutlich zu spüren. Anwohner schilderten, wie Möbelstücke ins Wanken gerieten, Geschirr und andere Gegenstände klirrten und ganze Häuser spürbar in Bewegung gerieten. Schäden oder Verletzte waren zunächst nicht bekannt.
Schon im September gab es ein stärkeres Beben in der Region
Die aktuelle Erschütterung ist nicht die erste in diesem Herbst. Bereits am 26. September hatte sich südöstlich von Innsbruck ein Erdbeben der Magnitude 3,8 ereignet – die bislang stärkste Erschütterung der Serie. Es erreichte eine Intensität von fünf auf der zwölfstufigen Europäischen Makroseismischen Skala.
Beim Österreichischen Erdbebendienst gingen daraufhin über 1.700 Wahrnehmungsberichte ein. Einzelne Meldungen betrafen kleinere Schäden, etwa feine Risse in Mauerwerk oder abgeplatzten Putz an Wänden. Nur wenige Tage später, am 30. September, folgte bei Hall ein weiteres Beben der Magnitude 1,9.
In der Nacht auf Donnerstag registrierten Messgeräte dann ein Nachbeben der Magnitude 1,7 um 2.19 Uhr, in einer Tiefe von 7 Kilometern. Weitere, noch schwächere Erschütterungen erreichten Magnituden von 0,7 und 1,1.
Warum sich die Beben im Inntal häufen
Das Inntal und seine Seitentäler zählen zu den tektonisch aktivsten Zonen Österreichs. Erdbeben entstehen dort durch Spannungen im Untergrund entlang geologischer Störungszonen. Die Region hat eine lange Geschichte solcher Ereignisse: Am 17. Juli 1670 ereignete sich bei Hall mit einer Intensität von VIII eines der stärksten bekannten Schadensbeben Österreichs.
Die Seismologin Rita Meurers erklärt die anhaltende Serie damit, dass offenbar Restspannungen im Untergrund vorhanden sind, die sich stufenweise lösen. Solche Nachbeben folgen nach ihren Worten oft kurz nach einem stärkeren Hauptbeben, können aber auch noch Monate später registriert werden.
Was als Nächstes erwartet wird
Nachbeben nach einem stärkeren Ereignis gelten unter Fachleuten als normal und zu erwarten. Beben mit einer Magnitude unter 2 lassen sich meist nur mit Messinstrumenten feststellen, von Menschen werden sie nur unter besonders günstigen Umständen überhaupt wahrgenommen. Damit dürfte ein Großteil der schwächeren Erschütterungen der vergangenen Wochen unbemerkt geblieben sein.
Die Behörde GeoSphere Austria stellt fortlaufend Daten zur Erdbebengefährdung bereit, auf denen Vorschriften und die Auslegung erdbebensicherer Gebäude aufbauen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.