Vereine verlieren bei Banken Geld: Warum Kontogebühren die Zinserträge auffressen
Autohaus Temmer vergibt top KFZ-Mechaniker Jobs mit Aufstiegsmöglichkeiten in Leibnitz
Ein Job als Quereinsteiger in Leibnitz? Bei Partl Bau sind die Chancen besonders hoch
Ende 2025 hielten Vereine, Stiftungen, Kirchen und Verbände in Deutschland rund 74 Milliarden Euro als Bargeld und Bankeinlagen. Davon lagen etwa 45 Milliarden Euro auf Sichtkonten, die zwar täglich verfügbar, aber praktisch unverzinst sind.
Die Zahl im Detail
Die Summe verteilt sich auf tausende Organisationen unterschiedlicher Größe. Ein Teil davon liegt auf laufenden Konten, die für den Alltagsbetrieb gedacht sind – Mitgliedsbeiträge gehen ein, Rechnungen werden bezahlt. Für solche Konten zahlen Banken in der Regel keine oder kaum Zinsen, während gleichzeitig Kontoführungsgebühren anfallen.
Der Fall in Sandesneben
Wie stark sich das im Alltag bemerkbar macht, zeigt das Beispiel der Hilfsorganisation Land-Grazien aus Sandesneben bei Hamburg. Gründerin Miriam Peters wechselte vor rund sechs Monaten von der operativen Arbeit in die Verwaltung, um sich um die Finanzen des Vereins zu kümmern. Die Organisation berät gewaltbetroffene Frauen in ländlichen Gegenden mit mobilen Einheiten.
Bei der Prüfung der Konten stellte Peters fest, dass die Kontogebühren die Zinserträge deutlich überstiegen. Als sie bei ihrer Sparkasse nach einer besseren Geldanlage fragte, reagierte ein Mitarbeiter abwertend und verwies darauf, dass sie schließlich nur Sozialarbeiterin sei.
Warum Banken zögern
Für Banken sind kleine Vereinskonten oft wenig attraktiv: Der Verwaltungsaufwand steht in keinem guten Verhältnis zu den meist überschaubaren Guthaben. Ergebnis ist eine Konstellation, in der viele gemeinnützige Organisationen ihr Geld auf Konten liegen lassen, die kaum Zinsen abwerfen, während die Gebühren laufen.
Die Größenordnung der Szene
Wie unterschiedlich die finanzielle Ausstattung gemeinnütziger Organisationen in Deutschland ist, zeigen Daten der Plattform Cividata. Für die Stiftungskapitalstatistik wurden Angaben von 745 Stiftungen erfasst, wobei viele ihr Kapital gar nicht veröffentlichen. Das größte erfasste Stiftungskapital lag 2018 bei 6,2 Milliarden Euro.
Bei den Bilanzsummen wurden 414 Organisationen mit Vergleichswerten zwischen 2023 und 2024 ausgewertet; die höchste Bilanzsumme betrug 2023 rund 12,42 Milliarden Euro. Solche Zahlen stehen in starkem Kontrast zu kleinen Vereinen wie Land-Grazien, deren Guthaben kaum ins Gewicht fällt.
Mitglieder und Ehrenamt
Auch bei Mitgliederzahlen reicht die Spanne enorm: Für 426 Organisationen wurden Vergleichswerte zwischen 2025 und 2026 erhoben, die größte Mitgliederzahl lag bei 27.874.195 Personen im Jahr 2023. Bei den Ehrenamtlichen wurden Daten aus 107 Organisationen mit Vergleichswerten zwischen 2023 und 2024 zusammengetragen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.