4 Stimmen fehlen: Walschutzgebiet Südatlantik scheitert erneut
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Mit nur vier fehlenden Stimmen ist der Vorschlag für ein Walschutzgebiet Südatlantik bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Hobart erneut gescheitert. Die nötige Dreiviertelmehrheit kam nicht zustande, obwohl Deutschland für das Schutzgebiet stimmte. Damit bleibt eine Idee blockiert, die Argentinien, Brasilien und Uruguay bereits Ende der 1990er-Jahre eingebracht hatten.
- Der Vorschlag verfehlte die Dreiviertelmehrheit um vier Stimmen.
- Rund 300 Delegierte aus mehr als 60 der 89 IWC-Mitgliedsstaaten nahmen teil.
- Norwegen, die Elfenbeinküste und mehrere Karibikstaaten bremsten den Vorschlag aus.
- Die Schweiz zog zusätzlich eine eigene Resolution zum Schutz von Delfinen zurück.
Die Zahl und woher sie stammt
Die Abstimmung über das Walschutzgebiet Südatlantik fand im Rahmen der IWC-Konferenz auf der australischen Insel Tasmanien statt. Die IWC wurde 1946 gegründet und zählt inzwischen 89 Mitgliedsstaaten. Für eine Einrichtung des Schutzgebiets wäre eine Dreiviertelmehrheit nötig gewesen – diese verfehlte der Vorschlag um genau vier Stimmen. Mit dabei waren laut Angaben rund 300 Delegierte aus mehr als 60 Staaten.
Der Vergleich mit bestehenden Walschutzgebieten
Bereits heute gibt es zwei ähnliche Schutzzonen: eine in der Antarktis und eine im Indischen Ozean. Das geplante Walschutzgebiet Südatlantik wäre das dritte seiner Art gewesen – und mit einer Fläche von mehr als doppelt so groß wie die USA das bislang größte. Gerade dieser Umfang macht deutlich, wie weitreichend die Blockade in der Walfangkommission ist.
Woran die Blockade liegt
Mehrere Staaten verhinderten die nötige Mehrheit. Norwegen, die Elfenbeinküste und mehrere karibische Staaten bremsten den Vorschlag aus. Norwegen betont dabei, dass Wale grundsätzlich nutzbar sein müssten – das Land betreibt ebenso wie Island und Japan weiterhin kommerziellen Walfang. Japan selbst ist 2019 aus der IWC ausgetreten, hat nach Einschätzung von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und IFAW aber eine Allianz aus afrikanischen und karibischen Staaten geschmiedet, die japanische Interessen in der Kommission weiterhin vertritt.
Hinzu kommt ein organisatorischer Faktor: Finnland und Luxemburg, beide Unterstützer des Vorschlags, waren laut Greenpeace nicht auf Tasmanien anwesend. Ihre Stimmen hätten die Lücke von vier Stimmen möglicherweise geschlossen. Überraschend zog zudem die Schweiz eine eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen zurück, ohne dass darüber abgestimmt wurde.
Was Fachleute für den Walschutz erwarten
Das 1985/86 in Kraft getretene Moratorium für kommerziellen Walfang gilt zwar weiter, wird aber von Norwegen, Island und Japan unterlaufen. Immerhin kündigte die isländische Regierung an, im Frühjahr 2027 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den kommerziellen Walfang dauerhaft beenden könnte. Das wäre ein Signal, dass sich die Fronten in der Walfangkommission langsam verschieben – auch wenn ein neues Walschutzgebiet Südatlantik damit noch nicht gesichert ist.
Für Argentinien, Brasilien und Uruguay bedeutet das Scheitern, dass sie ihren Vorschlag voraussichtlich erneut einbringen müssen. Beobachter aus Umweltschutzorganisationen gehen davon aus, dass die nächste Konferenz zeigen wird, ob sich die fehlenden Stimmen tatsächlich durch die Anwesenheit von Finnland und Luxemburg ausgleichen lassen.
Zusammenfassung in Zahlen
- 4 Stimmen fehlten zur Dreiviertelmehrheit für das Walschutzgebiet Südatlantik.
- 89 Mitgliedsstaaten gehören der IWC insgesamt an.
- 300 Delegierte aus mehr als 60 Staaten nahmen an der Konferenz in Hobart teil.
- 1946 wurde die IWC gegründet, 1985/86 trat das Walfang-Moratorium in Kraft.
- 2027 will Island einen Gesetzentwurf gegen kommerziellen Walfang vorlegen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.