Heizöl, Gas und Strom: Warum Haushalte diesen Winter deutlich mehr zahlen
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Heizöl ist binnen eines Jahres massiv teurer geworden: Der Preis liegt demnach aktuell 86,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Allein in den vergangenen zwei Wochen stieg er demnach um 2,9 %, binnen eines Monats um 5,3 %. Der Referenzpreis für eine Bestellmenge von 2.500 Litern lag am 13. Oktober bei 173,8 Cent je Liter ausweist. Für Haushalte bedeutet das: Wer jetzt bevorraten will, zahlt deutlich mehr als im Vorjahr.
Auch andere Energieträger verteuerten sich kräftig. Nach Angaben von aroundhome.de lag der Strompreis im September 2026 rund 75 % über dem Niveau von September 2025. Für einen durchschnittlichen Haushalt ergibt sich demnach ein Stromtarif von 32,29 Cent je Kilowattstunde; obwohl die Großhandelspreise stark gestiegen sind, liegt dieser Wert etwa 2 Cent unter dem Vorjahr, da Versorger Schwankungen zum Teil selbst auffangen.
Woher die Zahl kommt
Die Preisnotierung von tecson.de bildet tagesaktuelle Heizölpreise in Deutschland ab. Demnach lag der bundesweite Durchschnittspreis am 9. Oktober bei 181,59 Euro je 100 Liter, ein Plus von 4,8 Euro gegenüber der vorherigen Messung. Die Spanne zwischen den Bundesländern ist dabei erheblich: Brandenburg verzeichnete mit 177,78 Euro den niedrigsten, Hessen mit 187,88 Euro den höchsten Wert je 100 Liter.
Im Jahresdurchschnitt 2025 hatte der Heizölpreis demnach noch bei rund 98,66 Cent pro Liter gelegen und war gegenüber dem Vorjahr sogar um 6,5 % gesunken. Der aktuelle Anstieg markiert damit eine Kehrtwende gegenüber der Entwicklung des Vorjahres.
Der Vergleich mit den vergangenen Jahren
Zwischen 2002 und Anfang 2022 bewegten sich die österreichischen Heizölpreise demnach in einer Bandbreite von 40 Cent bis einem Euro pro Liter. Der Ukraine-Krieg trieb den Preis im Frühjahr 2022 vorübergehend über 2 Euro je Liter, löste der Konflikt im Iran im März 2026 einen weiteren Preisschub aus, dessen Folgen bis in die Gegenwart spürbar sind.
Im April 2020 waren die Preise während der Corona-Pandemie noch deutlich eingebrochen dokumentiert. Die aktuelle Entwicklung zeigt damit, wie stark geopolitische Krisen den Heizölmarkt innerhalb weniger Jahre in beide Richtungen bewegen können.
Woran der Preissprung liegt
Mehrere Faktoren kommen laut den Marktdaten aktuell zusammen. Russland hat Dieselexporte bis Ende Oktober verboten, inzwischen aber teilweise gelockert und zusätzliche Liefermengen angekündigt ergänzt. Demnach hat zudem eine Reihe von Angriffen dazu geführt, dass die Zahl der Tanker, die die Straße von Hormus durchqueren, spürbar zurückgegangen ist – eine Meerenge, die für den Öltransport zentral ist.
Ein Hurrikan legte zudem Teile der Ölförderung im Golf von Mexiko lahm und weckte demnach Sorgen um Raffineriekapazitäten an der US-Küste. Die Heizöl- und Dieselbestände in den USA lagen in der 40. Kalenderwoche 2026 mit 105,1 Millionen Barrel um 16,4 Millionen Barrel unter dem Vorjahreswert, während die Raffinerieauslastung bei 92,7 % lag.
Zur Preisbildung trägt außerdem die Steuerlast bei: demnach machte die CO₂-Steuer 2025 bereits 17,7 % des Gesamtheizölpreises aus, gegenüber 9 % bei ihrer Einführung 2021. Insgesamt liegt die Steuerbelastung demnach bei rund 40 % des Endkundenpreises, während Beschaffungskosten mit 51,5 % den größten Anteil ausmachen.
Was Fachleute erwarten
Nach Einschätzung des Energieanbieters 1Komma5° könnten die Gaspreise im schlechtesten Fall sogar auf über 15 Cent je Kilowattstunde klettern.
Für Hausbesitzer mit Ölheizung bedeutet die aktuelle Lage vor allem eines: Wer jetzt bestellt, zahlt einen deutlich höheren Preis als noch vor einem Jahr, und demnach war es in den vergangenen Jahren statistisch meist günstiger, Heizöl im Winter zu kaufen als zuvor zu bevorraten.
Zusammenfassung in Zahlen
- Heizölpreis: 86,5 % höher als vor einem Jahr (tecson.de).
- Strompreis im September 2026: 75 % über dem Vorjahresmonat (aroundhome.de).
- Bundesweiter Heizöl-Durchschnittspreis: 181,59 Euro je 100 Liter (tanke-guenstig.de).
- CO₂-Steueranteil am Heizölpreis 2025: 17,7 % (tanke-guenstig.de).
- Gesamte Steuerlast auf Heizöl: rund 40 % des Endkundenpreises (tanke-guenstig.de).