70 % höhere Dieselpreise in den USA: Warum EU und USA jetzt enger abstimmen
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In den USA sind die Dieselpreise seit Beginn des Krieges mit dem Iran um mehr als 70 % gestiegen. Der Durchschnittspreis liegt laut AAA bei 6,39 US-Dollar pro Gallone. Die EU-Mitgliedstaaten beraten deshalb am Freitagmorgen in einem Notfalltreffen über eine Reaktion.
- Die USA fordern von europäischen Verbündeten die sofortige Freigabe strategischer Dieselreserven.
- US-Präsident Trump erwägt ein Exportverbot für Diesel, sollte Europa nicht liefern.
- EU-Handelschef Maros Sefcovic und US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer stimmten sich am Rande eines G20-Treffens in Milwaukee ab.
- Die EU zögert, weil ihre eigenen Notvorräte begrenzt sind.
Dieselpreise steigen: Woher die Zahl stammt
Die Zahl von über 70 % stammt vom US-Branchenverband AAA, der die durchschnittlichen Tankstellenpreise erhebt. Der aktuelle Wert von 6,39 Dollar pro Gallone markiert damit einen deutlichen Sprung gegenüber der Zeit vor dem Iran-Konflikt. Besonders betroffen sind US-Agrarstaaten, wo Diesel für Landwirtschaft, Lkw-Verkehr und verarbeitendes Gewerbe unverzichtbar ist.
Der Vergleich: Vom Kriegsbeginn bis zu den Zwischenwahlen
Der Preisanstieg fällt in eine politisch heikle Phase: Vor den US-Zwischenwahlen im November prüft die US-Regierung Optionen, um die Kraftstoffkosten zu senken. Hohe Energiepreise gelten als Risiko für die Mehrheit der Republikanischen Partei im Kongress. Parallel dazu hat die EU ihre Zusagen zum Kauf von US-Energie aus dem Handelsabkommen von Turnberry, das im Vorjahr in Schottland geschlossen wurde, laut Sefcovic bereits übertroffen.
Ursachen: Diesel Knappheit und drohende Exportbeschränkungen
Die US-Regierung unter Trump hat Frankreich und Deutschland mit Exportbeschränkungen gedroht, sollten diese keine Kraftstoffe aus ihren strategischen Reserven freigeben. US-Finanzminister Scott Bessent rief europäische Partner auf, Lieferzusagen zu beschleunigen und zusätzliche Mengen bereitzustellen. Trump selbst räumte ein, dass ein Exportverbot langfristig auch die Benzinpreise in den USA erhöhen könnte – ein Hinweis darauf, wie eng die Märkte verflochten sind.
Die EU wiederum begründet ihr Zögern mit begrenzten Beständen: Sollte sich ein geopolitischer Konflikt wie der mit dem Iran verschärfen, würden die eigenen Notvorräte noch wichtiger. Sefcovic warnte zudem vor schädlichen Folgen von US-Exportbeschränkungen für die europäische Wirtschaft.
Was Fachleute und Politiker erwarten
US-Energieminister Chris Wright zeigte sich zuversichtlich, dass Europa Diesel aus seinen Reserven freigeben wird, und kündigte an, dass die EU bald Schritte zur Senkung der Dieselpreise bekannt geben werde. Der französische Staatssekretär für internationalen Handel, Nicolas Forissier, glaubt dagegen nicht an ein tatsächliches US-Exportverbot. EU und USA einigten sich darauf, in engem Kontakt zu bleiben, um Überraschungen zu vermeiden. Zusätzlich will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Videotreffen der G7-Staats- und Regierungschefs für Mitte Oktober einberufen, bei dem auch die Freigabe von Reserven besprochen werden soll.
Zusammenfassung in Zahlen
- 70 %: Anstieg der US-Dieselpreise seit Beginn des Iran-Konflikts
- 6,39 US-Dollar: Durchschnittspreis pro Gallone Diesel in den USA
- 2025: Jahr, in dem das Handelsabkommen von Turnberry geschlossen wurde
- 3. Oktober: Termin des EU-Notfalltreffens zur Dieselversorgung
- 15. Oktober: geplantes G7-Videotreffen zu den Treibstoffpreisen
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.