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	<title>Erklärt - fakten.org</title>
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	<description>Die Zahlen hinter den Nachrichten</description>
	<lastBuildDate>Thu, 05 Nov 2026 18:36:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Warum sind Pro-Kopf-Werte oft aussagekräftiger?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-sind-pro-kopf-werte-oft-aussagekraeftiger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 18:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6108</guid>

					<description><![CDATA[<p>Pro-Kopf-Werte rechnen die Größe eines Landes oder einer Gruppe heraus, sodass ein Vergleich erst Sinn ergibt. Sie bleiben aber Durchschnitte und können täuschen, wenn Zähler und Nenner nicht zusammenpassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-sind-pro-kopf-werte-oft-aussagekraeftiger/">Warum sind Pro-Kopf-Werte oft aussagekräftiger?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pro-Kopf-Werte rechnen die Größe eines Landes oder einer Gruppe heraus. Erst dadurch zeigt ein Vergleich etwas anderes als nur, wer mehr Einwohner hat.</p>
<h2>Das größere Land liegt absolut vorn, pro Kopf aber dahinter</h2>
<p>Zwei gedachte Länder:</p>
<table>
<tr>
<th></th>
<th>Land A</th>
<th>Land B</th>
</tr>
<tr>
<td>Wirtschaftsleistung</td>
<td>3.000 Mrd. Euro</td>
<td>500 Mrd. Euro</td>
</tr>
<tr>
<td>Einwohner</td>
<td>60 Mio.</td>
<td>8 Mio.</td>
</tr>
<tr>
<td>Pro Kopf</td>
<td>50.000 Euro</td>
<td>62.500 Euro</td>
</tr>
</table>
<p>Land A erwirtschaftet das Sechsfache, seine Einwohner kommen rechnerisch aber auf ein Fünftel weniger. Dasselbe gilt für Schulden, Ausgaben, Straftaten oder Stromverbrauch. „Deutschland gibt am meisten aus“ sagt für sich wenig, wenn Deutschland auch das bevölkerungsreichste Land im Vergleich ist. Die absolute Zahl beschreibt das Gewicht, der Pro-Kopf-Wert die Größenordnung je Mensch.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Pro-Kopf-Wert gleich Wohlstand der Einwohner</h2>
<p>Luxemburg zeigt, wie das schiefgeht. Eurostat weist für 2025 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf rund 139 Prozent über dem EU-Durchschnitt aus (Kaufkraftstandards, vorläufige Werte). Die Statistikbehörde der EU nennt aber auch den Grund für einen Teil davon: Viele Beschäftigte pendeln aus dem Ausland ein. Sie tragen zur Wirtschaftsleistung bei, zählen aber nicht zur Bevölkerung, durch die geteilt wird. Beim tatsächlichen Konsum pro Kopf liegt Luxemburg daher nur noch rund 45 Prozent über dem EU-Schnitt, immer noch an der Spitze, aber mit deutlich kleinerem Abstand.</p>
<p>Der Zähler enthält also Leistung von Menschen, die im Nenner fehlen. Ein Blick auf die passende Bezugsgröße lohnt sich immer: Zählen Touristen, Pendler oder Unternehmensgewinne mit, die gar nicht im Land bleiben?</p>
<h2>Auch der Nenner ist eine Zahl, die sich ändern kann</h2>
<p>Der Zensus 2022 ergab für Deutschland zum Stichtag rund 82,7 Millionen Einwohner, 1,4 Millionen weniger als zuvor angenommen, eine Abweichung von 1,6 Prozent. Jeder Pro-Kopf-Wert, der die alte Zahl verwendete, fiel dadurch um rund 1,6 Prozent zu niedrig aus, ohne dass sich an der Wirtschaft oder den Ausgaben etwas geändert hätte. Vergleiche über die Zeit sollten darum dieselbe Bevölkerungsbasis verwenden.</p>
<h2>Pro Kopf bleibt ein Durchschnitt</h2>
<p>Ein Pro-Kopf-Wert verteilt die Summe gleichmäßig auf alle, auch auf Säuglinge und Menschen im Ruhestand. Er sagt nicht, was der typische Einwohner hat. Bei Vermögen oder Einkommen kann eine kleine Gruppe sehr hoher Werte den Schnitt heben, ohne dass sich für die Mehrheit etwas ändert. Und je nach Frage ist ein anderer Nenner sinnvoller:</p>
<ul>
<li>Staatsschulden: im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, weil das zeigt, wie groß die Last gemessen an der Leistung ist.</li>
<li>Löhne: je Vollzeitkraft oder je Stunde, sonst drückt Teilzeit den Wert.</li>
<li>Unfälle im Verkehr: je gefahrenem Kilometer, wenn es um das Risiko beim Fahren geht.</li>
</ul>
<h2>Absolute Zahlen behalten ihren Platz</h2>
<p>Für manche Fragen ist die Gesamtsumme die richtige Größe. Wer wissen will, welcher Staat im Handel oder auf Märkten das größte Gewicht hat, braucht die absolute Wirtschaftsleistung. Bei Treibhausgasen zählt für das Klima die Gesamtmenge, nicht die Pro-Kopf-Menge. Ein guter Vergleich nennt darum beides und sagt, welche Frage er beantwortet.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=GDP_per_capita,_consumption_per_capita_and_price_level_indices">Eurostat, GDP per capita, consumption per capita and price level indices: Luxemburg, Grenzpendler, Individualkonsum, Stand der Daten</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zensus2022-Pressemitteilungen/PM_zensus2022_44.html">Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Zensus 2022 vom 25. Juni 2024: 82,7 Millionen, 1,4 Millionen weniger, 1,6 Prozent</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum sind Lebensmittel in Österreich oft teurer als in Deutschland?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-sind-lebensmittel-in-oesterreich-oft-teurer-als-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 17:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6107</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Bundeswettbewerbsbehörde führt den Preisabstand überwiegend auf höhere Einkaufspreise des österreichischen Handels zurück, nicht auf Filialdichte oder Umsatzsteuer. Studien nennen im Schnitt rund 13 Prozent für gleiche Produkte.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde liegt der Hauptgrund in höheren nationalen Einkaufspreisen des Handels bei den Lieferanten. Filialdichte, Topografie oder Umsatzsteuer erklären den Abstand zu Deutschland nach ihrer Einschätzung nicht.</p>
<h2>Wie groß der Abstand ist, hängt von der Messung ab</h2>
<table>
<tr>
<th>Untersuchung</th>
<th>Befund</th>
</tr>
<tr>
<td>Kalkulation eines Händlers für die Behörde (2023)</td>
<td>Nettoverkaufspreise in Österreich 10 bis 15 % höher, Umsatzsteuer und Aktionen abgezogen</td>
</tr>
<tr>
<td>Arbeitspapier von Forschern aus OeNB und EZB, zitiert von der Behörde</td>
<td>im Schnitt 13 % höhere Preise in Österreich</td>
</tr>
<tr>
<td>Dasselbe Papier, nur identische Produkte innerhalb multinationaler Handelsketten im Grenzgebiet</td>
<td>im Schnitt rund 21 % Unterschied zwischen beiden Seiten der Grenze</td>
</tr>
</table>
<p>Ein Einkauf, der in Deutschland netto 100 Euro kostet, läge nach den ersten beiden Befunden in Österreich bei etwa 110 bis 115 Euro. Für einzelne Marken kann es mehr oder weniger sein. Die Händlerkalkulation hat Grenzen, denn sie beruht auf kurzer Zeit und auf unterschiedlichen Warenkörben, etwa mit anderem Bio-Anteil.</p>
<h2>Die Rechnung spricht gegen den Handel als alleinigen Grund</h2>
<p>Der Händler gab der Behörde auch seine tatsächlich gezahlten Einkaufspreise. Die lagen in Österreich ebenfalls um 10 bis 15 Prozent höher. Der Abstand zwischen Einkauf und Verkauf unterschied sich zwischen beiden Ländern nur um 0 bis 1 Prozentpunkte. Das deutet darauf hin, dass der Aufschlag zu einem wesentlichen Teil schon beim Einkauf entsteht. Die Behörde formuliert vorsichtig, denn sie darf in Deutschland nicht ermitteln und hat die Margen beider Länder nicht verglichen. Der Handel selbst verweist auf Einkaufspreise, Versorgungsdichte, Topografie, Lohnnebenkosten, Aktionsanteile und Umsatzsteuer.</p>
<h2>Warum Hersteller anders kalkulieren können</h2>
<p>Lieferanten nennen ihre Marktposition, den Wettbewerb und die unterschiedliche Kaufkraft in den Ländern als Gründe. Billiger im Nachbarland einzukaufen, ist laut den Händlern nicht ohne Weiteres möglich. Sie berichten von sogenannten territorialen Lieferbeschränkungen: Die ausländische Niederlassung eines Herstellers verkauft ihnen nicht zum dortigen Preis. Solche Beschränkungen können gegen EU-Recht verstoßen, wenn sie vereinbart oder von marktbeherrschenden Unternehmen durchgesetzt sind. 2019 verhängte die Kommission gegen den Brauer AB InBev rund 200 Millionen Euro Geldbuße, weil er den Handel zwischen Belgien und den Niederlanden eingeschränkt hatte. Einseitiges Verhalten kleinerer Lieferanten ist davon nicht unbedingt erfasst.</p>
<h2>Was aus dem Befund nicht folgt</h2>
<p>Nicht jeder Hersteller differenziert: Einige Lieferanten meldeten, wegen ähnlicher Vertriebs- und Marketingstrukturen keine grundlegend andere Strategie für beide Länder zu fahren. Und „Lebensmittel sind in Österreich teurer“ gilt nur im Durchschnitt und nicht für jedes Regal. Der Grenzeinkauf lohnt laut dem Arbeitspapier auch nicht pauschal, weil die Unterschiede je Produkt nicht dauerhaft bestehen. Im März 2026 unterstützte die Behörde ausdrücklich eine EU-weite Regelung gegen ungerechtfertigte Lieferbeschränkungen und berichtete von ähnlichen Beschwerden aus dem Drogeriehandel und bei Heimwerkerprodukten.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.bwb.gv.at/fileadmin/user_upload/BU-LM_final_Stand_20231102_final.pdf">BWB, Branchenuntersuchung Lebensmittel 2023, Kapitel 7.4: Preisaufschlag, Kalkulation, Sicht von Handel und Lieferanten</a></li>
<li><a href="https://www.bwb.gv.at/fileadmin/user_upload/Call_for_Evidence__Binnenmarkt_-_ungerechtfertigte_territoriale_Lieferbeschraenkungen_.pdf">BWB, Stellungnahme März 2026: höhere Einkaufspreise als Hauptgrund, Lieferbeschränkungen</a></li>
<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpwps/ecb.wp2776~ed7ac4620d.en.pdf">Messner, Rumler, Strasser, EZB-Arbeitspapier 2776: Preise identischer Produkte im Grenzgebiet</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum sind bereinigte Gewinne mit Vorsicht zu lesen?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-sind-bereinigte-gewinne-mit-vorsicht-zu-lesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 15:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6106</guid>

					<description><![CDATA[<p>Beim bereinigten Gewinn entscheidet das Unternehmen weitgehend selbst, welche Kosten es herausrechnet. Kehren angeblich einmalige Posten jedes Jahr wieder, sieht das Ergebnis besser aus, als es ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-sind-bereinigte-gewinne-mit-vorsicht-zu-lesen/">Warum sind bereinigte Gewinne mit Vorsicht zu lesen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bereinigte Gewinne sind mit Vorsicht zu lesen, weil das Unternehmen weitgehend selbst festlegt, was es herausrechnet. Solche Zahlen können den Kern des Geschäfts besser zeigen, sie können ihn aber auch schöner erscheinen lassen.</p>
<h2>Drei Jahre, dreimal 60: So verschwindet ein Abwärtstrend</h2>
<p>Ein Unternehmen weist in jedem Jahr „einmalige“ Umbaukosten aus und rechnet sie aus dem Ergebnis heraus. Beträge in Millionen Euro:</p>
<table>
<tr>
<th>Jahr</th>
<th>Ergebnis laut Abschluss</th>
<th>Herausgerechnete Umbaukosten</th>
<th>Bereinigtes Ergebnis</th>
</tr>
<tr>
<td>1</td>
<td>40</td>
<td>20</td>
<td>60</td>
</tr>
<tr>
<td>2</td>
<td>35</td>
<td>25</td>
<td>60</td>
</tr>
<tr>
<td>3</td>
<td>30</td>
<td>30</td>
<td>60</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Summe</strong></td>
<td><strong>105</strong></td>
<td><strong>75</strong></td>
<td><strong>180</strong></td>
</tr>
</table>
<p>In der bereinigten Zahl bleibt alles stabil, während das berichtete Ergebnis um ein Viertel fällt. 75 Millionen Euro echter Kosten sind in der Darstellung verschwunden. Das Geld ist trotzdem ausgegeben. Gerade darum geht es bei der Prüfung: Was einmalig genannt wird und jedes Jahr wiederkommt, gehört zum Geschäft.</p>
<h2>Nicht das Gesetz definiert die Zahl, sondern das Unternehmen</h2>
<p>Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA spricht von alternativen Leistungskennzahlen: finanzielle Größen, die der Rechnungslegungsstandard nicht festlegt und die meist durch Hinzurechnen oder Abziehen aus dem Abschluss entstehen. Als Beispiele nennt sie das Ergebnis vor einmaligen Belastungen, das EBITDA und das operative Ergebnis.</p>
<p>Weil es keine einheitliche Vorgabe gibt, können zwei Unternehmen unter demselben Namen Verschiedenes rechnen. Ein Vergleich „bereinigt gegen bereinigt“ führt also leicht in die Irre, wenn nicht klar ist, was jeweils herausgenommen wurde.</p>
<h2>Was die Aufsicht von Unternehmen erwartet</h2>
<p>Die ESMA-Leitlinien geben börsennotierten Emittenten Regeln mit, an denen Leser die Zahlen messen können:</p>
<ul>
<li>Die Kennzahl muss definiert sein und einen aussagekräftigen Namen tragen, keine zu günstigen Bezeichnungen.</li>
<li>Sie ist auf den nächstliegenden Posten des Abschlusses überzuleiten, sodass sich jede Anpassung nachvollziehen lässt.</li>
<li>Sie darf nicht prominenter dargestellt werden als die Zahlen aus dem Abschluss.</li>
<li>Vergleichswerte der Vorperioden gehören dazu.</li>
<li>Posten dürfen nicht fälschlich als einmalig, selten oder ungewöhnlich bezeichnet werden. Was vergangene Perioden betraf und künftige betreffen wird, sei das selten, nennt die ESMA ausdrücklich am Beispiel von Umbaukosten und Wertminderungen.</li>
</ul>
<p>Für das Beispiel oben heißt das: Die dritte Umbaurunde in Folge wäre als „einmalig“ schwer zu vertreten.</p>
<h2>Der Irrtum: Bereinigt heißt getrickst</h2>
<p>Die Zahl ist nicht von vornherein unseriös. Verkauft ein Unternehmen eine Sparte und bucht einen hohen Erlös, wäre das unbereinigte Ergebnis übertrieben gut, und die Bereinigung hilft. Auffällig wird es, wenn fast immer nur Belastungen entfernt werden und kaum je außerordentliche Erträge.</p>
<p>Vier Fragen helfen beim Lesen. Wie groß ist die Lücke zur Zahl im Abschluss? Wächst sie von Jahr zu Jahr? Wiederholen sich die Posten? Werden auch positive Sondereffekte abgezogen? Wer bei einer Meldung über „Gewinnplus“ eine dieser Antworten nicht findet, kann in der Überleitung im Geschäftsbericht nachsehen.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/2015/10/2015-esma-1415en.pdf">ESMA, Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen: Definition (Randnummern 17, 18), Bezeichnung und Einmaleffekte (22 bis 25), Überleitung (26), Darstellung (35, 36), Vergleichszahlen (37)</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum schwanken Strompreise an der Börse?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-schwanken-strompreise-an-der-boerse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 14:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6105</guid>

					<description><![CDATA[<p>An der Börse setzt meist das teuerste gerade benötigte Kraftwerk den Preis. Weil Wind und Sonne schwanken und Strom kaum speicherbar ist, ändert sich dieses Kraftwerk ständig. Bei viel Angebot und wenig Bedarf wird der Preis sogar negativ.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-schwanken-strompreise-an-der-boerse/">Warum schwanken Strompreise an der Börse?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Börsenpreis ist der Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage für einen bestimmten Zeitabschnitt, und in der Regel entspricht er den variablen Kosten des teuersten noch benötigten Kraftwerks. Da Wind, Sonne und Verbrauch sich laufend ändern, wechselt auch dieses Kraftwerk.</p>
<h2>Das letzte Kraftwerk bestimmt den Preis für alle</h2>
<p>Am Markt kommen zuerst die Anlagen mit den geringsten variablen Kosten zum Zug, das nennt sich Merit-Order. Die letzte Anlage, die noch gebraucht wird, heißt Grenzkraftwerk. Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen und einem Bedarf von 60 Gigawatt:</p>
<table>
<tr>
<th>Stunde</th>
<th>Wind und Sonne</th>
<th>Kohle</th>
<th>Gas</th>
<th>Letzte Anlage</th>
<th>Preis</th>
</tr>
<tr>
<td>Windiger Mittag</td>
<td>65 GW</td>
<td>0</td>
<td>0</td>
<td>Wind oder Sonne</td>
<td>nahe null oder darunter</td>
</tr>
<tr>
<td>Bewölkter Abend, mäßiger Wind</td>
<td>30 GW</td>
<td>20 GW</td>
<td>10 GW</td>
<td>Gas</td>
<td>z. B. 110 Euro/MWh</td>
</tr>
</table>
<p>Am Abend erhält dann in diesem Modell jede Anlage den Preis des Gaskraftwerks, auch das Windrad. Deshalb können ein paar Gigawatt mehr oder weniger Wind den Preis stark verschieben, und steigende Brennstoffkosten des Grenzkraftwerks schlagen durch.</p>
<h2>Warum der Preis sogar unter null fällt</h2>
<p>Strom braucht immer sofort einen Abnehmer, damit das Netz stabil bleibt, und er lässt sich nur begrenzt speichern. Trifft viel unflexible Erzeugung auf wenig Bedarf, wird der Preis negativ. Besonders oft passiert das an Feiertagen wie Ostern und Pfingsten. Am Ostermontag 2019 lag er von 10 bis 18 Uhr im Schnitt bei minus 52,75 Euro je Megawattstunde. Händler bekamen also Geld dafür, Strom abzunehmen. Dass Anlagen trotzdem weiterlaufen, hat Gründe. Große fossile Kraftwerke abzuschalten und wieder anzufahren ist teuer, Heizkraftwerke müssen Wärme liefern, und viele ältere Wind- und Solaranlagen erhalten eine Marktprämie, die einen negativen Preis ausgleichen kann. Erst wenn er die Prämie aufzehrt, lohnt das Abschalten. Für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gingen, sinkt der Förderwert bei negativem Spotmarktpreis dagegen auf null, Ausnahmen gelten für kleine Anlagen.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Die Börse ist Ihr Strompreis</h2>
<p>Der Großhandelspreis ist nur der reine Beschaffungspreis. Ein negativer Börsenpreis heißt nicht, dass Ihr Stromversorger Ihnen automatisch etwas zahlt, denn der Endpreis enthält weitere Bestandteile, und was an Sie weitergegeben wird, hängt vom Vertrag ab. Außerdem läuft nur rund ein Fünftel des gesamten Handelsvolumens über die Strombörsen. Der Rest wird direkt zwischen Unternehmen vereinbart. Der Börsenpreis gilt trotzdem als Indikator für den Großhandel insgesamt.</p>
<h2>Mehrere Märkte, mehrere Preise</h2>
<p>Strom wird Jahre im Voraus auf dem Terminmarkt gehandelt, am Vortag im Day-Ahead-Handel und noch am selben Tag im Intraday-Handel. Die Preise unterscheiden sich teils deutlich. Auf dem kurzfristigen Markt steuern Händler nach, sobald sie Einspeisung und Verbrauch genauer abschätzen können. Terminpreise bieten dagegen Planungssicherheit. Eine Schlagzeile über „den“ Börsenpreis meint meist den Day-Ahead-Preis.</p>
<h2>Warum Österreich anders liegen kann</h2>
<p>Deutschland und Luxemburg bilden eine Gebotszone mit einheitlichem Börsenpreis. Österreich wird als eigene Region ausgewiesen. Die Day-Ahead-Märkte sind zwar gekoppelt und werden gemeinsam berechnet, identisch müssen die Preise deshalb aber nicht sein.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.smard.de/page/home/wiki-article/446/562">SMARD (Bundesnetzagentur), Großhandelspreise: Merit-Order, Grenzkraftwerk, Märkte, Anteil des Börsenhandels</a></li>
<li><a href="https://www.smard.de/page/en/wiki-article/5884/105426/negative-wholesale-prices">SMARD, Negative Großhandelspreise: Ursachen, Ostermontag 2019, Marktprämie</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__51.html">§ 51 EEG: Förderwert bei negativen Spotmarktpreisen</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__100.html">§ 100 Abs. 46 EEG: Übergang für Anlagen vor dem 25. Februar 2025</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-schwanken-strompreise-an-der-boerse/">Warum schwanken Strompreise an der Börse?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum sagt der Median beim Gehalt mehr als der Durchschnitt?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-sagt-der-median-beim-gehalt-mehr-als-der-durchschnitt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6104</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Median trennt die obere von der unteren Hälfte und reagiert kaum auf einzelne sehr hohe Gehälter. Der Durchschnitt wird davon nach oben gezogen, deshalb verdient die Mehrheit weniger als das Durchschnittsgehalt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-sagt-der-median-beim-gehalt-mehr-als-der-durchschnitt/">Warum sagt der Median beim Gehalt mehr als der Durchschnitt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Median teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Hälften und bleibt von wenigen Spitzengehältern fast unberührt. Der Durchschnitt dagegen rechnet jeden Euro an der Spitze mit ein und liegt deshalb über dem, was die meisten verdienen.</p>
<h2>Ein einziges Gehalt verschiebt nur den Durchschnitt</h2>
<p>Fünf Personen verdienen im Jahr 30.000, 35.000, 40.000, 45.000 und 50.000 Euro. Durchschnitt und Median liegen beide bei 40.000 Euro. Nun steigt das höchste Gehalt von 50.000 auf 250.000 Euro:</p>
<table>
<tr>
<th></th>
<th>Vorher</th>
<th>Nachher</th>
</tr>
<tr>
<td>Durchschnitt</td>
<td>40.000 €</td>
<td>80.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Median</td>
<td>40.000 €</td>
<td>40.000 €</td>
</tr>
</table>
<p>Nachher hat sich der Durchschnitt verdoppelt, obwohl vier von fünf Personen keinen Euro mehr bekommen. Nur der Median beschreibt noch, was in der Mitte verdient wird.</p>
<h2>Deutschland zeigt genau dieses Muster</h2>
<p>Für Vollzeitbeschäftigte nennt das Statistische Bundesamt für 2025 einen Median beim Bruttojahresverdienst von 54.066 Euro und einen Durchschnitt von 64.441 Euro. Das sind gut 10.000 Euro Abstand. Das oberste Zehntel beginnt bei 100.719 Euro, das unterste endet bei 33.828 Euro. Die obere Grenze ist also deutlich weiter vom Median entfernt als die untere, und genau das zieht den Durchschnitt nach oben.</p>
<p>Auch beim Monatsgehalt gilt: Das Durchschnittsgehalt von Vollzeitkräften lag im April 2025 bei 4.784 Euro brutto, doch nur etwa ein Drittel verdiente mehr. Rund zwei Drittel lagen darunter. Statistiker nennen eine solche Verteilung rechtsschief.</p>
<h2>Auch der Median hat Grenzen</h2>
<p>Er sagt nichts darüber aus, was am oberen oder unteren Rand geschieht. Steigen nur die höchsten Gehälter, bleibt er stehen. Wer die Spreizung wissen will, braucht weitere Werte wie die Grenzen der untersten und obersten Zehntel.</p>
<p>Prüfen Sie außerdem, für wen eine Zahl gilt. Die 54.066 Euro beziehen sich nur auf Vollzeitkräfte, die 2025 mindestens sieben Monate beschäftigt waren, und enthalten steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Teilzeitkräfte fehlen. Der Vergleich mit dem eigenen Bruttomonatsgehalt ohne Sonderzahlungen hinkt deshalb. Zudem hängt der Wert an Branche und Region: Im Westen lag der Median 2025 bei 55.435 Euro, im Osten ohne Berlin bei 46.013 Euro.</p>
<p>Das Prinzip gilt überall, auch in Österreich: Immer wenn wenige sehr hohe Werte auf viele mittlere treffen, liegt der Durchschnitt über dem Median. Beim Nettovermögen der deutschen Haushalte lag der Durchschnitt 2023 laut Bundesbank sogar beim 3,1-Fachen des Medians.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html">Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom April 2026: Median, Durchschnitt, Perzentile, Abgrenzung</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-Branche-Berufe/_inhalt.html">Statistisches Bundesamt, Verdienste: Durchschnitt April 2025, Anteil über dem Durchschnitt, rechtsschiefe Verteilung</a></li>
<li><a href="https://publikationen.bundesbank.de/content/954598">Deutsche Bundesbank, Vermögensbefragung 2023: Verhältnis von Mittelwert zu Median</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-sagt-der-median-beim-gehalt-mehr-als-der-durchschnitt/">Warum sagt der Median beim Gehalt mehr als der Durchschnitt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum liegt die Maastricht-Grenze bei 60 Prozent?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-liegt-die-maastricht-grenze-bei-60-prozent/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 11:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6103</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine feste wissenschaftliche Grenze steckt nicht dahinter. Die 60 Prozent passen rechnerisch zu 3 Prozent Defizit bei 5 Prozent nominalem Wachstum und lagen nach einer Deutung in den Verhandlungen nahe dem damaligen Durchschnitt der Staaten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-liegt-die-maastricht-grenze-bei-60-prozent/">Warum liegt die Maastricht-Grenze bei 60 Prozent?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die 60 Prozent markieren keinen Punkt, ab dem Staaten nachweislich in Schwierigkeiten geraten. Die Zahl passt rechnerisch zur Defizitgrenze von 3 Prozent, wenn die Wirtschaft nominal um 5 Prozent wächst, und sie lag in den Verhandlungen zur Währungsunion offenbar nahe am damaligen Schuldendurchschnitt.</p>
<h2>Die Rechnung: 3 und 60 gehören zusammen</h2>
<p>Das Protokoll zum Verfahren bei einem übermäßigen Defizit gehört zu den EU-Verträgen und nennt zwei Referenzwerte: 3 Prozent Defizit und 60 Prozent Schuldenstand, jeweils gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Verbindung sehen Sie an einem einfachen Beispiel, bei dem das Defizit vereinfacht am Vorjahres-BIP gemessen wird:</p>
<table>
<tr>
<th></th>
<th>Start</th>
<th>5 Prozent Wachstum</th>
<th>2 Prozent Wachstum</th>
</tr>
<tr>
<td>BIP</td>
<td>100</td>
<td>105</td>
<td>102</td>
</tr>
<tr>
<td>Neue Schulden</td>
<td>–</td>
<td>3</td>
<td>3</td>
</tr>
<tr>
<td>Schulden</td>
<td>60</td>
<td>63</td>
<td>63</td>
</tr>
<tr>
<td>Schuldenquote</td>
<td>60,0 Prozent</td>
<td>60,0 Prozent</td>
<td>61,8 Prozent</td>
</tr>
</table>
<p>Bei 5 Prozent nominalem Wachstum, etwa 3 Prozent real und 2 Prozent Inflation, hält ein Defizit von 3 Prozent die Quote also genau bei 60. Das ist die Annahme, die Carlos Marinheiro im Blog des portugiesischen Rats für öffentliche Finanzen beschreibt. Wächst das BIP langsamer, steigt die Quote trotz eingehaltener Defizitgrenze. Beide Werte stimmen demnach nur unter einer bestimmten Wachstumsannahme überein.</p>
<h2>Warum gerade 60 und nicht 50 oder 70?</h2>
<p>Das Zahlenpaar erklärt nur, warum beide Werte zueinander passen, nicht warum man bei 60 begann. Mit 40 Prozent Schuldenstand und 2 Prozent Defizit ginge die Rechnung genauso auf. Eine zweite Erklärung liefern Dieter Plehwe und Moritz Neujeffski. Sie halten die Zahl für eine ohne wissenschaftliche Grundlage gesetzte Marke und berufen sich auf den Ökonomen Luigi Pasinetti, nach dessen Deutung 60 Prozent ungefähr dem durchschnittlichen Schuldenstand der Mitgliedstaaten während der Verhandlungen entsprach. Das ist eine Deutung, kein amtlich festgehaltener Beweggrund. Eine Rechnung, die aus den Folgen für die Wirtschaft genau 60 Prozent ableitet, nennen beide Quellen nicht.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Ab 60 Prozent wird es gefährlich</h2>
<p>Überschreitet ein Staat die 60 Prozent, kippt nichts automatisch. Der Wert ist ein Referenzwert, an den ein Überwachungsverfahren anknüpft: Die EU-Staaten melden Defizit und Schulden zweimal im Jahr, Eurostat prüft die Daten, und Kommission und Rat bewerten die Lage in vorgegebenen Fristen. Am Ende können Geldbußen stehen, doch der Weg dorthin führt über politische Entscheidungen. Österreich etwa lag Ende 2025 nach Angaben der Bundesfinanzierungsagentur OeBFA bei 81,5 Prozent.</p>
<p>Auch die Umkehrung gilt nicht. Unter 60 Prozent ist ein Staat nicht automatisch sicher. Was er tragen kann, hängt ebenso von Zinsen, Wachstum, der Laufzeit seiner Schulden und dem Vertrauen der Anleger ab.</p>
<h2>Warum die Zahl trotzdem bleibt</h2>
<p>Ein fester Bezugspunkt hat Vorteile: Er ist für alle Staaten gleich und leicht nachzurechnen. Die Annahme dahinter hat jedoch Gewicht. Wächst die Wirtschaft dauerhaft langsamer als die gedachten 5 Prozent, zeigt die Tabelle die Folge: Bei 2 Prozent Wachstum reichen 3 Prozent Defizit aus, um die Quote weiter nach oben zu schieben.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://ec.europa.eu/eurostat/web/government-finance-statistics/excessive-deficit-procedure">Eurostat, Excessive deficit procedure: Protokoll zum Vertrag, Referenzwerte 3 und 60 Prozent, Meldetermine, Verfahren</a></li>
<li><a href="https://www.bundesbank.de/de/statistiken/oeffentliche-finanzen/maastricht-defizit-und-schuldenstand">Bundesbank, Maastricht-Defizit und -Schuldenstand: Referenzwerte und Prüfung durch Eurostat</a></li>
<li><a href="https://www.cfp.pt/en/blog/fiscal-policy/are-2-the-new-3-or-90-the-new-60">Carlos Marinheiro, Conselho das Finanças Públicas: Vereinbarkeit von 3 und 60 Prozent bei 5 Prozent nominalem Wachstum</a></li>
<li><a href="https://ebooks.socialeurope.eu/7/austerity/119/mickey-mouse-numbers-in-economic-history-the-origins-and-spinning-of-60-90-percent-debt-to-gdp-ratios">Plehwe und Neujeffski, Social Europe: Deutung nach Pasinetti, 60 Prozent als damaliger Durchschnitt</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/_inhalt.html">Destatis, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen: Verfahren bei einem übermäßigen Defizit und mögliche Geldbußen</a></li>
<li><a href="https://www.oebfa.at/presse/presseuebersicht/2026/annual-review-2026.html">OeBFA, Jahresrückblick 2025: Schuldenquote Österreichs Ende 2025</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-liegt-die-maastricht-grenze-bei-60-prozent/">Warum liegt die Maastricht-Grenze bei 60 Prozent?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum liegen Konjunkturprognosen oft daneben?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-liegen-konjunkturprognosen-oft-daneben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 10:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6102</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weil Prognosen auf unvollständigen Daten beruhen, Schocks nicht vorhersehbar sind und sinkende Trendwachstumsraten spät auffallen. Für das Folgejahr lag der mittlere Fehler in einer ifo-Auswertung bei fast 1,5 Prozentpunkten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-liegen-konjunkturprognosen-oft-daneben/">Warum liegen Konjunkturprognosen oft daneben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Prognosen liegen daneben, weil sie auf Daten aufbauen, die noch nicht vollständig sind, und weil Ereignisse wie Krisen sich nicht vorhersehen lassen. Mit dem Abstand zum Ziel wächst der Fehler stark, das zeigen die Zahlen einer ifo-Auswertung.</p>
<h2>So groß war der Fehler</h2>
<p>Timo Wollmershäuser vom ifo Institut hat 2017 die Gemeinschaftsdiagnose der Forschungsinstitute und die Prognosen des Bundeswirtschaftsministeriums mit den ersten amtlichen Jahreszahlen verglichen. Die Tabelle zeigt den mittleren absoluten Fehler beim realen BIP in Prozentpunkten, unabhängig davon, ob die Prognose zu hoch oder zu niedrig lag:</p>
<table>
<tr>
<th>Abstand zum Jahresende</th>
<th>Typische Prognose</th>
<th>Institute</th>
<th>Ministerium</th>
</tr>
<tr>
<td>2 Quartale</td>
<td>Herbst für das laufende Jahr</td>
<td>0,13</td>
<td>0,24</td>
</tr>
<tr>
<td>4 Quartale</td>
<td>Frühjahr für das laufende Jahr</td>
<td>0,61</td>
<td>0,49</td>
</tr>
<tr>
<td>6 Quartale</td>
<td>Herbst für das nächste Jahr</td>
<td>1,02</td>
<td>1,08</td>
</tr>
<tr>
<td>8 Quartale</td>
<td>Frühjahr für das nächste Jahr</td>
<td>1,43</td>
<td>1,44</td>
</tr>
</table>
<p>Lesen Sie eine solche Prognose daher als Spanne. Sagt ein Frühjahrsgutachten für das Folgejahr 1,0 Prozent voraus, bedeutet ein Fehler dieser Größe grob: Ein Wert zwischen minus 0,4 und plus 2,4 Prozent wäre nicht ungewöhnlich. Das reicht von einer leicht schrumpfenden bis zu einer klar wachsenden Wirtschaft.</p>
<h2>Die Institute und das Ministerium irren ähnlich</h2>
<p>Auch ein paar Tage mehr Daten helfen kaum. Das Ministerium schließt seine Projektion meist etwa eine Woche nach dem Gutachten der Institute ab, schnitt aber nicht besser ab. Beim kürzesten Abstand war sein Fehler sogar fast doppelt so hoch. Das Problem scheint also nicht an einzelnen Prognostikern zu liegen, sondern an der Aufgabe.</p>
<h2>Warum gerade die langen Prognosen zu optimistisch sind</h2>
<p>Im Durchschnitt heben sich zu hohe und zu niedrige Prognosen nicht auf. Beim längsten Abstand lagen die Prognosen beim realen BIP im Schnitt über den tatsächlichen Werten, beim Ministerium um 0,63 und bei den Instituten um 0,45 Prozentpunkte, wobei die Auswertung nur den Wert des Ministeriums als statistisch gesichert ausweist. Der Autor verweist auf einen Mechanismus: Sinkt das langfristige Trendwachstum einer Wirtschaft, wird das zunächst als vorübergehende Schwäche gedeutet. Die Prognostiker lassen das Wachstum daher wieder zum alten Trend zurückkehren. Erst später zeigt sich, dass dieser Trend nicht mehr gilt. Deutschlands Trendwachstum fiel von über 3 Prozent Anfang der 1990er-Jahre auf unter 1 Prozent in den Jahren 2009 bis 2012, was erst mit Verzögerung erkannt wurde.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Eine Prognose ist eine Vorhersage auf die Stelle genau</h2>
<p>Die Angabe „1,3 Prozent“ wirkt präzise, ist aber der mittlere Wert einer breiten Verteilung. Hinzu kommt, dass das Ziel selbst wandert. Die obigen Fehler beziehen sich auf die erste amtliche Zahl, und auch die wird später überarbeitet. So verschob Destatis 2026 das Wachstum 2024 von minus 0,5 auf 0,0 Prozent. Eine Prognose kann also gemessen an der ersten Zahl falsch sein und gemessen an der späteren richtig, oder umgekehrt.</p>
<h2>Warum man trotzdem prognostiziert</h2>
<p>Die Projektionen der Bundesregierung sind die Grundlage für die Steuerschätzung, für die Meldungen an die EU und für die Kreditobergrenze der Schuldenbremse. Ohne Annahme zum Wachstum lässt sich kein Haushalt aufstellen. Für Sie als Leser folgt daraus: Vergleichen Sie Richtung und Änderung der Prognosen und achten Sie darauf, für welches Jahr sie gelten. Eine Prognose für das laufende Jahr im Herbst ist deutlich verlässlicher als eine für das nächste Jahr im Frühjahr.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.ifo.de/DocDL/sd-2017-03-wollmershaeuser-gd-bmwi-prognosen-2017-02-09.pdf">Wollmershäuser, ifo Schnelldienst 3/2017: Tabellen 2 und 3, Prognosefehler und Überoptimismus, Nutzung der Projektionen</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/sommerueberarbeitung-2026.html">Destatis, Sommerüberarbeitung 2026: Revision des Wachstums 2024</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum können Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zugleich steigen?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-koennen-beschaeftigung-und-arbeitslosigkeit-zugleich-steigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 08:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6101</guid>

					<description><![CDATA[<p>Beide Zahlen steigen zugleich, wenn mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen, als neue Stellen entstehen. Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sind keine kommunizierenden Röhren, weil dazwischen das Arbeitskräfteangebot schwankt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-koennen-beschaeftigung-und-arbeitslosigkeit-zugleich-steigen/">Warum können Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zugleich steigen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beide steigen, wenn mehr Menschen arbeiten wollen, als neue Stellen entstehen. Die zusätzlichen Stellen werden besetzt, doch ein Teil der Neuen bleibt ohne Job.</p>
<h2>Die Rechnung geht nur mit drei Größen auf</h2>
<p>Viele denken: Eine neue Stelle holt einen Arbeitslosen aus der Statistik. Das stimmt nur, wenn die Zahl der Arbeitswilligen gleich bleibt. Tatsächlich gilt vereinfacht:</p>
<p><strong>Erwerbspersonen = Erwerbstätige + Arbeitslose</strong></p>
<p>Nehmen Sie ein Land mit 100 Erwerbstätigen und 5 Arbeitslosen, also 105 Erwerbspersonen. Treten 5 Menschen neu in den Arbeitsmarkt ein und entstehen 3 Stellen, gibt es 103 Erwerbstätige und 7 Arbeitslose. Beide Zahlen sind gewachsen. Auch die Quote steigt, von 4,8 auf 6,4 Prozent.</p>
<h2>Deutschland hat genau das 2023 erlebt</h2>
<table>
<tr>
<th>Jahresschnitt</th>
<th>2022</th>
<th>2023</th>
<th>Veränderung</th>
</tr>
<tr>
<td>Erwerbstätige</td>
<td>45.622.000</td>
<td>45.909.000</td>
<td>+287.000</td>
</tr>
<tr>
<td>Arbeitslose</td>
<td>2.418.000</td>
<td>2.609.000</td>
<td>+191.000</td>
</tr>
<tr>
<td>Erwerbspersonenpotenzial</td>
<td>47.951.000</td>
<td>48.325.000</td>
<td>+373.000</td>
</tr>
</table>
<p>Das Erwerbspersonenpotenzial nach der Abgrenzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) umfasst Erwerbstätige, Erwerbslose nach ILO und die Stille Reserve. Es wuchs 2023 kräftig. Für 2024 nennt das Statistische Bundesamt als Gründe des weiteren Beschäftigungsanstiegs eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung und zugewanderte Arbeitskräfte.</p>
<h2>Woher die zusätzlichen Menschen kommen</h2>
<ul>
<li><strong>Zuwanderung:</strong> Neu Angekommene finden nicht alle sofort eine Stelle.</li>
<li><strong>Mehr Erwerbsbeteiligung:</strong> Wer zuvor nicht gesucht hat, sucht nun. Das Statistische Bundesamt zählt zur Stillen Reserve etwa Menschen, die grundsätzlich arbeiten würden und verfügbar sind, aber nicht suchen.</li>
<li><strong>Passen Stelle und Person nicht:</strong> In einer Branche entstehen Jobs, in einer anderen fallen welche weg. Die Bundesagentur hält fest, dass Arbeitslose keine feste Gruppe sind, sondern jeden Monat Menschen zu- und abgehen.</li>
</ul>
<h2>Die Zählweise kann eine Überschneidung erzeugen</h2>
<p>Die Quellen zählen zudem nach unterschiedlichen Regeln. Wer als gemeldeter Arbeitsloser weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet, gilt nach der ILO-Definition als erwerbstätig, während die Bundesagentur ihn zu den Arbeitslosen zählt. Eine Person taucht dann auf beiden Seiten der Debatte auf. Das erklärt nicht den Anstieg von 2023, erinnert aber daran, dass beide Zahlen aus unterschiedlichen Systemen stammen.</p>
<p>Umgekehrt ist auch der Gegenfall möglich. Das IAB erwartet für 2026 sinkende Erwerbstätigenzahlen und zugleich ein schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial. Sinkende Beschäftigung muss die Arbeitslosigkeit also nicht im gleichen Maß erhöhen, wenn zugleich weniger Menschen zur Verfügung stehen.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-17.pdf">IAB-Kurzbericht 17/2026: Tabellen zu Erwerbstätigen, Arbeitslosen und Erwerbspersonenpotenzial, Prognose 2026/2027</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2025/bip2024/statement-bip.pdf?__blob=publicationFile">Statistisches Bundesamt, Pressekonferenz BIP 2024: Erwerbstätigkeit, Erwerbsbeteiligung, Zuwanderung</a></li>
<li><a href="https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Grundlagen/Definitionen/Kennzahlensteckbriefe/Arbeitslosenquote">Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Kennzahlensteckbrief: Erwerbspersonen</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Glossar/erwerbslose.html">Statistisches Bundesamt, Glossar Erwerbslose: Abgrenzung bei weniger als 15 Wochenstunden</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Glossar/stille-reserve.html">Statistisches Bundesamt, Glossar Stille Reserve</a></li>
<li><a href="https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Statistik-erklaert/Arbeitsuche-Arbeitslosigkeit-Unterbeschaeftigung-Nav.html">Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Statistik erklärt: Zu- und Abgänge</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ist Korrelation nicht dasselbe wie Kausalität?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-ist-korrelation-nicht-dasselbe-wie-kausalitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 07:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6100</guid>

					<description><![CDATA[<p>Korrelation zeigt nur, dass sich zwei Größen gemeinsam bewegen, nicht, dass die eine die andere verursacht. Oft steckt eine dritte Ursache dahinter, die umgekehrte Richtung oder der Zufall.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-ist-korrelation-nicht-dasselbe-wie-kausalitaet/">Warum ist Korrelation nicht dasselbe wie Kausalität?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Korrelation heißt, dass sich zwei Größen gemeinsam bewegen. Kausalität heißt, dass die eine die andere bewirkt. Das Statistische Bundesamt fasst den Unterschied so: Korrelationen sind kein Beweis für Wirkungszusammenhänge, sondern Indizien, denen man weiter nachgehen muss.</p>
<h2>Eine dritte Ursache kann beide Größen bewegen</h2>
<p>Das Deutsche Ärzteblatt beschreibt dazu ein Beispiel: Wird ein Zusammenhang zwischen Kaffeetrinken und koronarer Herzkrankheit beobachtet, könnte man Kaffee als Ursache vermuten. Kaffeetrinker rauchen aber überdurchschnittlich oft, und Rauchen ist eine starke Ursache dieser Krankheit. Wer das Rauchen nicht mit erfasst, schreibt dem Kaffee eine Wirkung zu, die anderswo herkommt. Eine solche Störgröße heißt in der Fachsprache Confounder.</p>
<p>Das Statistische Bundesamt nennt selbst einen Fall: Auf der Nordhalbkugel korrelieren globale Erwärmung und steigende Lebenserwartung stark. Niemand wird deshalb länger leben, weil es wärmer wird. Wahrscheinliche Ursachen sind industrielle Entwicklung, medizinischer Fortschritt und bessere Lebensbedingungen.</p>
<h2>Vier Erklärungen, bevor man auf Ursache und Wirkung schließt</h2>
<table>
<tr>
<th>Erklärung</th>
<th>Muster</th>
<th>Gedachtes Beispiel</th>
</tr>
<tr>
<td>A bewirkt B</td>
<td>echte Ursache</td>
<td>Regen macht die Straße nass</td>
</tr>
<tr>
<td>B bewirkt A</td>
<td>umgekehrte Richtung</td>
<td>Firmen mit hohem Gewinn geben mehr für Werbung aus, nicht unbedingt umgekehrt</td>
</tr>
<tr>
<td>C bewirkt A und B</td>
<td>dritte Größe</td>
<td>Hitze erhöht Eisverkäufe und Sonnenbrände</td>
</tr>
<tr>
<td>Zufall</td>
<td>kein Zusammenhang</td>
<td>Zwei Zeitreihen passen ein paar Jahre lang zufällig zusammen</td>
</tr>
</table>
<h2>Der häufige Irrtum: Je enger die Kurven, desto sicherer der Beweis</h2>
<p>Eine hohe Korrelation sagt nichts über die Ursache. Das lässt sich nachrechnen: Eine Reihe wächst Jahr für Jahr von 1 auf 2, 3 und 4, eine andere von 10 auf 20, 30 und 40. Der Korrelationskoeffizient beträgt exakt 1, also den höchstmöglichen Wert, auch wenn die erste Fahrradpreise und die zweite die Zahl der Hunde einer Stadt misst. Alles, was stetig wächst, korreliert stark mit allem anderen, was stetig wächst. Bei Wirtschaftsdaten kommt das häufig vor, weil Preise, Löhne und Bevölkerung oft zugleich steigen.</p>
<h2>Ein Experiment kann Ursachen besser zeigen als eine Beobachtung</h2>
<p>Am sichersten lässt sich eine Ursache prüfen, wenn der Zufall entscheidet, wer eine Behandlung bekommt. Dann sollen sich bekannte und unbekannte Störgrößen gleichmäßig auf die Gruppen verteilen, heißt es im Ärzteblatt. In Beobachtungsstudien gelingt das selten. Viele Fragen lassen sich aber nur beobachten, Rauchen und Lungenkrebs etwa: Niemand darf Menschen per Los zum Rauchen verpflichten. Dort rechnen Forschende bekannte Störgrößen so weit wie möglich heraus, zum Beispiel, indem sie Raucher und Nichtraucher getrennt auswerten. Bleibt der Zusammenhang in jeder Gruppe bestehen, wird er plausibler. Beweisen lässt er sich so nicht allein durch einen einzigen Wert; es braucht mehrere Hinweise.</p>
<p>Ein Warnzeichen in Meldungen sind Verben wie „macht“, „führt zu“ oder „senkt“, wenn die zugrunde liegende Arbeit nur Daten verglichen hat. Vorsichtige Forschende schreiben „hängt zusammen mit“.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://service.destatis.de/eLearning/modul18/lm_pg_5824.html">Statistisches Bundesamt, E-Learning Korrelationsanalyse: Indizien statt Beweise, Drittvariablen, Beispiel Erwärmung und Lebenserwartung</a></li>
<li><a href="https://api.aerzteblatt.de/pdf/106/41/m664.pdf">Hammer, du Prel, Blettner, Dtsch Arztebl Int 2009: Confounding, Beispiel Kaffee und Rauchen, Randomisierung, Schichtung</a></li>
<li><a href="https://api.aerzteblatt.de/pdf/106/15/m262.pdf">Röhrig u. a., Dtsch Arztebl Int 2009, Studientypen: Experimente für Kausalaussagen, Beobachtungsstudien</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-ist-korrelation-nicht-dasselbe-wie-kausalitaet/">Warum ist Korrelation nicht dasselbe wie Kausalität?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ist die Tarifbindung wichtig?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-ist-die-tarifbindung-wichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/?p=6099</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tarifbindung entscheidet darüber, ob ein ausgehandelter Lohn verbindlich gilt oder einzeln vereinbart wird. In Deutschland arbeiteten 2025 rund 49 Prozent der Beschäftigten unter einem Tarifvertrag, in Österreich sind etwa 95 Prozent erfasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-ist-die-tarifbindung-wichtig/">Warum ist die Tarifbindung wichtig?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tarifbindung entscheidet, ob für ein Arbeitsverhältnis ausgehandelte Mindestbedingungen rechtlich zwingend gelten. Sie ist wichtig, weil sie regelt, ob Lohn, Arbeitszeit und weitere Bedingungen kollektiv abgesichert sind oder einzeln vereinbart werden müssen. Laut Statistischem Bundesamt galt das 2025 für rund 49 Prozent der Beschäftigten in Deutschland.</p>
<h2>Verbindlich heißt: Nach unten darf nicht abgewichen werden</h2>
<p>Nach dem Tarifvertragsgesetz gelten die Regeln eines Tarifvertrags zwischen den beiderseits Gebundenen unmittelbar und zwingend. Abweichen darf man nur, wenn der Tarifvertrag das erlaubt oder die Änderung für den Beschäftigten günstiger ist. Ein Beispiel: Sieht ein Tarifvertrag 20 Euro je Stunde vor, ist eine Vereinbarung über 18 Euro bei beiderseitiger Bindung unwirksam, eine über 22 Euro dagegen erlaubt. Ohne Bindung gilt, was im Vertrag steht, solange der gesetzliche Mindestlohn eingehalten wird. Allerdings enthalten Branchentarifverträge oft Öffnungsklauseln, die dem Betrieb Abweichungen gestatten.</p>
<h2>Die Bindung hängt stark am Arbeitsplatz</h2>
<table>
<tr>
<th>Deutschland 2025</th>
<th>Anteil mit Tarifvertrag</th>
</tr>
<tr>
<td>Öffentlicher Sektor</td>
<td>95 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Bergbau, Energie, Wasser</td>
<td>76 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Information und Kommunikation</td>
<td>10 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Betriebe mit über 200 Beschäftigten</td>
<td>73 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Betriebe mit 1 bis 4 Beschäftigten</td>
<td>16 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Westdeutschland, gerundet</td>
<td>50 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Ostdeutschland</td>
<td>45 %</td>
</tr>
</table>
<p>Im Westen waren 1998 noch 76 Prozent erfasst, im Osten 63 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf Beschäftigte. Weil große Betriebe öfter gebunden sind, sagt der Anteil nichts über den Anteil der Betriebe aus.</p>
<h2>Sie wirkt auch über den einzelnen Vertrag hinaus</h2>
<p>Der deutsche Mindestlohn orientiert sich gesetzlich nachlaufend an der Tarifentwicklung. Sinkende Abdeckung ändert also auch, wie breit die Basis dieser Orientierung ist. Die EU-Mindestlohnrichtlinie setzt bei 80 Prozent Abdeckung eine Marke: Darunter müssen die Staaten Aktionspläne aufstellen. Deutschland lag mit rund 49 Prozent deutlich unter dieser Schwelle.</p>
<h2>Österreich ist das Gegenbild</h2>
<p>Dort sind nach Angaben des Sozialministeriums rund 95 Prozent der Beschäftigten durch Kollektivverträge abgesichert. Das Arbeitsverfassungsgesetz erstreckt den Vertrag zudem auf alle Beschäftigten eines gebundenen Arbeitgebers, und das ersetzt in der Praxis den gesetzlichen Mindestlohn. Die beiden Nachbarländer zeigen damit zwei verschiedene Wege: In Deutschland schützt eine gesetzliche Untergrenze auch ohne Tarif, in Österreich vor allem der Tarif selbst.</p>
<p>Wichtig für den Vergleich: Tarifbindung sagt noch nichts über die Lohnhöhe im einzelnen Betrieb. Sie beschreibt zunächst nur, ob ein Tarifvertrag gilt.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-5/tarifbindung-arbeitnehmer.html">Statistisches Bundesamt, Tarifbindung: Anteile 2025, Branchen, Betriebsgröße, Entwicklung seit 1998, Öffnungsklauseln</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/tvg/__4.html">§ 4 Tarifvertragsgesetz: unmittelbare und zwingende Wirkung, Günstigkeit</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__9.html">§ 9 MiLoG: Orientierung an der Tarifentwicklung</a></li>
<li><a href="https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Arbeit/Arbeitsrecht/Entlohnung/EU-Mindestlohnrichtlinie.html">Sozialministerium, EU-Mindestlohnrichtlinie: 80-Prozent-Schwelle</a></li>
<li><a href="https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Arbeit/Arbeitsrecht/Entlohnung/FAQ-Mindestlohn.html">Sozialministerium, FAQ Mindestlohn: Abdeckung in Österreich</a></li>
<li><a href="https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10008329">Arbeitsverfassungsgesetz (RIS): § 12 Außenseiterwirkung</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-ist-die-tarifbindung-wichtig/">Warum ist die Tarifbindung wichtig?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum hat Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-hat-oesterreich-keinen-gesetzlichen-mindestlohn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-hat-oesterreich-keinen-gesetzlichen-mindestlohn/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Österreich überlässt die Lohnuntergrenzen den Kollektivverträgen der Sozialpartner, die laut Sozialministerium rund 95 Prozent der Beschäftigten erfassen. Auch die EU verlangt keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-hat-oesterreich-keinen-gesetzlichen-mindestlohn/">Warum hat Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Österreich hat kein Gesetz mit einem allgemeinen Mindestlohn, weil Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen die Untergrenzen je Branche in Kollektivverträgen aushandeln. Laut Sozialministerium gibt es über 800 solcher Verträge, und rund 95 Prozent der Beschäftigten sind dadurch abgesichert.</p>
<h2>Der Kollektivvertrag ersetzt das Gesetz</h2>
<p>Die Mindestlöhne der Kollektivverträge dürfen weder durch Arbeitsvertrag noch durch Betriebsvereinbarung unterschritten werden. Welcher Vertrag gilt, hängt an der Branche des Betriebs, nicht an der Tätigkeit: Dieselbe Elektrikerin kann je nach Arbeitgeber unter unterschiedliche Kollektivverträge fallen.</p>
<p>Die hohe Abdeckung hat auch mit dem Arbeitsverfassungsgesetz zu tun. Paragraf 12 erstreckt den Vertrag eines Arbeitgebers auch auf dessen Beschäftigte, die selbst nicht Mitglied der vertragsschließenden Organisation sind. Es genügt also, dass der Arbeitgeber gebunden ist.</p>
<h2>Vierzehn Gehälter verändern den Vergleich</h2>
<p>Die meisten Kollektivverträge sehen laut Sozialministerium mindestens 1.700 Euro brutto vor, und zwar 14-mal im Jahr. Wer das mit einem Monatslohn in Deutschland vergleicht, muss umrechnen:</p>
<p><strong>1.700 € × 14 : 12 = 1.983 € im Monatsschnitt</strong></p>
<p>Nominell 1.700 Euro sind aufs Jahr gerechnet also 283 Euro je Monat mehr, als die Zahl vermuten lässt. Ein Stundenvergleich hängt zusätzlich an der jeweils vereinbarten Arbeitszeit.</p>
<h2>Für Lücken gibt es Ersatz, aber nicht überall</h2>
<p>Ohne Kollektivvertrag können andere Instrumente greifen, die ebenso verbindlich sind:</p>
<ul>
<li><strong>Satzung:</strong> Das Bundeseinigungsamt erklärt einen Kollektivvertrag auf Antrag auch außerhalb seines Geltungsbereichs für verbindlich.</li>
<li><strong>Mindestlohntarif:</strong> Es setzt Mindestentgelte fest, wenn auf Arbeitgeberseite keine kollektivvertragsfähige Körperschaft besteht und keine Satzung gilt.</li>
<li><strong>Heimarbeitstarife und Lehrlingseinkommen</strong> für besondere Gruppen.</li>
</ul>
<p>Bleibt eine Branche trotzdem offen, schuldet der Arbeitgeber nur ein angemessenes oder ortsübliches Entgelt. Das Sozialministerium nennt als Beispiel Fitnessbetriebe. Es spricht von wenigen Fällen, ohne eine Zahl anzugeben. Genau hier zeigt sich der Unterschied zu Deutschland, wo eine einzige Stundengrenze für nahezu alle gilt.</p>
<h2>Die EU-Richtlinie zwingt nicht zum Wechsel</h2>
<p>Die EU-Mindestlohnrichtlinie schreibt keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn vor. Staaten unter 80 Prozent Tarifabdeckung müssen Aktionspläne für mehr Tarifbindung aufstellen. Österreich liegt laut Ministerium darüber und ist davon nicht betroffen, sein System kann bleiben.</p>
<p>Durchgesetzt wird die Untergrenze über Gerichte und Behörden: Betroffene können ausstehendes Entgelt einklagen, sofern es nicht verjährt oder verfallen ist. Unterentlohnung ist zudem eine Verwaltungsübertretung, mit Geldstrafen bis zu 50.000 Euro.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Arbeit/Arbeitsrecht/Entlohnung/FAQ-Mindestlohn.html">Sozialministerium, FAQ Mindestlohn: Abdeckung, Anzahl, 1.700 Euro, Lücken, Strafen</a></li>
<li><a href="https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Arbeit/Arbeitsrecht/Entlohnung/EU-Mindestlohnrichtlinie.html">Sozialministerium, EU-Mindestlohnrichtlinie: 80-Prozent-Schwelle, keine Pflicht zum gesetzlichen Mindestlohn</a></li>
<li><a href="https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10008329">Arbeitsverfassungsgesetz (RIS): §§ 11, 12, 18, 22, 24</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-hat-oesterreich-keinen-gesetzlichen-mindestlohn/">Warum hat Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ist armutsgefährdet nicht dasselbe wie arm?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-ist-armutsgefaehrdet-nicht-dasselbe-wie-arm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-ist-armutsgefaehrdet-nicht-dasselbe-wie-arm/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Armutsgefährdung misst ein im Vergleich zur Landesmitte niedriges Einkommen, nicht ob jemand Miete, Heizung und Essen bezahlen kann. Dafür erfasst die EU getrennt die materielle und soziale Benachteiligung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-ist-armutsgefaehrdet-nicht-dasselbe-wie-arm/">Warum ist armutsgefährdet nicht dasselbe wie arm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Armutsgefährdet sagt nur, dass das Einkommen im Vergleich zur Mitte des eigenen Landes niedrig ist. Ob ein Mensch tatsächlich Mangel leidet, misst die Kennzahl nicht. Das Statistische Bundesamt und Statistik Austria weisen selbst darauf hin.</p>
<h2>Doppeltes Einkommen, gleiche Quote</h2>
<p>Stellen Sie sich vor, alle Einkommen im Land verdoppeln sich über Nacht, ohne dass die Preise steigen. Alle könnten sich mehr leisten. Die Armutsgefährdungsquote bliebe aber gleich, denn der Median und die 60-Prozent-Schwelle verdoppeln sich mit. Umgekehrt könnte sie sinken, wenn in einer Krise die mittleren Einkommen stärker fallen als die niedrigen, obwohl niemand mehr Geld hat.</p>
<p>Das ist kein Fehler, sondern der Sinn eines relativen Maßes: Es prüft, ob jemand gemessen an der Gesellschaft weit zurückfällt. Es folgt daraus aber auch: Die Schwelle hängt am Land. Ein Einkommen, das in einem Land darunter liegt, kann im Nachbarland darüber liegen.</p>
<h2>Was das Einkommen nicht erfasst</h2>
<p>Laut Statistik Austria entscheiden auch die Kosten im Haushalt und der Vermögenshintergrund darüber, wie jemand mit wenig Geld auskommt. Zwei Beispiele machen das anschaulich: Eine Pensionistin im abbezahlten Eigenheim und ein Alleinstehender zur Miete in der Stadt können dasselbe Einkommen haben und auf derselben Seite der Schwelle stehen, leben aber sehr verschieden. Aussagen darüber, wie gut ein Haushalt auskommt, lässt die Kennzahl laut Statistik Austria nicht zu.</p>
<h2>Die EU misst Mangel mit einer eigenen Liste</h2>
<p>Dafür gibt es den Indikator der erheblichen materiellen und sozialen Benachteiligung. Er fragt nicht nach Euro, sondern nach 13 Merkmalen, zum Beispiel: Kann der Haushalt die Wohnung warm halten, Miete oder Kredite pünktlich bezahlen, einmal im Jahr in den Urlaub fahren, abgenutzte Kleidung ersetzen? Wer sich mindestens sieben dieser Punkte finanziell nicht leisten kann, gilt als erheblich benachteiligt.</p>
<table>
<tr>
<th>Österreich 2025</th>
<th>Anteil</th>
<th>Was gemessen wird</th>
</tr>
<tr>
<td>Armutsgefährdet</td>
<td>15,9 %</td>
<td>Einkommen unter der Schwelle</td>
</tr>
<tr>
<td>Erheblich benachteiligt</td>
<td>2,9 %</td>
<td>mindestens 7 von 13 Merkmalen</td>
</tr>
<tr>
<td>Armuts- oder ausgrenzungsgefährdet</td>
<td>18,6 %</td>
<td>mindestens eines von drei Kriterien</td>
</tr>
</table>
<p>Der Abstand zwischen 15,9 und 2,9 Prozent zeigt, wie wenig beide Gruppen deckungsgleich sind. Die dritte Zeile ist der EU-Sammelindikator. Er verbindet niedriges Einkommen, erhebliche Benachteiligung und einen Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsintensität. Auch er spricht bewusst von Gefährdung und nicht von Armut.</p>
<p>Klingt eine Schlagzeile nach „jeder Sechste ist arm“, lohnt also ein zweiter Blick. Häufig ist die Einkommenskennzahl gemeint.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/_inhalt.html">Statistisches Bundesamt, Armutsgefährdung: kein Maß für Armut selbst, materielle Entbehrung, Sammelindikator</a></li>
<li><a href="https://www.statistik.at/fileadmin/pages/338/FAQs_zum_Thema_Armut_und_soziale_Eingliederung.pdf">Statistik Austria, Armut und soziale Eingliederung, FAQs EU-SILC 2025: Quoten, 13 Merkmale, Einschränkung</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum gilt Deflation als gefährlich?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-gilt-deflation-als-gefaehrlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-gilt-deflation-als-gefaehrlich/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weil anhaltend fallende Preise Käufe aufschieben, Gewinne und Beschäftigung drücken und Schulden real schwerer machen. Zugleich kann die Notenbank die Zinsen nur begrenzt senken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-gilt-deflation-als-gefaehrlich/">Warum gilt Deflation als gefährlich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deflation gilt als gefährlich, weil sich fallende Preise selbst verstärken können: Käufe werden verschoben, Firmen verdienen weniger, Einkommen sinken, während Schulden gleich hoch bleiben. Die Notenbank hat dagegen zudem weniger Mittel als gegen hohe Inflation.</p>
<h2>Nicht jeder Preisrückgang ist Deflation</h2>
<p>Ein Vertreter des EZB-Direktoriums definierte sie 2008 mit drei Merkmalen: Der Preisrückgang ist allgemein, er hält über mehrere Jahre an, und die Menschen erwarten ihn. Billigere Computer sind also keine Deflation, ebenso wenig ein Index, der kurz wegen Saisoneffekten oder Rohstoffpreisen unter null fällt. Auch Disinflation ist in seiner Rede etwas anderes: eine rasche Anpassung nach einem Schock, die vorübergehend sogar eine negative Rate bringen kann. Der Unterschied zur Deflation liegt in den Erwartungen.</p>
<h2>Die Spirale beginnt mit dem Abwarten</h2>
<p>Die EZB wählt als Beispiel ein neues Sofa. Wissen Sie, dass es in einem Jahr billiger ist, warten Sie vielleicht. Für sich genommen ist das vernünftig, doch wenn alle so handeln, bleiben Firmen auf ihrer Ware sitzen. Dann frieren oder senken sie Löhne, oder sie bauen Stellen ab, und das drückt die Nachfrage erneut. Dazu kommt, dass Nominallöhne nach unten schwer anzupassen sind. Fallen die Verkaufspreise, die Löhne aber nicht im gleichen Maß, schrumpft die Marge, und Unternehmen fragen weniger Arbeit nach.</p>
<h2>Schulden schrumpfen nicht mit</h2>
<p>Eine Kreditsumme bleibt nominal fest, das Einkommen zum Abzahlen aber nicht zwingend. Nehmen wir frei gewählte Werte:</p>
<table>
<tr>
<th></th>
<th>Start</th>
<th>Nach 5 Jahren</th>
</tr>
<tr>
<td>Jahreseinkommen, sinkt um 2 % pro Jahr</td>
<td>50.000 €</td>
<td>45.196 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Kreditsumme, unverändert, ohne Tilgung</td>
<td>100.000 €</td>
<td>100.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Schulden in Jahreseinkommen</td>
<td>2,00</td>
<td>2,21</td>
</tr>
</table>
<p>Die Last wächst um mehr als ein Zehntel, ohne dass ein einziger Euro neu aufgenommen wurde. Für Staaten gilt das ebenso: Steuereinnahmen gehen zurück, die Schulden aber nicht. Dann sind öffentliche Ausgaben etwa für Infrastruktur und Gesundheit schwerer zu halten.</p>
<h2>Der Notenbank geht das Werkzeug aus</h2>
<p>Gegen hohe Inflation kann eine Zentralbank die Zinsen praktisch so weit erhöhen wie nötig. Nach unten gibt es einen Punkt, ab dem weitere Senkungen keinen Sinn mehr ergeben. Sinkt zudem die erwartete Inflation unter null, steigt der reale Zins, auch wenn der Nominalzins unverändert bleibt. Ein Beispiel: Bei 1 Prozent Zins und 2 Prozent fallenden Preisen liegt er rechnerisch bei rund 3 Prozent. Dadurch werden Kredite in Wahrheit teurer, gerade wenn die Wirtschaft das Gegenteil bräuchte. Die EZB nennt ihr Ziel von 2 Prozent deshalb auch eine Sicherheitsmarge. Bleibt die Inflation länger niedrig, genügt schon ein kleiner Schock, um in die Deflation zu kippen.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Für Verbraucher wäre es ein Geschenk</h2>
<p>Wer sicher angestellt ist und keine Schulden hat, profitiert anfangs tatsächlich. Die EZB räumt ein, dass fallende Preise für Sie als Käufer zunächst gut klingen können. Problematisch ist ein anhaltender, breiter Rückgang, der nicht aus besserer Produktion entsteht. Billiger durch technischen Fortschritt, wie bei Computern, ist kein Warnsignal. Billiger, weil niemand mehr kauft, ist eins.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/tell-me-more/html/stableprices.en.html">EZB: Was an Deflation schlecht ist, Sofa-Beispiel, Hypotheken, öffentliche Finanzen, Sicherheitsmarge</a></li>
<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2008/html/sp081125.en.html">EZB, Rede Bini Smaghi 2008: Definition, Abgrenzung zur Disinflation, Erwartungen und Realzins</a></li>
<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2020/html/ecb.sp200211_2~eae18c54ff.en.html">EZB, Rede 2020: kleiner Puffer, starre Nominallöhne, reale Schuldenlast</a></li>
<li><a href="https://www.ecb.europa.eu/mopo/strategy/strategy-review/html/price-stability-objective.en.html">EZB: Teufelskreis aus aufgeschobenen Käufen</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-gilt-deflation-als-gefaehrlich/">Warum gilt Deflation als gefährlich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum führen Lieferengpässe zu höheren Preisen?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-fuehren-lieferengpaesse-zu-hoeheren-preisen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-fuehren-lieferengpaesse-zu-hoeheren-preisen/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Knappe Vorprodukte werden teurer, und weil weniger hergestellt werden kann, verteilen sich die Fixkosten auf weniger Stück. Bei hoher Nachfrage lassen sich beide Mehrkosten leichter weitergeben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-fuehren-lieferengpaesse-zu-hoeheren-preisen/">Warum führen Lieferengpässe zu höheren Preisen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lieferengpässe verteuern Waren auf zwei Wegen: Das knappe Vorprodukt kostet mehr, und weil weniger hergestellt werden kann, verteilen sich die festen Kosten auf weniger Stück. Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, lassen sich diese Kosten leichter an die Kunden weitergeben.</p>
<h2>Aus einem verdoppelten Bauteil werden 27,5 Prozent höhere Kosten</h2>
<p>Ein Werk stellt 1.000 Stück im Monat her. Je Stück entfallen 20 Euro auf das Vorprodukt und 50 Euro auf andere veränderliche Kosten. Die festen Kosten für Halle, Maschinen und Verwaltung betragen 30.000 Euro. Dann verdoppelt sich der Preis des Vorprodukts, und weil es fehlt, schafft das Werk nur noch 800 Stück.</p>
<table>
<tr>
<th>Kosten je Stück in Euro</th>
<th>Normal (1.000 Stück)</th>
<th>Engpass (800 Stück)</th>
</tr>
<tr>
<td>Vorprodukt</td>
<td>20,00</td>
<td>40,00</td>
</tr>
<tr>
<td>Andere veränderliche Kosten</td>
<td>50,00</td>
<td>50,00</td>
</tr>
<tr>
<td>Feste Kosten (30.000 Euro geteilt durch Stückzahl)</td>
<td>30,00</td>
<td>37,50</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Summe</strong></td>
<td><strong>100,00</strong></td>
<td><strong>127,50</strong></td>
</tr>
</table>
<p>Das Stück kostet 27,5 Prozent mehr, obwohl das Vorprodukt nur ein Fünftel der Kosten ausmachte. 20 Euro stammen aus dem Einkauf, 7,50 Euro aus der geringeren Menge. Die Rechnung zeigt, warum eine Knappheit bei einem Bauteil den Endpreis stärker treffen kann, als sein Anteil vermuten lässt.</p>
<h2>Die Kette läuft vom Erzeuger zum Verbraucher</h2>
<p>Im Mai 2022 beschrieb die Deutsche Bundesbank diesen Weg: Der Krieg in der Ukraine und pandemiebedingte Lieferengpässe hätten die Erzeugerpreise für Konsumgüter und Nahrungsmittel stark steigen lassen, was die Waren auch für die Verbraucher verteuern dürfte. Zuvor hatte sie im Dezember 2021 ihre Inflationsprognose unter anderem wegen unerwartet gravierender Lieferengpässe angehoben. Sie nannte aber zugleich steigende Löhne und Energiepreise. Das ist die Regel: Solche Ursachen treten selten allein auf, weshalb sich der Anteil der Engpässe nicht einfach aus der Inflationsrate herauslesen lässt.</p>
<h2>Volle Auftragsbücher machen die Weitergabe leichter</h2>
<p>Damals war die Nachfrage nach Industriegütern laut Bundesbank weiter hoch, die Reichweite der Auftragsbestände lag auf Rekordniveau. In einer solchen Lage konkurrieren Kunden um die vorhandene Menge, und wer unbedingt liefern lassen will, zahlt eher einen Aufschlag. Bei schwacher Nachfrage sieht es anders aus. Dort muss ein Hersteller höhere Kosten womöglich aus seiner Marge tragen. Ein Engpass allein führt also nicht automatisch zu gleich hohen Ladenpreisen.</p>
<h2>Der Irrtum: Ist der Engpass vorbei, fallen die Preise wieder</h2>
<p>Lockert sich die Knappheit, wird es zunächst leichter und der Preisanstieg lässt nach. Das heißt nicht, dass das frühere Preisniveau zurückkehrt. Sinkt die Inflation, steigen die Preise nur langsamer. Im Beispiel fallen die festen Kosten je Stück zwar bei 1.000 Stück auf 30 Euro zurück, doch ob das Vorprodukt wieder 20 Euro kostet und der Hersteller den Vorteil weitergibt, ist offen. Inzwischen gestiegene Löhne bleiben ohnehin in der Rechnung.</p>
<p>Auch die Produktion erholt sich oft zeitversetzt. Die Bundesbank erwartete Ende 2021, dass die Industrie nach dem Ende der Engpässe durch Auf- und Nachholeffekte einen starken Schub erhält. Die Beispielrechnung hängt an keinem Land, die zitierten Befunde der Bundesbank beschreiben Deutschland.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/ukraine-krieg-lieferengpaesse-und-inflation-belasten-deutsche-wirtschaft-891386">Deutsche Bundesbank, Meldung vom 23.05.2022 zum Monatsbericht: Erzeugerpreise, Verbraucherpreise, Produktion</a></li>
<li><a href="https://www.bundesbank.de/resource/blob/815270/68435aa33d36ebabe113e7a1a8516da4/mL/2021-12-monatsbericht-data.pdf">Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2021: Prognose, Lieferengpässe, Reichweite der Auftragsbestände, Nachholeffekte</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-fuehren-lieferengpaesse-zu-hoeheren-preisen/">Warum führen Lieferengpässe zu höheren Preisen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum gibt es zwei verschiedene Arbeitslosenquoten?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-gibt-es-zwei-verschiedene-arbeitslosenquoten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-gibt-es-zwei-verschiedene-arbeitslosenquoten/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die eine Quote zählt Menschen, die bei der Arbeitsagentur oder dem AMS gemeldet sind, die andere beruht auf einer Befragung nach internationalen ILO-Regeln. Beide messen etwas anderes und erfassen teils andere Personen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-gibt-es-zwei-verschiedene-arbeitslosenquoten/">Warum gibt es zwei verschiedene Arbeitslosenquoten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die eine Zahl kommt aus dem Register der Behörden, die andere aus einer Befragung nach den Regeln der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Beide Quoten sind richtig, sie beantworten aber verschiedene Fragen: Wer ist gemeldet? Und wer sucht tatsächlich und könnte sofort anfangen?</p>
<h2>Zwei Fragen führen zu zwei Zählungen</h2>
<table>
<tr>
<th></th>
<th>Registerzahl</th>
<th>ILO-Zahl</th>
</tr>
<tr>
<td>Herkunft</td>
<td>Arbeitsagentur, Jobcenter, AMS</td>
<td>Arbeitskräfteerhebung (Befragung)</td>
</tr>
<tr>
<td>Meldung nötig?</td>
<td>ja</td>
<td>nein</td>
</tr>
<tr>
<td>Arbeit schließt aus ab</td>
<td>Deutschland: 15 Wochenstunden; Österreich: über der Geringfügigkeitsgrenze</td>
<td>einer bezahlten Stunde in der Woche</td>
</tr>
<tr>
<td>Suche und Verfügbarkeit</td>
<td>nach Sozialrecht</td>
<td>aktiv in den letzten vier Wochen, Start binnen zwei Wochen möglich</td>
</tr>
</table>
<p>Die ILO-Zählung nennt man in Deutschland „Erwerbslose“, um sie von den „Arbeitslosen“ der Bundesagentur abzugrenzen. In Österreich heißt es nationale und internationale Definition.</p>
<h2>Gemeint sind teils gar nicht dieselben Menschen</h2>
<p>Statistik Austria hat das für 2015 durch die Verknüpfung beider Quellen nachgezählt. Das AMS wies im Jahresschnitt 354.300 Arbeitslose aus, die Befragung 251.800. Dahinter steckt keine Teilmenge:</p>
<ul>
<li>156.000 Personen galten in beiden Quellen als arbeitslos,</li>
<li>197.000 nur beim AMS,</li>
<li>96.000 nur in der Befragung.</li>
</ul>
<p>Warum fehlten Gemeldete in der Befragung? Rund 73.000 arbeiteten zumindest eine Stunde und galten damit als erwerbstätig. Rund 105.000 suchten nicht aktiv, oft wegen Krankheit oder weil sie, etwa nach einer Saison, an den alten Arbeitsplatz zurückkehren wollten. Umgekehrt sucht manche junge Person Arbeit, ohne sich je zu melden. Für Deutschland betrug der Abstand 2015 laut derselben Quelle 845.000 Personen oder 2,1 Prozentpunkte.</p>
<h2>Auch der Nenner unterscheidet sich</h2>
<p>Die österreichische Registerquote teilt durch unselbstständig Beschäftigte plus gemeldete Arbeitslose. Die internationale Quote nimmt die Selbstständigen hinzu. Ein Rechenbeispiel: 300.000 Arbeitslose bei 3,7 Millionen Beschäftigten ergeben 7,5 Prozent. Kommen 500.000 Selbstständige in den Nenner, sind es mit denselben 300.000 nur noch 6,7 Prozent. Selbst bei gleicher Personenzahl wären die Quoten also verschieden.</p>
<h2>Welche Quote wofür taugt</h2>
<p>Das Register erfasst alle Gemeldeten vollständig und auch kleine Regionen, es hängt aber am jeweiligen Sozialrecht. Internationale Vergleiche funktionieren daher mit der ILO-Quote, die nach einheitlichen europäischen Regeln entsteht. Sie stammt aus einer Stichprobe und unterliegt Zufallsschwankungen. Vergleichen Sie also nie die Registerquote eines Landes mit der ILO-Quote eines anderen.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbslosigkeit/_inhalt.html">Statistisches Bundesamt, Erwerbslosigkeit: Abgrenzung zu den Arbeitslosen der Bundesagentur, Datenquelle</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Glossar/erwerbslose.html">Statistisches Bundesamt, Glossar Erwerbslose: Definition nach ILO</a></li>
<li><a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Glossary:Unemployment">Eurostat, Glossar Unemployment: Kriterien</a></li>
<li><a href="https://www.statistik.at/statistiken/arbeitsmarkt/arbeitslosigkeit/arbeitslose-arbeitssuchende">Statistik Austria, Arbeitslose und Arbeitssuchende: internationale Definition</a></li>
<li><a href="https://www.statistik.at/fileadmin/pages/261/die_definition_macht_die_zahl_statistische_nachrichten_heft_32017.pdf">Statistik Austria, „Die Definition macht die Zahl“ (2017): Vergleich AMS und Mikrozensus 2015, Quote</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-gibt-es-zwei-verschiedene-arbeitslosenquoten/">Warum gibt es zwei verschiedene Arbeitslosenquoten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum fühlt sich die Inflation oft höher an, als sie ist?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-fuehlt-sich-die-inflation-oft-hoeher-an-als-sie-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-fuehlt-sich-die-inflation-oft-hoeher-an-als-sie-ist/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Häufig gekaufte Güter bleiben im Gedächtnis, der eigene Warenkorb weicht vom Durchschnitt ab, und viele vergleichen mit Preisen von vor mehreren Jahren. Die Inflationsrate blickt dagegen genau zwölf Monate zurück.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/warum-fuehlt-sich-die-inflation-oft-hoeher-an-als-sie-ist/">Warum fühlt sich die Inflation oft höher an, als sie ist?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die gefühlte Teuerung entsteht vor allem beim Einkauf, und dort ändern sich Preise besonders sichtbar. Die amtliche Rate misst dagegen den Durchschnitt aller Ausgaben aller Haushalte über genau zwölf Monate.</p>
<h2>Was oft im Einkaufswagen liegt, prägt das Gefühl</h2>
<p>Statistik Austria nennt das Muster klar: Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln, Treibstoff und im Restaurant bleiben stärker im Gedächtnis als beim seltenen Autokauf oder beim neuen Elektrogerät. Einen Indikator für gefühlte Inflation berechnet das Amt nicht. Es veröffentlicht aber zwei Ausschnitte aus dem Warenkorb: den Mikrowarenkorb mit rund 20 Positionen für den täglichen Einkauf und den Miniwarenkorb mit rund 60 Positionen für den wöchentlichen. Weil diese Güter sich zuvor überdurchschnittlich verteuert hatten, lagen beide laut dem Amt (Stand 2023) regelmäßig über der offiziellen Rate. Das Gefühl hat also einen messbaren Kern.</p>
<h2>Ihr Warenkorb ist nicht der Durchschnittskorb</h2>
<p>Die Gewichte spiegeln alle Haushalte zugleich: Mieter und Eigentümer, Autofahrer und Bahnfahrer, Raucher und Nichtraucher. Bei denselben Preisen kann deshalb für zwei Haushalte eine andere Rate herauskommen, wie die folgende Rechnung mit frei gewählten Werten zeigt.</p>
<table>
<tr>
<th>Posten</th>
<th>Preisanstieg</th>
<th>Anteil Durchschnitt</th>
<th>Anteil Beispielhaushalt</th>
</tr>
<tr>
<td>Lebensmittel</td>
<td>5 %</td>
<td>12 %</td>
<td>20 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Energie</td>
<td>10 %</td>
<td>6 %</td>
<td>12 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Alles andere</td>
<td>2 %</td>
<td>82 %</td>
<td>68 %</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Eigene Rate</strong></td>
<td></td>
<td><strong>2,84 %</strong></td>
<td><strong>3,56 %</strong></td>
</tr>
</table>
<p>Keiner der beiden Werte ist falsch. Der Beispielhaushalt erlebt tatsächlich mehr Teuerung als der Durchschnitt. Destatis und Statistik Austria bieten dafür je einen persönlichen Inflationsrechner an, in dem Sie Ihre eigenen Ausgaben eintragen.</p>
<h2>Die Rate schaut zwölf Monate zurück, die Erinnerung weiter</h2>
<p>Wer sagt, der Einkauf koste viel mehr als früher, meint selten den Vorjahresmonat. Drei Jahre mit 5, 4 und 3 Prozent ergeben zusammen 12,5 Prozent, denn 1,05 mal 1,04 mal 1,03 sind rund 1,125. Im dritten Jahr meldet die Statistik 3 Prozent, im Geldbeutel fehlt die ganze Summe seit dem Start. Beide Aussagen stimmen zugleich.</p>
<h2>Ausweichen zählt nicht als Ersparnis</h2>
<p>Der Index vergleicht Gleiches mit Gleichem. Greifen Sie zur günstigeren Marke oder verschieben einen Kauf, erfasst er das nicht. Statistik Austria grenzt ihn deshalb von einem Lebenshaltungskostenindex ab, der solche Verhaltensänderungen abbilden würde. Hier wirkt der Effekt ausnahmsweise in die andere Richtung: Teurer werdende Produkte treiben den Index meist stärker als die tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Wer ausweicht, gibt also vielleicht nicht mehr aus, kauft aber auch nicht mehr dasselbe. Auch das kann sich nach Teuerung anfühlen, obwohl es keine Preisstatistik zeigt.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.statistik.at/fileadmin/pages/214/FAQs_zum_Verbraucherpreisindex_Factsheet.pdf">Statistik Austria, FAQs zum VPI: persönliche Teuerung, gefühlte Inflation, Mikro- und Miniwarenkorb, Lebenshaltungskosten</a></li>
<li><a href="https://service.destatis.de/inflationsrechner/">Destatis: Persönlicher Inflationsrechner</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html">Destatis, Verbraucherpreisindex und Inflationsrate: Definition und Gewichtung</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann täuscht der Durchschnitt?</title>
		<link>https://fakten.org/wann-taeuscht-der-durchschnitt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/wann-taeuscht-der-durchschnitt/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Durchschnitt täuscht vor allem, wenn einzelne sehr hohe Werte ihn nach oben ziehen oder eine Gruppe in Wahrheit aus zwei verschiedenen besteht. Der Median zeigt dann die typische Mitte besser.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Durchschnitt täuscht vor allem dann, wenn einzelne sehr hohe Werte ihn nach oben ziehen. Die meisten liegen dann unter dem Durchschnitt, und genau das widerspricht dem, was das Wort im Alltag verspricht.</p>
<h2>Eine Spitzenverdienerin hebt den Schnitt auf fast das Doppelte</h2>
<p>In einer gedachten Firma verdienen neun Menschen je 3.000 Euro, die Chefin 30.000 Euro. Der Durchschnitt beträgt (9 × 3.000 + 30.000) ÷ 10 = 5.700 Euro. Niemand verdient auch nur annähernd diesen Betrag. Der Median, also der Wert genau in der Mitte der Reihe, liegt bei 3.000 Euro und bleibt dort, selbst wenn die Chefin 3 Millionen bekäme.</p>
<p>Das gilt auch für echte Daten. Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 bei Vollzeitbeschäftigten in Deutschland einen Durchschnittsverdienst von 64.441 Euro brutto im Jahr und einen Median von 54.066 Euro. Der Abstand von rund 10.000 Euro entsteht, weil besonders hohe Verdienste den Durchschnitt nach oben ziehen. Das oberste Prozent lag bei 219.110 Euro oder mehr, das unterste Zehntel bei 33.828 Euro oder weniger.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Die Hälfte liegt über dem Durchschnitt</h2>
<p>Das gilt für den Median, nicht für den Durchschnitt. Wer bei einer Gehaltsmeldung denkt, er liege als Normalverdiener in der Mitte, vergleicht sich oft mit dem falschen Wert. Eurostat trennt die Begriffe sauber: Der Mittelwert ist die Summe geteilt durch die Anzahl, der Median der mittlere Wert einer Reihe. Ein Medienbericht nennt oft nur „im Schnitt“. Dann bleibt offen, welcher gemeint ist.</p>
<h2>Vier Fälle, in denen Sie dem Schnitt misstrauen sollten</h2>
<table>
<tr>
<th>Fall</th>
<th>Gedachtes Beispiel</th>
<th>Was passiert</th>
</tr>
<tr>
<td>Schiefe Verteilung</td>
<td>Einkommen, Vermögen, Wohnungspreise</td>
<td>Wenige Hohe ziehen den Wert nach oben</td>
</tr>
<tr>
<td>Zwei Gruppen in einer</td>
<td>Die Hälfte der Fahrten dauert 10, die andere 50 Minuten</td>
<td>Der Schnitt von 30 Minuten kommt nie vor</td>
</tr>
<tr>
<td>Schnitt aus Raten</td>
<td>Erst +100 %, dann −50 %</td>
<td>Mittelwert +25 %, tatsächlich: 100 → 200 → 100, also null</td>
</tr>
<tr>
<td>Kleine Fallzahl</td>
<td>Fünf Wohnungsverkäufe in einem Dorf</td>
<td>Ein einziges Haus verschiebt den Wert</td>
</tr>
</table>
<p>Der dritte Fall zeigt, warum Fachleute bei Wachstumsraten das geometrische Mittel verwenden. Eurostat führt neben dem arithmetischen auch das geometrische und das harmonische Mittel als eigene Formen auf. Für die Zahlen im Beispiel ergibt das geometrische Mittel 0 Prozent, was dem tatsächlichen Ergebnis entspricht.</p>
<h2>Auch der Median hat seine blinden Flecken</h2>
<p>Besser ist der Median nicht immer. Er bleibt unberührt, wenn sich die oberen 40 Prozent verdoppeln, selbst wenn das die Verteilung stark verändert. Bei Gesamtgrößen wie Steuereinnahmen oder Ausgaben ist der Durchschnitt die passende Größe, denn nur er lässt sich mit der Kopfzahl zur Summe zurückrechnen. Am aussagekräftigsten sind mehrere Kennzahlen zugleich: Mittelwert, Median und die Ränder der Verteilung, wie das Statistische Bundesamt sie in seiner Meldung nennt.</p>
<p>Stets gehört zur Zahl auch die Abgrenzung. Die genannten Verdienste beziehen sich auf Vollzeit und zählen Sonderzahlungen mit. Eine Meldung ohne Sonderzahlungen oder mit Teilzeit käme auf einen ganz anderen Wert, ohne dass eine von beiden falsch wäre.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html">Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 113 vom 1. April 2026: Median, Durchschnitt und Ränder der Vollzeitverdienste 2025</a></li>
<li><a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Glossary:Mean">Eurostat, Glossar Mean: Definition, Formen des Mittelwerts, Median</a></li>
</ul>
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		<title>Warum bauen Unternehmen trotz Gewinn Stellen ab?</title>
		<link>https://fakten.org/warum-bauen-unternehmen-trotz-gewinn-stellen-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/warum-bauen-unternehmen-trotz-gewinn-stellen-ab/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Gewinn ist eine Summe über alle Bereiche und beschreibt das vergangene Jahr. Stellenabbau betrifft einzelne Bereiche und richtet sich nach den erwarteten Erträgen und Kosten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Unternehmen baut trotz Gewinn Stellen ab, weil der Gewinn eine Summe über alle Bereiche ist und das vergangene Jahr beschreibt. Die Entscheidung über Stellen fällt für einzelne Bereiche und mit Blick auf künftige Erträge und Kosten.</p>
<h2>Ein Konzerngewinn kann eine Verlustsparte verdecken</h2>
<p>Ein Konzern weist 50 Millionen Euro Gewinn aus. Sparte A verdient 80 Millionen, Sparte B verliert 30 Millionen. Von außen sieht es nach einem gesunden Unternehmen aus, das grundlos kürzt. Aus Sicht der Leitung lautet die Frage aber: Bleibt B dauerhaft im Minus? Ohne diese Sparte läge der Gewinn, von einmaligen Schließungskosten abgesehen, bei 80 statt 50 Millionen Euro.</p>
<h2>Die Zahl von heute, die Entscheidung für morgen</h2>
<p>Ein Jahresabschluss blickt zurück. Personalentscheidungen wirken erst in Monaten oder Jahren. Wer sinkende Aufträge erwartet oder eine Fabrik automatisiert, plant für eine Zukunft, die in der Bilanz noch nicht steht. Dazu kommt der Vergleich mit dem eigenen Ziel: 5 Prozent Rendite sind Gewinn, gelten bei einem Ziel von 8 Prozent aber als zu wenig. Bei 2 Milliarden Euro Umsatz geht es dabei um 60 Millionen Euro im Jahr. Ob das ein guter Grund ist, ist eine Wertung. Der Gewinn allein beantwortet sie nicht.</p>
<h2>Der Irrtum: Wer Gewinn macht, darf nicht kündigen</h2>
<p>In Deutschland nennt das Kündigungsschutzgesetz als Grund für eine solche Kündigung „dringende betriebliche Erfordernisse“, die einer Weiterbeschäftigung im Betrieb entgegenstehen. Von einem Verlust des Unternehmens als Voraussetzung ist in der Vorschrift nicht die Rede. Der Schutz gilt nach mehr als sechs Monaten im Betrieb und, von Altfällen abgesehen, in Betrieben mit in der Regel mehr als zehn Beschäftigten. Frei ist der Arbeitgeber trotzdem nicht:</p>
<ul>
<li>Er muss die Tatsachen beweisen, die die Kündigung bedingen.</li>
<li>Er muss bei der Auswahl Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung ausreichend berücksichtigen.</li>
<li>Bei größeren Entlassungswellen innerhalb von 30 Kalendertagen muss er den Betriebsrat unterrichten und die Entlassungen bei der Agentur für Arbeit anzeigen, bevor er entlässt.</li>
<li>Bei einer Betriebsänderung kann ein Sozialplan wirtschaftliche Nachteile ausgleichen oder mildern. Einigen sich die Seiten nicht, kann die Einigungsstelle darüber entscheiden.</li>
</ul>
<p>Die Regeln und die Schwellen unten gelten für Deutschland. Österreich hat eigene Vorschriften.</p>
<h2>Die Anzeigepflicht beginnt schon bei wenigen Fällen</h2>
<table>
<tr>
<th>Beschäftigte im Betrieb</th>
<th>Anzeigepflichtig sind Entlassungen von</th>
</tr>
<tr>
<td>21 bis 59</td>
<td>mehr als 5 Personen</td>
</tr>
<tr>
<td>60 bis 499</td>
<td>10 Prozent der Belegschaft oder mehr als 25 Personen</td>
</tr>
<tr>
<td>ab 500</td>
<td>mindestens 30 Personen</td>
</tr>
</table>
<p>Mitgezählt werden auch andere Beendigungen, die der Arbeitgeber veranlasst. Das ist der Grund, warum ein Abbau über Aufhebungsverträge rechtlich nicht einfach aus der Rechnung fällt.</p>
<h2>„Stellenabbau“ heißt nicht immer Kündigung</h2>
<p>Eine Meldung über 3.000 wegfallende Stellen sagt noch nicht, wie viele Menschen gekündigt werden. Solche Zahlen können auch frei werdende Stellen enthalten, die nicht wieder besetzt werden, oder Vereinbarungen mit Abfindung. Oft nennen sie zudem ein Ziel über mehrere Jahre. Aussagekräftig wird die Zahl erst, wenn der Zeitraum, der Standort und der Weg dazu mitgenannt sind. Auch beim Verhältnis lohnt ein Blick: 3.000 Stellen sind bei 300.000 Beschäftigten 1 Prozent, bei 30.000 sind es 10 Prozent.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__1.html">§ 1 KSchG: dringende betriebliche Erfordernisse, Beweislast, Sozialauswahl</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__23.html">§ 23 KSchG: Geltungsbereich, Betriebsgröße</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__17.html">§ 17 KSchG: Schwellen, Anzeige und Unterrichtung bei Massenentlassungen</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__112.html">§ 112 BetrVG: Sozialplan</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann spricht man von einer Rezession?</title>
		<link>https://fakten.org/wann-spricht-man-von-einer-rezession/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/wann-spricht-man-von-einer-rezession/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Meist dann, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpft. Das ist die „technische Rezession“, eine Faustregel. Eine gesetzliche Definition gibt es dafür nicht, und Forscher nutzen auch andere Maßstäbe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/wann-spricht-man-von-einer-rezession/">Wann spricht man von einer Rezession?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einer Rezession ist meist die Rede, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zurückgeht. Das Institut für Weltwirtschaft nennt das ein häufig herangezogenes Konzept, die „technische Rezession“. Es ist jedoch nur eine von mehreren gängigen Definitionen.</p>
<h2>Die Faustregel ist einfach und hat Tücken</h2>
<p>Betrachtet wird die Veränderung des preisbereinigten BIP gegenüber dem Vorquartal. Zwei Länder mit folgenden Werten zeigen, warum die Regel allein nicht reicht:</p>
<table>
<tr>
<th>Quartal</th>
<th>Land A</th>
<th>Land B</th>
</tr>
<tr>
<td>1</td>
<td>minus 0,1 Prozent</td>
<td>minus 2,0 Prozent</td>
</tr>
<tr>
<td>2</td>
<td>minus 0,1 Prozent</td>
<td>plus 0,1 Prozent</td>
</tr>
<tr>
<td>3</td>
<td>plus 0,2 Prozent</td>
<td>minus 2,0 Prozent</td>
</tr>
<tr>
<td>Veränderung insgesamt</td>
<td>rund 0 Prozent</td>
<td>rund minus 3,9 Prozent</td>
</tr>
<tr>
<td>Technische Rezession?</td>
<td>ja</td>
<td>nein</td>
</tr>
</table>
<p>Land A stagniert und erfüllt die Regel. Land B bricht ein und erfüllt sie wegen des einen kleinen Plus nicht. Hinzu kommt: Sehr kleine Quartalswerte werden später oft überarbeitet. Eine Rezession kann also im Nachhinein verschwinden oder auftauchen.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Die Rezession wird amtlich festgestellt</h2>
<p>Weder das Statistische Bundesamt noch ein Gesetz ruft in Deutschland eine Rezession aus. Destatis veröffentlicht die BIP-Zahlen, die Einordnung kommt von Forschungsinstituten, Medien und Politik. Daher können zwei seriöse Stimmen zur gleichen Zeit Verschiedenes sagen und beide begründet sein.</p>
<h2>Drei Maßstäbe, drei Fragen</h2>
<ul>
<li><strong>BIP-Regel:</strong> Schrumpft die Produktion zwei Quartale nacheinander? Schnell und leicht nachzuprüfen.</li>
<li><strong>Breite Beurteilung:</strong> In den USA datiert ein Ausschuss des National Bureau of Economic Research die Wendepunkte. Maßgeblich ist ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftstätigkeit, der sich über die Wirtschaft ausbreitet und länger als ein paar Monate dauert. Tiefe, Breite und Dauer können einander teilweise ausgleichen, und neben dem BIP zählen etwa Beschäftigung und Einkommen. Der Absturz von 2020 galt dort als Rezession, obwohl er nur kurz dauerte.</li>
<li><strong>Auslastung:</strong> Das Institut für Weltwirtschaft betont, aus wirtschaftspolitischer Sicht komme es mehr auf die Auslastung an. Liegt das BIP unter dem bei Normalauslastung erreichbaren Niveau, ist nach diesem Konjunkturbild die Rezession erreicht. Sinkt es dagegen von einer Überauslastung aus, ist das nur eine Abkühlung. Dieses Potenzial lässt sich aber nicht beobachten, sondern nur schätzen, und gerade am aktuellen Rand ist die Schätzung unsicher.</li>
</ul>
<h2>Ein Beispiel aus Deutschland: Die Zahl wird nachträglich anders</h2>
<p>Wie fragil solche Urteile sind, zeigt 2024. Lange galt das Jahr als zweites Schrumpfungsjahr in Folge. Mit der Überarbeitung vom August 2026 meldete Destatis statt minus 0,5 Prozent nun 0,0 Prozent, 2023 liegt bei minus 1,0 Prozent. Die Wirtschaft stagnierte 2024 also, sie schrumpfte nicht. Die Jahreszahlen ersetzen zwar keine Quartalsbetrachtung, aber sie zeigen, dass Einschätzungen in Echtzeit auf vorläufigen Daten beruhen.</p>
<p>Für Österreich sind dieselben Maßstäbe anwendbar, denn auch dort wird das BIP nach dem europäischen Regelwerk gerechnet. Wann Sie welchen Maßstab lesen sollten, hängt von der Frage ab: Für die Schlagzeile genügt die Quartalsregel, für das Urteil über den Arbeitsmarkt oder die Politik reicht sie nicht.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/355d6028-9ea0-4550-8578-7ff2d1f9f429-box_2019-10_rezession.pdf">Institut für Weltwirtschaft, IfW-Box 2019.10: technische Rezession, Produktionslücke, Schätzunsicherheit</a></li>
<li><a href="https://www.nber.org/research/business-cycle-dating">National Bureau of Economic Research, Business Cycle Dating: Kriterien Tiefe, Breite, Dauer, Einstufung 2020</a></li>
<li><a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/sommerueberarbeitung-2026.html">Destatis, Sommerüberarbeitung 2026: Revision der Wachstumsraten 2022 bis 2025</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/wann-spricht-man-von-einer-rezession/">Wann spricht man von einer Rezession?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kann eine Gehaltserhöhung netto zu weniger Geld führen?</title>
		<link>https://fakten.org/kann-eine-gehaltserhoehung-netto-zu-weniger-geld-fuehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion fakten.org]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 22:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fakten.org/kann-eine-gehaltserhoehung-netto-zu-weniger-geld-fuehren/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Durch die Steuer allein nicht, denn der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Teil. Zu weniger verfügbarem Geld kann es kommen, wenn zugleich Sozialleistungen sinken oder in Österreich die Pflichtversicherung neu einsetzt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/kann-eine-gehaltserhoehung-netto-zu-weniger-geld-fuehren/">Kann eine Gehaltserhöhung netto zu weniger Geld führen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch den Steuertarif allein kann das nicht passieren: Jeder höhere Satz gilt nur für den Teil oberhalb einer Grenze. Weniger Geld ist aber möglich, wenn durch das höhere Brutto gleichzeitig Sozialleistungen schrumpfen oder eine Versicherungspflicht neu einsetzt.</p>
<h2>Warum die Steuer das nicht schafft</h2>
<p>Der deutsche Tarif erreicht höchstens 45 Prozent, und selbst dort bleiben von 100 zusätzlichen Euro vor Abgaben noch 55 Euro. Der Solidaritätszuschlag steigt in seiner Übergangszone zwar rascher als sonst: Dort beträgt er 11,9 Prozent des Betrags über der Freigrenze. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sind das nur rund 5 weitere Prozentpunkte. Dazu kommen die Sozialbeiträge, 2026 summieren sich die Sätze auf rund 42,5 Prozent, von denen Beschäftigte etwa die Hälfte tragen. Auch zusammen bleibt die Belastung unter 100 Prozent. Unter dem Strich bleibt also ein Plus.</p>
<h2>Fall 1: Mehrere Leistungen werden zugleich gekürzt</h2>
<p>Wohngeld und Kinderzuschlag sinken mit dem Einkommen. Beim Kinderzuschlag legt das Gesetz die Kürzung fest: 45 Prozent des Betrags, um den die maßgeblichen Erwerbseinkünfte die Grenze übersteigen. Beim Wohngeld hängt die Kürzung vom Einzelfall ab. Eine vereinfachte Rechnung mit Annahmen, keine Abrechnung aus der Praxis:</p>
<table>
<tr>
<th>Wirkung von 100 Euro mehr Brutto</th>
<th>Euro</th>
</tr>
<tr>
<td>Plus beim Bruttolohn</td>
<td>+100</td>
</tr>
<tr>
<td>Steuern und Beiträge (Annahme)</td>
<td>−25</td>
</tr>
<tr>
<td>Kinderzuschlag: 45 Prozent von 75 Euro</td>
<td>−34</td>
</tr>
<tr>
<td>Wohngeld (Annahme)</td>
<td>−50</td>
</tr>
<tr>
<td>Veränderung des verfügbaren Geldes</td>
<td>−9</td>
</tr>
</table>
<p>Auch die Forschung beschreibt den Effekt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält fest, dass sich Transferentzug, Steuern und Abgaben im Extrem auf über 100 Prozent summieren können. Das Vermeiden solcher Grenzbelastungen nennt auch ein Forschungsbericht im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums als Ziel einer Reform. Das IAB spricht dabei ausdrücklich vom Extremfall.</p>
<h2>Fall 2: In Österreich setzt die Pflichtversicherung plötzlich ein</h2>
<p>Bleibt das Monatsentgelt bis zur Geringfügigkeitsgrenze, gilt in Österreich keine volle Pflichtversicherung. Wird die Grenze überschritten, sind Beiträge auf das gesamte Entgelt fällig, nicht nur auf den Teil darüber. Allein Pensions- und Krankenversicherung kosten Beschäftigte zusammen 14,12 Prozent. Mit einer angenommenen Grenze von 550 Euro:</p>
<table>
<tr>
<th>Monatsentgelt</th>
<th>Beiträge (Pension und Kranken)</th>
<th>Rest</th>
</tr>
<tr>
<td>540 Euro</td>
<td>0 Euro</td>
<td>540,00 Euro</td>
</tr>
<tr>
<td>560 Euro</td>
<td>79,07 Euro</td>
<td>480,93 Euro</td>
</tr>
</table>
<p>Für 20 Euro mehr Brutto fehlen also rund 59 Euro im Monat. Im Gegenzug entsteht allerdings Versicherungsschutz, das ist kein reiner Verlust. Außerdem kann bei der Veranlagung ein Teil zurückkommen: Wer keine Lohnsteuer zahlt, erhält als SV-Rückerstattung 55 Prozent bestimmter Beiträge, im Regelfall höchstens 496 Euro im Jahr.</p>
<h2>In Deutschland entschärft der Übergangsbereich die Schwelle</h2>
<p>Bei Minijobs wäre ein solcher Sprung ebenfalls denkbar. Oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze beginnt aber bis 2.000 Euro im Monat der Übergangsbereich: Die Beiträge werden nach einer Formel aus einer reduzierten Bemessungsgrundlage berechnet, statt voll einzusetzen. Dadurch steigen die Beschäftigtenbeiträge gleitend.</p>
<h2>Der häufige Irrtum: Die nächste Steuerstufe frisst die Erhöhung</h2>
<p>Wer eine Lohnerhöhung bekommt und sich über einen niedrigen Netto-Zuwachs wundert, vermutet oft einen „Sprung in die nächste Steuerstufe“. Meist ist es der gewöhnliche Grenzsteuersatz samt Beiträgen, der deutlich über dem eigenen Durchschnitt liegt. Bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen beträgt der deutsche Durchschnittssatz 18,0 Prozent, der Grenzsatz aber rund 32 Prozent. Weniger wird das Netto dadurch nicht, nur das Plus fällt kleiner aus als erwartet.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html">§ 32a EStG: Tarif ab 2026; Beispiel eigene Rechnung</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__4.html">§ 4 SolzG 1995: Solidaritätszuschlag, Satz von 11,9 Prozent</a></li>
<li><a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/TeilendDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/rv_in_zahlen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherung in Zahlen 2026: Beitragssätze</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bkgg_1996/__6a.html">§ 6a BKGG: Kinderzuschlag, Minderung um 45 Prozent</a></li>
<li><a href="https://doku.iab.de/forschungsbericht/2026/fb1026.pdf">IAB-Forschungsbericht 10/2026: Grenzbelastungen im Extrem über 100 Prozent</a></li>
<li><a href="https://www.bmas.de/TeilendDocs/Downloads/DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb-629-erwerbstaetigenfreibetraege-kurzversion.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">BMAS-Forschungsbericht 629: Ziel, Grenzbelastungen über 100 Prozent zu vermeiden</a></li>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__20.html">§ 20 SGB IV: Übergangsbereich bis 2.000 Euro</a></li>
<li><a href="https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10004570&amp;Paragraf=33">§ 33 EStG 1988: SV-Rückerstattung</a></li>
<li><a href="https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10008147&amp;Paragraf=5">§ 5 ASVG: geringfügige Beschäftigung in Österreich</a></li>
<li><a href="https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10008147&amp;Paragraf=51">§ 51 ASVG: Beitragssätze, Anteil Beschäftigte 10,25 und 3,87 Prozent</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://fakten.org/kann-eine-gehaltserhoehung-netto-zu-weniger-geld-fuehren/">Kann eine Gehaltserhöhung netto zu weniger Geld führen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://fakten.org">fakten.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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	</channel>
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